VfR Aalen mit zähem 0:0-Remis und Daniel Bernhardts Abschied

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Alessandro Abruscia während eines Zuspiels.
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Der letzte Auftritt im eigenen Stadion blieb in einem müden Kick gegen Hessen Kassel torlos. Der Abschied des verletzten VfR-Keepers Daniel Bernhardt stahl dem Spiel die Show.

Aalen

Das letzte Heimspiel der Saison 2021/2022 wird vielen VfR-Fans in Erinnerung bleiben.

Nicht weil die anwesenden 1 328 Zuschauer am Samstagnachmittag einem zähen 0:0-Unentschieden gegen Hessen Kassel beiwohnten, sondern weil vor Anpfiff der Begegnung ein VfR-Urgestein offiziell verabschiedet wurde: Torwart Daniel Bernhardt. „Danke für die 13 Jahre Vertrauen in mich“, bedankte sich der verletzte VfR-Torhüter bei den Anhängern. „Ich stehe dem VfR Aalen weiterhin zur Verfügung, wenn sie mich brauchen und mich wollen.“

Der an der Schulter verletzte Keeper hätte an diesem Samstagnachmittag durchaus zwischen den Pfosten stehen können, denn die Gäste aus Hessen strahlten über die gesamte Spielzeit keine echte Torgefahr aus. VfR-Schlussmann Tim Paterok pflückte hin und wieder einige Bälle aus der Luft - wirkliche Herausforderungen gab es für ihn nicht.

Mehr vom Spiel, aber zu harmlos

Stattdessen versuchten die Aalener das Heft des Handelns zu übernehmen und kamen nach einer guten Viertelstunde durch Flügelspieler Leon Volz per Kopf zu einer Halbchance. Sein Versuch segelte deutlich über den Kasten von Kassels Schlussmann Maximilian Zunker (16.).

Die körperliche Überlegenheit des KSV machte es dem VfR schwer, vorne klare Torchancen herauszuspielen. Der schlaksige Holger Bux als einzige Sturmspitze kämpfte gegen eine Abwehrreihe von KSV-Hünen unermüdlich an, ohne aber zum Abschluss zu kommen. VfR-Coach Christian Demirtas lobte sein Team nach Schlusspfiff: „Die Jungs haben das richtig gut gemacht. Wir wussten, dass Kassel eine robuste Mannschaft ist, die als Kollektiv agiert.“

Das Kasseler-Kollektiv beschränkte sich jedoch zusehends auf die Defensive und ließ die Ostälbler gewähren.

VfR-Kapitän Alessandro Abruscia prüfte den KSV-Schlussmann mit einem harmlosen Distanzschuss (37.). Die größte Gelegenheit vor der Pause hatte in der 41. Minute Gino Windmüller. Ein ruhender Ball sorgte für Gefahr im Strafraum der Kasseler. Der VfR-Verteidiger bekam per Kopf aber zu wenig Druck hinter den Ball. So hatte KSV-Keeper Zunker keine Mühen, die Kugel zu fangen. Ohne Nachspielzeit endete eine zähe erste Halbzeit.

Wer neuen Schwung nach Wiederanpfiff erwartete, wurde leider enttäuscht. Passive KSV-Löwen waren zufrieden, dass der VfR Aalen sich das Spielgerät in der eigenen Hälfte zuspielte und nur zaghafte Vorstöße nach vorne wagte. Die Mannschaft von KSV-Trainer Tobias Damm konzentrierte sich nach wie vor auf die Verteidigung, so dass eigene Angriffschancen Mangelware blieben. In der 77. Minute wurde der KSV-Abwehrriegel fast geknackt.

Sergio Gucciardo trifft - fast

Der beim VfR eingewechselte Sergio Gucciardo tanzte sich mit enger Ballführung durch den Strafraum des KSV und schloss über links ab. Sein Ziel, das frei stehende lange Ecke von Zunkers-Gehäuse, verfehlte er dabei nur knapp. Es war das Highlight einer chancenarmen Begegnung.

Auf die Frage, ob das Spiel anders verlaufen wäre, wenn ein kantiger Steffen Kienle im VfR-Sturm gespielt hätte, sagte Demirtas: „Das weiß man nicht. Natürlich ist Steffen ein herausragender Spieler, der sich aufopfert bis zum Gehtnichtmehr.“ Beide Teams fuhren in den finalen Minuten der Begegnung noch mal einen Gang runter, so dass die Chance auf eine packende Schlussphase zunichtegemacht wurde.

Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, schien der VfR Aalen der Feldüberlegenheit und dem (Halb-)Chancenplus nicht nachzutrauern. „Wir sind mit dem Unentschieden zufrieden“, so VfR-Trainer Christian Demirtas nach der Partie. „Die Jungs haben sehr gut gespielt, wenn man bedenkt, wie viel Ausfälle wir in dieser Saison haben. Das tut brutal weh.“ Außerdem hob der VfR-Coach hervor: „Wir haben wieder zu Null gespielt und nehmen den Punkt gerne mit. Wir haben den Klassenerhalt aus eigner Kraft geschafft. Von daher kann man wirklich stolz auf die Mannschaft sein.“

VfR Aalen – Hessen Kassel 0:0

Aufstellung VfR: Paterok – Herrmann, Schmidt, Windmüller (46. Odabas), Heckmann – Müller, Stanese – Volz (77. Cesen), Abruscia (90. Arslan), Kindsvater (67. Gucciardo) – Bux. Trainer: Christian Demirtas

Aufstellung KSV : Zunker – Najjer, Rakk, Starostzik, Nennhuber – Dawid (66. Durna), Spingfeld, Stendera, Iksal (55. Fischer) – Mogge, Döringer (86. Kahraman). Trainer: Tobias Damm

 Tore: keine 

Gelbe Karten: Windmüller / Rakk 

Schiedsrichter: Marc Philip Eckermann

 Zuschauer: 1 328

Trainer Christian Demirtas hat den Verein am Tag nach dem Klassenerhalt informiert, dass er nach der Saison nicht mehr zur Verfügung steht.

Wir sind mit dem Unentschieden zufrieden.“

Christian Demirtas, Trainer des VfR Aalen
Strafraumszenen wie diese hatten leider Seltenheitswert.
Daniel Bernhardt (zweiter von links) wurde unter Anderem von Giuseppe Lepore (links), Geschaeftsfuehrer des VfR Aalen, vor dem Spiel verabschiedet.
Der Kapitaen Alessandro Abruscia geht voran und verabschiedet die Fans für diese Saison.
Die Mannschaft des VfR Aalen bedankt sich bei seinen Fans.
Christian Demirtas lautstark an der Seitenlinie

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