Vertrag mit Jordan Brown aufgelöst

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Sein größter Moment im Trikot des VfR Aalen: Jordan Brown steht im Dezember 2020 zum Elfmeter bereit, verwandelt diesen sicher und sorgt im Auswärtsspiel bei Kickers Offenbach mit dem Treffer zum 2:0 für die Entscheidung.
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Nach nur 128 Tagen ist der Stürmer wieder weg: Der VfR Aalen kommt dem Wunsch des 24-jährigen Engländers nach, dem die Distanz zu seiner Familie zu groß ist.

Es sind nicht immer sportliche Gründe, die zu einer Trennung führen. Bei Jordan Brown ist es das Menschliche, das den Stürmer zu einem unerwarteten Schritt gezwungen hat: Der 24-Jährige vermisst seine Frau und sein kleines Kind so sehr, dass er um sofortige Vertragsauflösung gebeten hat. "Wir sind dem Wunsch von Jordan selbstverständlich nachgekommen", sagt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf. Brown gehört damit ab sofort nicht mehr zum Kader des Regionalligisten.

So richtig angekommen ist Jordan Antonio Brown auf der Ostalb nie. Der 24-Jährige, der in der Jugend bei Arsenal London das Fußballspielen gelernt hat, wurde erst am 22. Oktober 2020 nachverpflichtet. Der VfR Aalen war auf der Suche nach einem Mittelstürmer, und der Engländer mit jamaikanischen Wurzeln war zu haben. Brown schnürte zuvor die Kickschuhe für Cavalry FC in der kanadischen 1. Liga, wollte aber zurück nach Europa, weil er die Nähe zu seiner Frau und seinem knapp zweijährigen Kind suchte. Doch auch die Ostalb war ihm letztlich zu weit entfernt von Siegen, wo seine Familie lebt. "Es war nicht so einfach, mal kurz ins Siegerland zu fahren", sagt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf.

Brown sei deshalb mit dem Wunsch auf die VfR-Verantwortlichen zugekommen, seinen bis 30. Juni 2021 laufenden Vertrag sofort aufzulösen. Denn: Er wolle nicht länger getrennt sein von Frau und Kind. "Jordan ist damit nicht klargekommen, und das hat sich letztendlich auch auf seine sportlichen Leistungen ausgewirkt", sagt Weißkopf, der sich sicher ist, dass "Jordan beim VfR Aalen nie das gezeigt hat, was er wirklich drauf hat". Und: Das Präsidiumsmitglied sagt, dass der Verein dem Wunsch natürlich ohne zu zögern nachgekommen sei und Jordan habe gehen lassen. "Ich wünsche Jordan, dass er mit seiner Familie einen Platz findet, an welchem er Familie und Fußball vereinen kann und zu seiner alten sportlichen Leistung zurückfindet", sagt Weißkopf.

Beim VfR Aalen reißt der Weggang des Engländers keine allzu große Lücke. Auch weil im Winter neben Mohamed Morabet noch Angreifer Steffen Kienle verpflichtet wurde. Und an Letzterem ´gab's für Brown ohnehin kein Vorbeikommen, nachdem sich der Elchinger auf Anhieb als Volltreffer entpuppt hat. "Man muss schon ehrlich sein: Jordan hat mit Steffen einen Stürmer vor sich, an der er kaum vorbeikommt. Es war damit klar, dass Jordan nicht mehr die Spielzeiten bekommen wird, die er sich selbst gewünscht hätte", sagt Weißkopf. Auch das habe in Browns Entschluss sicherlich eine kleine Rolle gespielt.

Jordan ist damit nicht klar gekommen.

Michael Weißkopf VfR-Präsidiumsmitglied Sport

Brown stand für den VfR Aalen in 11 Regionalspielen auf dem Platz. Dabei erzielte er einen Treffer – beim Auswärtsspiel bei Kickers Offenbach traf er per Elfmeter zum 2:0-Endstand. Viel Kritik gab's dagegen nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Mainz 05 II, als der Angreifer für zwei überflüssige Fouls die gelb-rote Karte sah und das Team unnötig geschwächt hat.

Nach exakt 128 Tagen ist Jordan Brown schon wieder Geschichte beim VfR Aalen. Und er wird auch nicht ersetzt. "Durch Steffen Kienle und Mohamed Morabet war unser Kader einen Tick zu groß. Jetzt passt es, und wir werden für Jordan keinen weiteren Spieler holen und sicher nicht nachlagen", sagt Weißkopf.

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