VfR Aalen feiert späte Schützenhilfe: Abstieg nur noch theoretisch möglich

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Der Schock in Hoffenheim: Steffen Kienle wird schwer verletzt abtransportiert und in die Klinik nach Sinsheim gebracht - mit Verdacht auf Achillessehnenabriss.
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Nach dem Last-Minute-Sieg von Kickers Offenbach gegen die SG Sonnenhof Großaspach sind die Ostälbler so gut wie gerettet. Große Sorgen um Torjäger Steffen Kienle.

Hoffenheim / Aalen

Sechs Punkte Vorsprung, dazu das klar bessere Torverhältnis: Der VfR Aalen hat zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt quasi in der Tasche, weil der Aufstiegsaspirant Kickers Offenbach späte Schützenhilfe geleistet hat und den letzten verbleibenden VfR-Konkurrenten SG Sonnenhof Großaspach dank eines Treffers in der 90. Minute mit 1:0 (0:0) besiegt hat. Feierlaune herrscht auf der Ostalb trotzdem nicht - zu schwer ist die Verletzung von Top-Torjäger Steffen Kienle.

„Ich dachte zuerst, dass mir ein Gegenspieler aus Frust in die Wade getreten hat“, sagt der Stürmer. Schnell war dem 27-Jährigen klar, dass kein anderer an der Szene in der 41. Minute beteiligt war, die zu der folgenschweren Verletzung geführt hat. Kienle lief langsam an und fiel plötzlich auf den Rasen des Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadions. Die Mitspieler signalisierten sofort, dass etwas Schlimmeres passiert sein muss. „Die Achillessehne ist voraussichtlich gerissen. Wenn ich viel Glück habe, ist sie nur angerissen“, sagt Kienle, er hat allerdings wenig Hoffnungen auf gute Nachrichten. Eine Kernspintomographie soll schnellstmöglich Klarheit bringen. Doch egal, wie die genaue Diagnose ausfällt, „es wird seine Zeit dauern“, sagt der Pechvogel, für den es die erste sorgenfreie Saison seit seinem Kreuzbandriss im Oktober 2018 war. „Jetzt kommt sie wieder: die gehasste Reha“, sagt der Angreifer frustriert.

Vor Sieg seiner Mannschaft, den er mit seinem frühen Treffer zum 1:0 (4.) einleitete, hat er erst um 23.30 Uhr in der Klinik erfahren. „Ich hatte kein Handy“, sagt der 27-Jährige. Wobei er noch im Krankenwagen den Torjubel im Stadion gehört hat. „Die Rettungskräfte sagten mir, dass meine Mannschaft gerade das 2:0 gemacht hat. Da wusste ich, dass wir diesen Sieg über die Zeit schaukeln werden“, sagt Kienle und fügt hinzu, dass „der Tag deshalb nicht ganz beschissen war“.

Jetzt geht's um die Trainerfrage

Und seit Sonntagnachmittag ist das 2:0 von Hoffenheim sogar noch mehr wert: 89 Minuten lang hielt die SG Sonnenhof Großaspach ein 0:0 beim Aufstiegsaspiranten, dann schoss der Offenbacher Dejan Bozic mit seinem Last-Minute-Tor den „Dorfverein“ praktisch in die Oberliga. „Jetzt sage ich, dass wir durch sind“, sagt Kienle angesichts des Vorsprungs zwei Spieltage vor Schluss. Denn: Großaspach müsste beide Spiele gewinnen, der VfR Aalen beide verlieren und dazu noch 12 Tore einbüßen. Das ist wenig realistisch. Zumal auch noch Hoffenheim II und der FSV Frankfurt zwischen den beiden Württembergern rangieren.

Heißt: Ab sofort gilt die Konzentration abseits des Platzes der Saison 2022/2023. Und da hat Geschäftsführer Giuseppe Lepore jede Menge Arbeit vor sich. Priorität eins: die Trainerfrage. Steffen Kienle sagt zwar, dass er „daran bislang noch keinen Gedanken verschwendet hat“, aber diese Entscheidung drängt nun. Der Vertrag von Interimstrainer Christian Demirtas läuft aus, der 37-Jährige weiß aktuell nicht, wie es für ihn weitergeht. Lepore hat immer wieder betont, dass der Klassenerhalt über allem stehe und alles andere hinter angestellt werde.

Aber: Inzwischen gibt es Meldungen, dass der VfR Aalen ohne seinen jetzigen Interimstrainer plane. Außerdem wurde ein möglicher Nachfolger genannt: Jens Kiefer, derzeit Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der SV Elversberg. Lepore will sich zu dieser Personalie nicht äußern, er sagt nur, dass „bislang keine Entscheidung getroffen wurde“. Das wird sich jetzt schnell ändern.

Ich sage, dass wir jetzt durch sind.“

Steffen Kienle, Torjäger des VfR Aalen

Daheim gegen Kassel, dann bei Astoria Walldorf

Zwei Spiele muss der VfR Aalen in der Saison 2021/2022 noch absolvieren: Zuerst das Heimspiel am 7. Mai gegen Hessen Kassel und zum Abschluss am 14. Mai bei Astoria Walldorf.

Der Schock in Hoffenheim: Steffen Kienle wird schwer verletzt abtransportiert und in die Klinik nach Sinsheim gebracht - mit Verdacht auf Achillessehnenabriss.
Der Schock in Hoffenheim: Steffen Kienle wird schwer verletzt abtransportiert und in die Klinik nach Sinsheim gebracht - mit Verdacht auf Achillessehnenabriss.

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