VfR Aalen: Der Siegtreffer fällt in der 91. Minute

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Ausgelassener Jubel: Jonas Arcalean zieht nach seinem Treffer zum 2:1 das Trikot aus.
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Partystimmung zum Auftakt: Der VfR Aalen liegt früh zurück und gewinnt dank eines Last-Minute-Treffers von Jonas Arcalean mit 2:1 (1:1) beim SGV Freiberg. Trainer Tobias Cramer: „Wir hatten mehr Körner.“

Freiberg am Neckar

Jonas Arcalean riss sich das Trikot vom Leib und nahm die gelbe Karte gerne in Kauf. Der Torjäger sicherte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit dem VfR Aalen den 2:1 (1:1)-Sieg beim Aufsteiger SGV Freiberg. Der Saisonstart ist geglückt, auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah. Und Trainer Tobias Cramer gab hinterher zu, dass er sich zunächst Sorgen gemacht hat.

Das erste Tor in der neuen Regionalliga-Saison fiel in Freiberg. Exakt 3:27 Minuten waren gespielt, als der Aufsteiger bei seiner Ligapremiere jubeln durfte. Eckball Marcel Hofrath, Kopfball Ouadie Barini, 1:0. So einfach kann's gehen, und so einfach ist's auch in der Folgezeit immer wieder passiert. Nach 20 Minuten köpfte Barini erneut freistehend drüber, und nach 22 Minuten kam der Ex-Aalener erneut nach einem Eckball von Hofrath per Kopf an den Ball, diesmal klärte Vico Meien auf der Linie. „Ja, ich habe mir Sorgen gemacht, weil die Standardsituationen enorm gefährlich waren“, sagt Cramer. Auch sonst diktierten die Freiberger das Geschehen und waren die spielbestimmende Elf. Aber: Mit dem ersten gelungenen Spielzug schlug der VfR Aalen sofort zurück. Sean Seitz passte zu Holger Bux, der brachte in Bedrängnis Seitz wieder ins Spieler, und der Angreifer vollendete freistehend zum 1:1 (31.). Der Aufsteiger war nur kurz geschockt und kam zu weiteren guten Möglichkeiten. Christian Mauersberger (39.) und erneut der Ex-Aalener Barini (41./ 42.) wussten diese aber nicht zu nutzen. Das 1:1 zur pause war aus Aalener Sicht ein äußerst schmeichelhaftes Unentschieden.

Jonas Arcalean trifft zum 2:1

Auch nach der Seitenwechsel war es zunächst der Aufsteiger, der den Ton angab - und erneut in Führung hätte gehen können. Einen Volleyschuss von Amar Cekic blockte Kristjan Arh Cesen (47.), und erneut Cekic scheiterte im Eins-gegen-Eins am glänzend reagierenden VfR-Keeper Michel Witte (52.). Erneut Mauersberger spazierte ungestört durch die Aalener Hintermannschaft, zielte dann aber zu ungenau (60.). „Wir haben den Gegner 65 Minuten komplett beherrscht. ich notiere mir immer die Chancen, ich habe ein Chancenverhältnis von 14:1“, sagte SGV-Trainer Holger Gehrmann hinterher.

Cramer reagierte nach gut einer Stunde, brachte mit Jonas Arcalean und Paolo Maiella zwei frische Kräfte - und er bewies damit ein glückliches Händchen. Vor allem Arcalean sorgte für viel Schwung im Sturmzentrum. Der 25-Jährige hatte direkt nach seiner Einwechslung zwei gute Möglichkeiten, zum Tor hat's aber noch nicht gereicht (68./ 73.). Eine Viertelstunde vor Schluss war's dann soweit: Maiella schob den Ball über die Linie - der Unparteiische hatte zuvor aber ein Handspiel erkannt.

Freiberg war nun stehend k.o., und er spielte nur noch der viel frischere VfR Aalen. Als Arcalean die nächste Großchance ausließ und Alessandro Abruscia den Nachschuss an den Pfosten hämmerte (87.), stellten sich viele auf eine Punkteteilung ein. In der Nachspielzeit verlor dann aber Yannick Thermann den Ball gegen Mark Müller, der bediente Jonas Arcalean, der zum vielumjubelten 2:1-Sieg einschoss (90.+1). Fassungslosigkeit beim Aufsteiger, ausgelassener Jubel beim VfR. Die Fans und die Mannschaft feierten den perfekten Start in die neue Runde.

„Wir hatten heute mehr Körner gehabt als der Gegner, und dementsprechend war's hinten raus ein verdienter Sieg“, sagt ein glücklicher Tobias Cramer. Sein Gegenüber Ramon Gehrmann haderte mit dem Ergebnis. „Das Tragische an diesem Spiel ist, dass wir uns nicht belohnt haben. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“

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Er kam, vergab gute Chancen und traf in der 91. Minute entscheidend: Angreifer Jonas Arcalean vom VfR Aalen im Interview.

Stimmen zum Spiel: „Hinten raus waren wir fitter und haben uns belohnt“

Alessandro Abruscia, VfR-Kapitän: „Es fühlt sich gut an, mit einem Sieg zu starten. Und das macht es auch für die kommenden Wochen einfacher. Wir sind sicherlich noch nicht überall perfekt, aber das darf man auch nicht erwarten. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Chancen zugelassen, aber nach der Pause haben wir es viel besser gemacht.“

Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: „Großes Kompliment an unsere Mannschaft, das war eine große Willensleistung und ein absolut verdienter Sieg, weil wir in der zweiten Halbzeit konditionell viel mehr zuzusetzen hatten als der SGV Freiberg.“

Mark Müller, VfR-Mittelfeldspieler: „Wir hatten einen unglücklichen Start, haben uns danach aber gefangen. Es war ein offenes Spiel, in dem wir cooler waren und verdient das 2:1 gemacht haben. Wenn man nach vier Minuten in Rückstand geht, macht man sich natürlich Sorgen, aber das hat sich schnell gelegt.“

Leon Volz, VfR-Rechtsverteidiger: „Erste Halbzeit war schwierig reinzukommen, weil wir nicht genau wussten, wo wir stehen. Deren Standards waren sehr gefährlich, das müssen wir verbessern. Aber hinten raus waren wir fitter und haben uns belohnt.“

Tobias Cramer, VfR-Trainer: „Wir haben am Anfang sehr viel Stress gekriegt. Aber wir haben uns reingekämpft. Und wir sind fit.“⋌alex

Die Profis des VfR Aalen feiern mit ihren Fans den 2:1-Sieg in Freiberg.
Jonas Arcalean trifft zum entscheidenden 2:1 in der Nachspielzeit.
Packendes Spiel zum Auftakt: Der VfR Aalen schlägt Freiberg mit 2:1.
Matchwinner Jonas Arcalean.
Die Profis des VfR Aalen feiern das 1:1 durch Sean Seitz.
Tolle Unterstützung: Die Fans des VfR Aalen feuerten ihre Mannschaft 90 Minuten lang an.

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