Uwe Wolf kassiert eine Abmahnung

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Stocksauer über seine Abmahnung verließ VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf die Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Astoria Walldorf.
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Zwischen VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore und VfR Aalen Cheftrainer Uwe Wolf ist Streit entbrannt.

Aalen.

Mit einem Eklat endete am Samstagnachmittag die Pressekonferenz nach dem Spiel des VfR Aalen gegen Astoria Walldorf im VIP-Raum der Ostalb-Arena. Nach seiner Spielanalyse entlud sich die Wut von VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf über die Abmahnung, die er vom Verein erhalten hat. Ohne sich den Fragen der anwesenden Journalisten zu stellen, verließ er den Raum.

„Jetzt muss ich ruhig sein, weil ich das meiner Mannschaft versprochen habe“, begann er, nachdem er sein Statement zur vorangegangenen 1:4-Niederlage gegeben hatte. „Sie wissen“, fuhr er fort: „Ich habe ein sehr enges Verhältnis mit meiner Mannschaft. Und jetzt darf ich nicht zu viel sagen. Aber man kann sich auch die Probleme hausgemacht machen. Wenn’s mal läuft, dann immer wieder irgendwelche Prügel sich in die Beine werfen – aus welchen Gründen auch immer. Fleißige Leute, ehrenamtliche Leute, die kriegen hier immer wieder Druck. Mein Funktionsteam ist weltklasse. Das sind Leute, die den VfR Aalen im Herzen tragen. So wie auch ich. Ich glaube, ich bin der erste Trainer, der hier den Rasen gemäht hat. Weil Dynamo Dresden gekommen ist und die Stadt das nicht auf die Beine gestellt hat, habe ich das Ding in die Hand genommen mit unserem Flex. Ich glaube, ich bin der, der hier die Kabine auskehrt. Ich glaube, ich bin der, der bis zum Schluss hier im VIP-Raum ist, der mit seiner Mama, die 78 Jahre ist, mit meinem Funktionsteam, immer wieder die Tische hinrichtet, dass sie stehen für die Hochschule. Und dann bekommst du eine Abmahnung. Dankeschön.“

„Völlig unakzeptable Dinge“

VfR Aalens Geschäftsführer Giuseppe Lepore bestätigte, dass er Uwe Wolf am vergangenen Donnerstag diese Abmahnung ausgesprochen habe. „Was geschehen ist, dazu äußere ich mich nicht“, betonte Lepore. Nur so viel: Es seien „völlig unakzeptable Dinge“ vorgefallen, die diese Abmahnung rechtfertigen würden und notwendig gemacht hätten. Lepore: „Es gibt verhaltensbedingte Gründe, die gleichen keine sportlichen Ergebnisse aus.“ Der Vorfall liege zwei Wochen zurück - nach dem 5:2-Heimspielsieg, den der VfR Aalen gegen die TSG Hoffenheim gefeiert hat.

„Kinderkram“

Was genau geschehen ist, darüber hält sich auch Uwe Wolf selbst bedeckt. „Es hat einen Vorfall gegeben“, bestätigte er. „Aber den hätte man auch anders aus der Welt schaffen können. Das war ein Kinderkram im Vergleich zu dem, was jetzt daraus gemacht worden ist.“ Ohne den Namen des VfR-Geschäftsführers zu nennen, betonte Wolf, dass er es nicht verstehen könne, „wie sich ein Freund, zwischen den offensichtlich kein Blatt passt, so verhalten kann.“ Wolf: „Von einem Freund erwarte ich etwas anderes.“

„Wir sind voll im Soll“

Die Mannschaft habe er von der Abmahnung erst am Samstag nach dem Spiel unterrichtet. Nur Kapitän Alessandro Abruscia habe Bescheid gewusst. Dennoch sei das Spiel gegen Walldorf damit „von der Aura dieses Vorgangs“ überschattet gewesen, wie das Beispiel des verschossenen Elfmeters Abruscias zeige. Dass das Match gegen Astoria Walldorf mit 1:4 verloren ging, das macht Uwe Wolf an der „fehlenden Gier“ fest, die der Mannschaft am Samstag fehlte. „In puncto Leidenschaft kann ich ihr nichts vorwerfen.“

Auch wenn es schön gewesen wäre, die Hinrunde mit einem Sieg abzuschließen, „weil wir damit auch den Abstand zur Abstiegszone hätten etwas weiter vergrößern können“, empfinde er diese Niederlage nicht als Rückschlag. Seine Jungs, so der VfR-Chefcoach, seien „auf einem guten Weg. Jeder sieht, dass sich die Mannschaft sportlich weiterentwickelt hat.“ Und das, obwohl sie über lange Zeit auf „gestandene Spieler verzichten musste.“ Angefangen bei Daniel Bernhardt über Sascha Korb, Jonas Arcalean, Benjamin Kindsvater und Daniel Stanese. Wolfs Fazit zum Abschluss der Hinrunde: „Wir sind voll im Soll. Die Zielvorgabe von Platz 7 haben wir zwar noch nicht erreicht. Da sind wir dran.“

„Es gibt verhaltensbedingte Gründe, die gleichen keine sportlichen Ergebnisse aus.“

Giuseppe Lepore, Geschäftsführer des VfR Aalen

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