Verfahren gegen Uwe Wolf eingeleitet

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Stuttgart , Fußball Regionalliga Südwest , VfB Stuttgart II vs. VfR Aalen , Jubel Aalen , von links: Trainer Uwe Wolf / Alessandro Abruscia *** Stuttgart , Football Regionalliga Südwest , VfB Stuttgart II vs VfR Aalen , Jubel Aalen , from left coach Uwe
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Die Regionalliga Südwest wirft dem Trainer des VfR Aalen „unsportliches Verhalten“ im Derby beim VfB Stuttgart II vor. Weißkopf: „Der Gesamteindruck des Spiels wurde kaputt gemacht.“

Uwe kann seine Emotionen da nicht einfangen.“

Michael Weißkopf, Präsidiumsmitglied des VfR Aalen

Stuttgart

Uwe Wolf muss zum Rapport. Bei der Regionalliga Südwest, die gegen den Trainer des VfR Aalen nach dessen Provokationen ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet hat. Und bei seinem Arbeitgeber, der die Vorfälle beim VfB Stuttgart II laut Michael Weißkopf „intern besprechen will“. Eines stellt das Präsidiumsmitglied aber schon im Vorfeld des Gesprächs klar: „Uwe muss seine Emotionen in den Griff kriegen.“

Das Video, das nach dem Schlusspfiff im Gazi-Stadion aufgenommen wurde, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Darauf zu sehen: Uwe Wolf, der die gegnerischen Fans provoziert, der mehrfach die Faust in Richtung Tribüne ballt und grinst. Geschäftsführer Giuseppe Lepore versucht dabei vergeblich, seinen Trainer aufzuhalten. Es war nicht einzige verbale Keilerei im Gazi-Stadion. Angefangen haben die Auseinandersetzungen beim Führungstreffer durch Mark Müller (22.). Wolf wandte sich den VfB-Fans hinter sich zu, provozierte dieses mit obszönen Gesten und sorgte für eine derart aggressive Stimmung, dass sogar der Sicherheitsdienst eingreifen musste. Die Meinungsverschiedenheiten gingen auch nach der Halbzeitpause weiter, in der 52. Minute sah der Trainer dann schließlich die gelbe Karte.

„Wir werden uns ernsthaft über dieses Thema mit Uwe unterhalten - aber intern“, sagt Michael Weißkopf. Was das Präsidiumsmitglied, das selbst auf der Tribüne saß, ärgert: „Durch diese Szene ist der Gesamteindruck kaputt gemacht worden. Unser überragendes Spiel wird jetzt auf diese Szene reduziert.“ Welche Konsequenzen die Aussetzer für den Fußballlehrer haben, will Weißkopf im Vorfeld des Gesprächs nicht sagen. Aber: „So umgänglich Uwe abseits des Spielfeldes ist: Während der 90 Minuten passiert irgendetwas mit ihm, und er kann seine Emotionen da nicht einfangen.“ Das Präsidiumsmitglied sagt, dass Wolf natürlich unter extremer Anspannung stehe. „Er weiß genau, dass er liefern muss, nachdem wir nicht gut gestartet sind.“ Aber auch in anderen Stadien seien schon Spieler vom Platz gegangen und „haben den Mittelfinger Richtung Tribüne gezeigt“. Was Weißkopf außerdem sagt: „Das ist jetzt keine Entschuldigung, aber was von der Tribüne aus passiert ist, war absolut nicht in Ordnung. Die VfB-Fans haben Uwe verbal beleidigt, das war unterste Schublade, und da man nicht immer nur lächeln.“ Und das Präsidiumsmitglied fügt hinzu: „Man muss sich schon fragen, warum der VfB Stuttgart seine Hooligans ausgerechnet hinter die VfR-Bank platziert. Denn ohne die Provokationen von der Tribüne wäre das alles nicht passiert.“

Den Weg mit Wolf weitergehen

Michael Weißkopf sagt allerdings auch, dass „wir mit Uwe schon lange über dieses Thema reden“. Denn: „Dass er emotional ist, ist bekannt.“ Aber: Wolf habe sich gebessert. „Und wir werden ihn dabei weiter unterstützen und mit ihm diesen Weg gehen. Das geht aber nicht von Heute auf Morgen.“ Außerdem wolle der VfR einen „echten Typen an der Seitenlinie“. Man werde Wolf daher „nicht verbiegen“, zumal „es unsere junge Mannschaft braucht, dass man sie fünf-, sechsmal anbrüllt“.

Weißkopf bestätigt, dass die Geschäftsführung der Regionalliga Südwest ein Sportgerichtsverfahren gegen Uwe Wolf eingeleitet hat. Der Vorwurf: „unsportliches Verhalten“. Es werde eine Anhörung geben, und der VfR Aalen werde eine Stellungnahme abgeben. „Ich kann aber nicht sagen, welche Konsequenzen es hat. Ob es eine Spielsperre gibt oder eine Geldstrafe.“

Und was sagt der Trainer? Uwe Wolf äußerte sich nach dem Abpfiff zu den Vorfällen: „Das gehört dazu zum Fußball. Das sind die schönsten Spiele, wenn man an der Linie beleidigt wird. Es ist doch schön, wenn man zum Schluss gewinnt, dann dürfen die alles zu mir sagen ...“

Ein Kommentar von Alexander Haag über die Provokationen von VfR-Trainer Uwe Wolf.

alex
alex
Emotionen, Uwe Wolf (Cheftrainer VfR Aalen), Vfb Stuttgart II - VfR Aalen, Fussball, Herren, Regionalliga Suedwest, 10. Spieltag, Saison 2021/2022, 28.09.2021,

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