„Uwe Wolf ist definitiv der Richtige“

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Uwe Wolf genießt beim VfR Aalen die volle Rückendeckung.
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Trotz des enttäuschenden Saisonstarts: Der 54-Jährige bekommt die Rückendeckung vom Präsidium. „Den Trainer jetzt zu wechseln wäre eine Bankrotterklärung“, sagt Michael Weißkopf.

Aalen

Die Kritik unter den Fans wächst. Auch was den Trainer des VfR Aalen betrifft. Die Verantwortlichen stehen aber auch nach der fünften Niederlage im siebten Spiel voll hinter Uwe Wolf. „Eine Trainerdiskussion wird es in den kommenden Wochen nicht geben“, sagt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf klipp und klar.

Herr Weißkopf, der VfR Aalen hat vor Saisonbeginn optimistisch einen Platz im vorderen Mittelfeld ausgerufen. Hält man an diesem Ziel fest?

Weißkopf: Es wäre im Moment nicht angemessen, auf Platz fünf, sechs oder sieben zu blicken. Das wäre nicht realistisch.

Das heißt, es geht jetzt gegen den Abstieg?

Ich glaube, wir tun gerade gut daran, dass wir zuerst da hinten wegkommen. Vorher müssen wir über keine anderen Ziele reden. Bis zur Winterpause gilt es, sich da hinten herauszuarbeiten.

Machen Sie sich jetzt schon Sorgen um den Klassenerhalt?

Dafür ist es zum jetzigen Zeitpunkt viel zu früh. Ich denke, wir können nach dem zehnten, elften Spieltag auf die Tabelle schauen und wissen dann, wo wir stehen. Pirmasens beispielsweise war nach dem vierten Spieltag Zweiter, jetzt sind sie nur noch Zehnter. Da geht alles noch sehr schnell.

Wurde die Mannschaft im Vorfeld überschätzt?

Spielerisch hat die Mannschaft schon mehrfach gezeigt, dass sie sehr stark ist. Wir können das Spiel mit dem Ball machen. Vielleicht haben die Vorbereitungsspiele gegen unterklassige Gegner aber über den einen oder anderen Mangel hinweggetäuscht.

Wo sehen Sie die größten Defizite?

Ich werde jetzt keine einzelnen Mannschaftsteile kritisieren. Alle elf Spieler müssen Defensivarbeit leisten, und zumindest zehn Spieler Offensivarbeit. Die Sache muss im Verbund funktionieren.

Zuletzt gab's Kritik an den vielen Gegentoren nach Kontern.

Stimmt, das müssen wir schleunigst abstellen. Vielleicht schalten wir in der Defensivbewegung einen Tick zu langsam um.

Matthias Layer wurde nach der Verletzung von Torwart Daniel Bernhardt das Vertrauen ausgesprochen. Inzwischen wurde aber mit Tim Paterok ein neuer Keeper verpflichtet.

Mir tut das wahnsinnig leid für Matze. Ich habe ihm alle Daumen gedrückt, dass er es packt. Aber es lässt sich nun einmal nicht wegdiskutieren, dass er am einen oder anderen Tor beteiligt war. Tim Paterok strahlt jetzt viel Ruhe aus, er steht ganz anders auf dem Platz. Tim hat in den ersten beiden Spielen schon gezeigt, dass er eine Granate im Tor ist.

Denken Sie schon daran, dass Sie zwei Top-Torhüter haben, wenn Daniel Bernhardt zurückkehrt?

Das ist noch ein großes Stück entfernt. Daniels Verletzung ist sehr schwer. Aber durch Tim Paterok hat er die Chance, richtig fit zu werden. Wir haben jetzt auf dieser Position keine Not, und jetzt geht es nicht darum, wann wir Daniel endlich wieder reinstellen können. Er kann sich komplett auskurieren.

Zurück zur Gegenwart: Ist die Mannschaft stark genug?

Definitiv. Dieser Kader kann sich sehen lassen, auch wenn wir durch Corona noch weniger Geld zur Verfügung hatten. Eines muss aber auch mal gesagt werden: Die Fans und Sponsoren fordern immer, dass wir noch mehr Leistung bringen - obwohl wir weniger Geld zur Verfügung haben. Das geht irgendwann nicht mehr, wenn die Ostalb nicht bereit ist, uns mehr zu unterstützen. Wir können schließlich auch nicht zaubern.

Apropos Fans: In den sozialen Netzwerken wird die Kritik an Trainer Uwe Wolf lauter.

Uwe Wolf ist definitiv der Richtige. Gemeinsam mit unserem Sportlichen Leiter Giuseppe Lepore hat er die Mannschaft zusammengestellt. Wenn wir in der jetzigen Situation den Trainer wechseln würden, wäre das doch eine komplette Bankrotterklärung. Ich kann Ihnen versichern: Eine Trainerdiskussion wird es in den kommenden Wochen nicht geben.

Wir müssen zuerst da hinten wegkommen.“

Michael Weißkopf, Präsidiumsmitglied des VfR Aalen
VfR-Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf (links) und Geschäftsführer Giuseppe Lepore.

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