VfR Aalen ist nicht mehr zu bremsen

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Regionalliga Südwest , Saison 2021/2022 , 12. Spieltag , FC 08 Homburg (rosa-schwarz) empfängt VfR Aalen (blau-blau) . Im Bild Aalen's Jubel nach dem Tor zum 0:1 .
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Die Ostälbler landen mit 1:0 in Homburg ihren vierten Sieg in Folge. Cheftrainer Uwe Wolf muss die Partie von der Tribüne aus ansehen. Mark Müller der Torschütze.

Homburg. Heftige Kritik erfuhren VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf und die Vereinsführung nach dem miserablen Saisonstart. Nach vier Siegen in Folge ist die Elf von Uwe Wolf plötzlich die Mannschaft der Stunde in der Regionalliga Südwest. Mit 1:0 hat der VfR Aalen am Samstag in Homburg gewonnen, dabei seinen vierten Sieg in Folge gelandet und sich in der Tabelle auf Rang sieben nach oben geschoben. Von Abstiegskampf redete nach dem Abpfiff im sonnigen Homburger Waldstadion niemand mehr. „Wir werden jetzt nicht abheben“, sagte Ali Odabas. „Aber ich glaube, dass wir den Blick nun auch etwas nach oben richten dürfen.“

Demirtas coacht für Wolf

Trainer Uwe Wolf hörte es gerne. Der Chefcoach selbst musste die Partie allerdings von der Tribünen aus betrachten. Auf der Busfahrt vom Hotel ins Stadion erfuhr er davon. Für ihn übernahm Co-Trainer Christian Demirtas das Kommando am Spielfeldrand.

Der Cheftrainer war nicht der Einzige, auf den der VfR im Homburger Stadionkarree verzichten musste. Die Spieler Sascha Kolb, Leon Volz, Jonas Arcalean und Manuel Botic mussten verletzt passen. Außerdem mussten die Ostälbler auch auf seinen torgefährlichen Spielgestalter Alessandro Abruscia verzichten, der wegen seiner fünften gelben Karte eine Spielpause einlegen musste. Für ihn trug Ali Odabas die Kapitänsbinde am Arm.

Der Innenverteidiger zählte mit zu den Garanten des Aalener Erfolgs, den Aalens Schlussmann Tim Paterok treffend beschrieb: „Wir stehen so gut geschlossen in den Reihen, dass der Gegner es einfach nicht schafft, durchzukommen. Es macht einfach Spaß, von hinten zu sehen, wie die Jungs sich in den Ball schmeißen.“ Was dennoch durchkam, das klärte Aalens neuer Keeper, der in der vergangenen Woche in Mögglingen ein neues Zuhause bezogen hat, am Ende selbst. So wie in der 32. Minute, als Homburgs Angreifer Markus Mendler durchgebrochen war, gegen den herauseilenden Paterok aber zu spät kam.

Keine zwei Minuten später zappelte das Leder zur Aalener 1:0-Führung auf der anderen Seite im Netz. Benjamin Kindsvater hatte einen Freistoß zu Holger Bux befördert. Von dort gelangte der Ball zu Mark Müller, der direkt unter die Latte köpfte. „Ich glaube, mein letztes Kopfballtor habe ich in der U17 erzielt“, freute sich der 20-Jährige.

Aggressiv und temporeich

Der Führungstreffer war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Beide Teams waren von Beginn aggressiv und temporeich zu Werke gegangen. Und es waren die Aalener, die sich zunächst als das dominante Team zeigten. Ohne sich jedoch echte Torchancen erspielen zu können. Auch die Gastgeber vermochten es lange Zeit nicht, gefährlich vor dem VfR-Gehäuse aufzutauchen. Seonghoon Cheon und Markus Mendler hatten es deshalb vergeblich mit Schüssen aus der zweiten Reihe versucht. Lediglich in der Schlussphase der ersten Halbzeit brannte es dreimal in Folge heftig im VfR-Strafraum. Paterok war zur Stelle und rettete die 1:0-Führung in die Halbzeitpause.

Gleich nach Wiederanpfiff vergaben zunächst Kindsvater und dann Bux im Nachschuss die 2:0-Führung für die Gäste. Beide Male klärte Homburgs Marco Hingert auf der Linie.

Chance liegen gelassen

Das Tempo der ersten Halbzeit war in den zweiten 45 Minuten raus aus der Partie. Homburg drängte immer vehementer auf den Ausgleich. Das Geschehen spielte sich zusehends in der Hälfte des VfR Aalen ab. In der 69. Minute war Tim Paterok noch einmal richtig gefordert. Dann ließ Benjamin Kindsvater die Chance, den Sack frühzeitig zuzumachen, liegen, als er alleine auf FCH-Torhüter David Salfeld zulief, ihn aber nicht überwinden konnte.

So aber zitterte sich der VfR Aalen weiter durchs Spiel, hielt dem Druck Homburgs konsequent stand und feierte am Ende einen hart erkämpften, aber verdienten 1:0-Sieg.

FC Homburg: Salfeld - Plattenhardt, Reuss, Scholz, Schuck (77. Stegerer) - Hingert - Weiss, Ristl, Mendler - Cheon, Marceta.

VfR Aalen:Paterok (Note 2) - Knipfer (2), Windmüller (2), Odabas (2), Heckmann (2) - Stanese (2,5; 79. Arslan/- ), Elfadli (3) - M. Müller (2; 90. Schmidt/-), Kindsvater (3; 90. ArhCesen/-) - Kienle (2,5), Bux (3,5; 66. Seitz/-)


Tore: 0:1 M. Müller (34.)


Gelbe Karten: Reuss, Hindert - Heckmann


Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Düdelsheim)


Zuschauer: 1321

Bes . Vorkommnis: VfR-Cheftrainer Uwe Wolf muss auf der Tribüne Platz nehmen

„Ich glaube, mein letztes Kopfballtor habe ich in der U17 erzielt.“

Mark Müller, Siegtorschütze des VfR Aalen
  • Von den drei Spielen Sperre auf dem Weg vom Hotel ins Stadion erfahren
  • Drei Spiele Sperre. So lautet das Urteil Sportgerichts für das Fehlverhalten Uwe Wolfs gegenüber den VfB-Fans beim Spiel gegen die Bundesligareserve des VfB Stuttgart im Gazi-Stadion. Eingegangen sei dieses Urteil, so VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore, am späten Donnerstagabend. Der Verein habe sofort Berufung eingelegt und darum gebeten, das sofortige Inkrafttreten bis zu einer neuerlichen Verhandlung zu verschieben. Bis zuletzt habe man gehofft, dass diesem Antrag entsprochen werde.
  • Das Sportgericht der Regionalliga Südwest hat die aufschiebende Wirkung abgelehnt. Die Mitteilung darüber sei auf dem Smartphone Lepores am Samstag während der Spielerbesprechung in Homburg eingegangen. Gelesen habe er sie danach. Auf der Fahrt im Bus vom Hotel ins Stadion habe er Trainer Wolf darüber in Kenntnis gesetzt. Für den VfR-Trainer hat dies bedeutet, dass er auf der Tribüne Platz nehmen muss.
  • Dennoch erhalte der VfR Aalen in einer digitalen Anhörung im Laufe dieser Woche - wahrscheinlich am Donnerstagabend - die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Hoffnung sei, so Lepore, dass wenigstens die beiden anderen Spielsperren für nichtig erklärt werden.
  • Dass Uwe Wolf von der Tribüne aus über Ersatzspieler Michael Schaupp und Giuseppe Lepore an Co-Trainer Christian Demirtas offensichtlich Informationen weitergegeben hat, darüber entzündete sich Streit auf der Tribüne mit Homburger Fußballfans.
  • Um zu verhindern, dass die Emotionen hochkochen, haben VfR-Cheftrainer Uwe Wolf und Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf die Haupttribüne verlassen. wr
Regionalliga Südwest , Saison 2021/2022 , 12. Spieltag , FC 08 Homburg (rosa-schwarz) empfängt VfR Aalen (blau-blau) . Im Bild Homburg's Jannis Reuss (4) und Aalen's Steffen Kienle (23) .
Regionalliga Südwest , Saison 2021/2022 , 12. Spieltag , FC 08 Homburg (rosa-schwarz) empfängt VfR Aalen (blau-blau) . Im Bild Homburg's Damjan Marceta (14) und Aalen's Ali Odabas (17) .
Regionalliga Südwest , Saison 2021/2022 , 12. Spieltag , FC 08 Homburg (rosa-schwarz) empfängt VfR Aalen (blau-blau) . Im Bild Aalen's Trainer Uwe Wolf .
Uwe Wolf, Michael Schaupp und Michael Weißkopf auf der Tribüne in Homburg.

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