VfR Aalen: Kienle sichert ersten Auswärtssieg

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Emotionen, Jubel, tor 0:1 durch Mark Mueller (VfR Aalen #19), Vfb Stuttgart II - VfR Aalen, Fussball, Herren, Regionalliga Suedwest, 10. Spieltag, Saison 2021/2022, 28.09.2021,
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Zweiter Dreier in Folge: Die Ostälbler dominieren beim VfB Stuttgart II und gewinnen hochverdient mit 2:1 (1:1). Uwe Wolf provoziert und legt sich mit den VfB-Fans an.

Stuttgart.

Mit einem Punkt wäre er zufrieden gewesen. Dass es am Dienstagabend im Gazi-Stadion gar drei geworden sind, macht Uwe Wolf stolz. „Da war eine Mannschaft mit Zusammenhalt auf dem Platz, die frech und abgezockt war“, sagte der Trainer des VfR Aalen nach dem überzeugenden 2:1 (1:1)-Sieg beim VfB Stuttgart. Es war das erste Erfolgserlebnis der Ostälbler in der Fremde und der zweite Dreier in Folge.Der bis dahin auswärtsschwache VfR Aalen strotzte nach dem jüngsten Heimsieg gegen die SG Sonnenhof Großaspach vor Selbstvertrauen und übernahm von Anfang an das Kommando. Die spielerisch hochtalentierten Stuttgarter dagegen konnten ihre Klasse in den ersten 45 Minuten fast nie zeigen, stattdessen wirkten sie teilweise wie überforderte Jugendspieler, die mit der aggressiven und druckvollen Spielweise der Aalener große Probleme hatten. Und das spiegelte sich auch in den Torchancen wieder. Der VfR attackierte früh, und das führte zur ersten Möglichkeit, die Steffen Kienle im Strafraum verstolperte (6.). Mark Müller (12.), Jonas Arcalean (15.) und Benjamin Kindsvater (17.) versuchten es aus der zweiten Reihe, zunächst fehlte aber die Präzision.

Die Faust geballt

Die zeigte dann Mark Müller. Der 20-Jährige legte sich den Ball am Sechzehner kurz vor und hämmerte die Kugel platziert ins linke obere Toreck - 0:1 (22.). Jubel auf dem Platz - und unschöne Szenen nach dem Treffer am Spielfeldrand: VfR-Trainer Uwe Wolf, der sich zuvor schon mit den VfB-Fans ein Wortgefecht geliefert hatte, ballte nach dem Führungstor viermal die Faust in Richtung Haupttribüne und provozierte damit die Anhänger der Roten. Die reagierten mit wüsten Beschimpfungen, und angesichts der aggressiven Stimmung auf den Rängen musste schließlich sogar der Sicherheitsdienst auflaufen. Auf dem Platz dagegen glänzten die Aalener. Und Gino Windmüller hätte per Kopf auf 2:0 stellen können, doch im Strafraum stand der eigene Mitspieler im Weg (27.).

Eine einzige Unachtsamkeit allerdings führte gleich zum Ausgleich. Manuel Polster setzte sich auf der linken Außenbahn gegen Sascha Korb durch und passte flach in den Strafraum, wo Torjäger Alou Kuol Eduard Heckmann ganz schlecht aussehen ließ - 1:1 (29.). „Das Unentschieden ist aus VfB-Sicht sehr glücklich, ich hatte von den Stuttgartern viel mehr erwartet“, sagte Ex-VfR-Trainer Norbert Stippel in der Halbzeitpause.

Und die Stuttgarter ließen auch im zweiten Durchgang zweimal ihre hohe Qualität in der Offensive aufblitzen. Nach einem langen Ball war Sascha Korb im Laufduell gegen Polster chancenlos, Keeper Tim Paterok aber war zur Stelle (56.). Und Heckmann rettete nach einem Eckball für seinen bereits geschlagenen Torwart auf der Linie (63.). Der VfR Aalen ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und spielte konzentriert, aggressiv und leidenschaftlich weiter.

Ende einer langen Durststrecke

Mit Erfolg. VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger hatte gerade seinen Sitzplatz auf der Haupttribüne verlassen, da zirkelte Alessandro Abruscia einen Freistoß in den Strafraum. Steffen Kienle stieg am höchsten und köpfte den Ball zum erneuten Führungstreffer ins Tor (75.). Der Torjäger, der nach seiner langen Durststrecke nun auch im zweiten Spiel nacheinander traf, hätte vier Minuten später alles klar machen können. Doch VfB-Keeper Florian Schock streckte sich und entschärfte den technisch feinen Schlenzer (79.) des 26-Jährigen. In der Schlussphase warfen die Stuttgarter noch einmal alles nach vorne, VfR-Keeper Tim Paterok musste allerdings nicht mehr ernsthaft eingreifen. Zu harmlos war die hoch gelobte Offensive an diesem Abend.

Dann war Schluss. Aus der Kabine des VfR Aalen dröhnte laute Partymusik, und Uwe Wolf genoss den nächsten Triumph. „Wir haben kaum etwas zugelassen, und wenn man sieht, was für Möglichkeiten wir hatten, ist der Sieg hochverdient. Das war eine ganz, ganz tolle Leistung meiner Mannschaft“, bilanzierte Wolf. Dass er mit seinen Provokationen für eine hitzige Atmosphäre im Gazi-Stadion gesorgt hat, nahm er dann auch gelassen: „Ach, das sind doch die schönsten Spiele, wenn man beleidigt wird. Und wenn man dann noch gewinnt, dann dürfen die alles zu mir sagen.“

Bereits am Samstag geht‘s gegen den FSV Frankfurt weiter. Dann hat der Trainer die eigenen Fans hinter sich.

VfB: Schock - Pereira da Silva, Bazzoli, Nothnagel, Cissé (80. Stein) - Weil, Michel (80. Maglica), Celebi (46. Wolf / 48.Rekdal) - Kudala, Kuol (60. Kastanaras), Polster

VfR: Paterok (Note 2,5) - Korb (3; 70. Seitz /-), Windmüller (2), Odabas (2,5), Heckmann (2,5) - Elfadli (2,5), M. Müller (2) - Arcalean (3), Abruscia (2,5; 80. Stanese /-), Kindsvater (2,5) - Kienle (2; 86. Bux /-)

Tore: 0:1 M. Müller (22.), 1:1 Kuol (29.), 1:2 Kienle (75.)

Gelbe Karten: Bazzoli, / Abruscia, Elfadli, Kindsvater, Kienle

Bes. Vorkommnis: Gelbe Karte für Uwe Wolf (52.)

Schiedsrichter: Daniel Greef (Otterbach)

Zuschauer: 560

Dann dürfen die alles zu mir sagen …“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen
Uwe Wolf (Cheftrainer VfR Aalen), Vfb Stuttgart II - VfR Aalen, Fussball, Herren, Regionalliga Suedwest, 10. Spieltag, Saison 2021/2022, 28.09.2021,
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