Uwe Wolf ist neuer VfR-Cheftrainer

  • Weitere
    schließen
+
VfR Aalens neuer Cheftrainer Uwe Wolf bei den Vorbereitungen für sein erstes Training mit den VfR-Fußballprofis.
  • schließen

Der Ex-Fußballprofi gibt im Aalener Rohrwang sein Comeback als Profitrainer und schwört die Mannschaft auf die restliche Runde ein.

Er hat als Verteidiger unter anderem für den 1. FC Nürnberg und den TSV 1860 München in der Bundesliga gespielt. Als Trainer der Münchener Löwen kennt er die Ostalb-Arena (damals noch Scholz-Arena) aus zwei Gastspielen. Beim SV Wacker Burghausen stand Uwe Wolf 101 Spiele in der 3. Liga und der Regionalliga als Trainer in der sportlichen Verantwortung, ehe er im März 2017 beurlaubt wurde, sich dann eine Auszeit im bezahlten Fußball gönnte und ab Mai 2020 den heimischen Kreisligisten SV Mehring trainierte. Am Samstag wird Uwe Wolf bei Schott Mainz erstmals als neuer Chefcoach des VfR Aalen an der Seitenlinie stehen. Der 53-jährige Fußballlehrer gibt beim Fußball-Regionalligisten im Aalener Rohrwang sein Comeback im Profifußball. Der Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende und verlängert sich beim Klassenerhalt automatisch um ein weiteres Jahr.

"Eine geile Truppe"

Dass er frischen Schwung mit auf die Ostalb bringen will, das hat er am Mittwochnachmittag bei seinem ersten Training im Greut und schon zuvor in der Kabine der Mannschaft um Kapitän Daniel Bernhardt deutlich gemacht. "Wenn ich den Kader sehe, ist das eine geile Truppe", sparte Wolf bei der Pressekonferenz im Beisein von Präsidiumssprecher Michael Weißkopf und VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore nicht mit Vorschusslorbeeren für sein neues Team, dem er "den Spaß zurückgeben" will "und auch den Mut", den es benötigt, um erfolgreich zu sein.

Uwe Wolf weiß, dass seiner Mannschaft beim Drittletzten Schott Mainz an diesem Samstag, gegen Schlusslicht Stadtallendorf am Karsamstag und beim Fünfzehnten Hessen Kassel eine Woche später "drei ganz wichtige Spiele" bevorstehen. "Wenn wir es da schaffen, insgesamt sieben bis neun Punkte zu holen", könnte das Schiff sehr schnell im richtigen Fahrwasser sein.

Dass der VfR Aalen in den vergangenen Wochen trotz teilweise guter Erfolge dennoch stets an der Abstiegskante dümpelte, hat die Verantwortlichen dazu veranlasst, Trainer Roland Seitz am vergangenen Sonntag den Stuhl vor die Tür zu stellen. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir es bis zum Saisonende nicht geschafft hätten, uns wirklich hinten abzusetzen", erläuterte Weißkopf nach der Pressekonferenz noch einmal den Grund für den Trainerwechsel. Jetzt, da noch beinahe eine halbe Saison zu spielen sei, habe ein neuer Trainer auch eine echte Chance.

Sehe die Mannschaft bei Platz 8

Je schneller Uwe Wolf es schafft, die Weichen für den sicheren Klassenerhalt zu stellen, desto schneller darf er seine Gedanken in puncto Kaderzusammenstellung in die neue Saison richten. Dass der finanzielle Bewegungsspielraum eng bleiben wird, das ist dem neuen VfR-Coach klar.

"Aber", sagt er, "die Mannschaft hat Qualität." Der Blick auf die Tabelle zeige, dass es zwar nur vier Zähler bis zur Abstiegszone seien. "Es sind aber auch nur fünf Punkte bis auf Platz acht. Da sehe ich die Mannschaft", betont Wolf. Da wolle man hin.

Was es dazu brauche, sei "ein verschworener Haufen, der alle einbezieht." Die Spieler, den Trainer- und Betreuerstab und die gesamte Geschäftsstelle. "Ich werde 24 Stunden am Tag für den Verein da sein." Seine Trainerkabine stehe allen Spielern jederzeit offen.

Ich weiß, was Willensbildung heißt. Hart arbeiten und Spaß dabei haben, das ist meine Idealvorstellung.

Uwe Wolf Cheftrainer des VfR Aalen

Uwe Wolf zieht auch die Fans in diese Gemeinschaft mit ein. "Wenn wieder Zuschauer zugelassen sind zu den Spielen, dann soll der Funke überspringen", sagt er. Dass die Fans ein Feuerwerk zum 100-jährigen Vereinsbestehen gezündet haben, das habe schon etwas mit Champions League zu tun. "Diese Leute leben den Fußball. Man muss froh darüber sein, wenn man solche Fans hat."

Dass er selbst als Fußballer nicht zu den Filigrantechnikern zählte, daraus macht Uwe Wolf keinen Hehl. Er weiß aus eigener Erfahrung, welche Ziele man durch beständigen Fleiß und harte Arbeit erreichen kann. Das haben ihn auch ehemalige Trainer wie Hermann Gerland und Werner Lorant gelehrt. Wolf: "Ich weiß, was Willensbildung heißt. Hart arbeiten und Spaß dabei haben, das ist meine Idealvorstellung."

Der Kontakt zum VfR Aalen kam über Geschäftsführer Giuseppe Lepore zustande. Beide kennen sich aus gemeinsamen Kasseler Zeiten, wo Uwe Wolf 2012/13 die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest feierte, den Aufstieg in die 3. Liga aber in den Aufstiegsspielen verpasste. Aber, betonte Wolf: "Mir ist es wichtig, dass das gesamte Präsidium und der Aufsichtsrat diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben."

In ein besseres Fahrwasser

Man habe in den zurückliegenden Tagen viele Bewerbungen geprüft, erklärte Präsidiumssprecher Michael Weißkopf. Er sei froh, dass die "turbulenten Tage und schlaflosen Nächte" nun wieder vorüber seien. Und er sei sicher, gemeinsam den Mann gefunden zu haben, der mit seiner Philosophie am besten zum VfR Aalen passe. Ziel sei es, den Verein wieder "in ein besseres Fahrwasser zu bringen." Weißkopf: "Uwe Wolf hat einen klaren Plan."

Der neue Coach hat sogar schon eine genaue Vorstellung von der Mannschaft, die am Samstag bei Schott Mainz den Dreier sicherstellen soll. Akribisch habe er sich bereits mit dem gesamten Kader beschäftigt. Und weil er die Augen stets offen halte, habe er unter seinen Regionalligaspielen, die er vorwiegend auch in der Südwestliga per Livestream verfolge ("Die Bayern spielen ja nicht.") auch den VfR Aalen schon das eine oder andere Mal gesehen.

Demirtas bleibt Co-Trainer

Christian Demirtas wird Co-Trainer und Florian Beck Torwarttrainer bleiben. U19-Trainer Petar Kosturkov, der das Training am Dienstag interimsweise geleitet hat, wird im Trainerstab von Uwe Wolf bleiben.

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL