VfR Aalen feuert Geschäftsführer Giuseppe Lepore

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Paukenschlag kurz vor dem Trainingsstart: Der VfR Aalen hat seinen Geschäftsführer Giuseppe Lepore mit sofortiger Wirkung freigestellt.
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Paukenschlag kurz vor dem Trainingsstart: Der insolvente Verein stellt mit sofortiger Wirkung seinen umstrittenen Geschäftsführer frei. Der 49-Jährige hat nichts geahnt: "Natürlich bin ich enttäuscht".

Aalen. Was viele Fans seit Wochen gefordert haben, ist jetzt eingetreten: Der VfR Aalen hat sich mit sofortiger Wirkung von Giuseppe Lepore getrennt. Der Geschäftsführer hat sein Büro in der Geschäftsstelle im Stadionweg 5 bereits geräumt und übergeben. Seine Aufgaben teilen sich vorerst die Mitglieder des Präsidiums und Aufsichtsrats, allerdings will der insolvente Verein zeitnah eine andere Lösung finden.

Giuseppe Lepore hatte nichts geahnt. Unmittelbar vor der Trennung hat der bisherige Geschäftsführer noch zur Personalie Sascha Korb Auskunft gegeben und diese Zeitung über dessen Wechselabsichten zu Kickers Offenbach informiert. Dann folgte der Paukenschlag: Lepore sagt, dass zwei Rechtsanwälte der der Ulmer Kanzlei SGP Schneider, Geiwitz & Partner sowie Präsident Walter Höffner und Aufsichtsrat Peter Peschel in sein Büro gekommen seien und ihm die Nachricht von der Trennung überbracht hätten. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt der 49-Jährige und fügt hinzu, dass „ich mir nichts vorzuwerfen habe“. Dass viele Fans zuletzt seine Entlassung gefordert haben, habe ihn getroffen. Aber: „Das hier sind tolle Fans, und die machen sich einfach Sorgen um ihren Verein. Sie haben sich dann zuerst das Präsidium zur Brust genommen, dann mich.“ Das habe dann zu den Spruchbändern am Block geführt. Lepore hat noch am Freitagnachmittag Aalen verlassen. „Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen.“

Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf will und darf sich angesichts des Insolvenzverfahrens öffentlich nicht zum neuerlichen Beben äußern. Das übernehmen jetzt die Insolvenzverwalter. „In Abstimmung mit dem Präsidium und dem Aufsichtsrat wird an einer Neustrukturierung der Arbeitsbereiche des Vereins gearbeitet. So werden Mitglieder des Aufsichtsrats und des Präsidiums künftig verschiedene Aufgaben des Geschäftsführers und Sportlichen Leiters übernehmen, und ein Teil der organisatorischen Bereiche werden auf andere ehrenamtlich tätige Personen sowie auf Mitarbeiter verteilt“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Insolvenzverwalter um Patrick Wahren, der seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Entscheidungen trifft. Natürlich sei die Trennung „in Absprache mit dem Präsidium und dem Aufsichtsrat“ getätigt worden.

Bereits vor der offiziellen Mitteilung hat der VfR Aalen seine Partner und Sponsoren informiert: „Bevor die Gerüchteküche brodelt, teile ich euch mit, dass die Insolvenzverwaltung nach Rücksprache mit dem Präsidium und Aufsichtsrat den Geschäftsführer Giuseppe mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit freigestellt hat.“

Lepore ist nach dem Abstieg aus der 3. Liga am 23. August 2019 zum VfR Aalen gekommen. Der Deutsch-Italiener war zuvor bei Wormatia Worms, SVN Zweibrücken, Hessen Kassel und dem Karlsruher SC in verschiedenen Funktionen tätig. Beim VfR Aalen hatte der Geschäftsführer zunächst Roland Seitz als Trainer unter sich. Nach dessen Entlassung im März 2021 holte Lepore den Fußballlehrer Uwe Wolf als neuen Trainer auf die Ostalb. Allerdings kam es schon Ende 2021 zum Zerwürfnis, Lepore und Wolf hatten sich nach mehreren Vorfällen nichts mehr zu sagen, und am 17. Februar 2022 musste dann auch der zweite Trainer unter Lepore gehen. Nachdem Christian Demirtas nur eine Übergangslösung bis Saisonende war, holte der Geschäftsführer im Sommer 2022 Tobias Cramer als neuen Trainer. Auch ihn kannte er aus vergangenen Stationen.

Spruchbänder gegen Lepore

Zu diesem Zeitpunkt wuchs in der Fanszene bereits die Kritik an Lepore. Als der VfR Aalen am 26. Oktober erneut in die Insolvenz gehen musste, hatten viele im Geschäftsführer den Hauptverantwortlichen fürs Scheitern gefunden. Die Ultras forderten vor der Winterpause auf Spruchbändern vehement die Entlassung von Giuseppe Lepore.

Die wurde nun am Freitag, den 13. Januar vollzogen.

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Kommentar von Alexander Haag: Rauswurf von Giuseppe Lepore ist alternativlos

Reaktionen auf Facebook zur Trennung von Lepore

Wilhelm Hammer: „Die Ratten verlassen nicht mehr das Schiff, sondern werden vorher endlich gefeuert. Und nun Aufsichts- und Ehrenrat?“

Stef Au: „Endlich eine gute Nachricht. Das war längst überfällig.“

Alexander Krajnc: „Ich hoffe, es ist nicht zu spät. Aber definitiv die richtige Entscheidung und richtige Weg.“

Berthold Schaupp: „Das sind aber auch wieder Kosten, die der Verein nicht hat. Denn ein neuer Geschäftsführer kostet auch wieder Geld.“

Martin Sel: „Zu spät.“

Flo Gothzilla: „Alles Gute für die Zukunft.“

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