VfR Aalen steckt mitten im Abstiegskampf

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VfR-Verteidiger Gino Windmüller in Aktion gegen Großaspachs Stürmer Sascha Mölders.
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Der VfR Aalen verliert das Schwabenderby in Großaspach mit 1:2 und steht nach sieben sieglosen Spielen in Folge am Rande der Abstiegszone.

Großaspach

Nach sieben sieglosen Spielen in Folge steckt der VfR Aalen mitten im Abstiegskampf der Regionalliga Südwest. Die Elf von VfR-Cheftrainer Christian Demirtas verlor das Schwabenderby am Freitagabend bei Sonnenhof Großaspach 1:2. Der Abstand zur Abstiegszone, die bei den Großaspachern beginnt, beträgt nur noch zwei Punkte. Während die Gastgeber auf dem besten Weg sind, die Abstiegsränge zu verlassen, steuert der VfR Aalen geradewegs dort hinein.

Zunächst kamen die Spieler zu spät auf den Platz und dann kassierten sie das wahrscheinlich schnellste Gegentor ihrer Regionalligakarriere. Anspiel Großaspach. Über Can Karatas kam das Leder auf der linken Seite unbehelligt zu David Tomic. Der Dorfclub führte bereits nach 17 Sekunden 1:0.

Es dauerte ein paar Minuten, bis die VfR-Akteure tatsächlich wach waren. Doch nach zehn Minuten war der Turbo gezündet, das Powerplay auf das Aspacher Tor in Gang. Die Konter der Gastgeber wurden im Keim erstickt. Großaspachs neue Gallionsfigur Sascha Mölders, der im Sturmzentrum zwar ständig unterwegs war, um sich anzubieten, war bei Ali Odabas und Gino Windmüller in sicheren Händen. Auf ein Anspiel seiner Teamkollegen wartete er lange Zeit vergebens.Der VfR Aalen machte Druck und drängte auf den Ausgleich. Die große Chance dazu hatte Benjamin Kindsvater in der 20. Minute, als er von seinem Sturmpartner Steffen Kienle schön bedient wurde, frei vor SG-Keeper Maximilian Reule in diesem aber seinen Meister fand.

Drei Minuten später erneut eine kalte Dusche. Wieder war Can Karatas auf der Aalener linken Seite durch. Frei vor Tim Paterok ließ er dem Aalener Schlussmann keine Chance und netzte zur 2:0-Führung der Gastgeber ein.Aalener gab nicht auf. Sonnenhof Großaspach massierte die Abwehr. Für die Ostälbler war es fortan schwer, den Abwehrriegel ihrer Gastgeber zu knacken. VfR-Kapitän Alessandro Abruscia versuchte es aus 16 Metern. Kein Problem für Reule.

Großaspach kam in der Folgezeit besser ins Spiel. Die Zuschauer bekamen das Gefühl, als ob die Elf von Hans-Jürgen Boysen den Abstiegskampf besser angenommen hätte als Aalens Spieler. Die Gastgeber gingen jetzt wesentlich energischer zu Werke als der VfR. Das muss auch Steffen Kienle so empfunden haben. Beim Gang in die Kabine ließ er seinen Frust lautstark an seinen Mitspielern aus.

Drei neue Spieler nach der Pause

Aalens Cheftrainer Christian Demirtas reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit mit Sergio Gucciardo, Manuel Botic und den nach seiner Verletzung erstmals wieder im Kader stehenden Leon Volz drei neue Offensivkräfte (für Benjamin Kindsvater, Mark Müller und Tim Schmidt) und stellte von der Fünfer- auf eine Vierer-Abwehrkette um. In der Kabine sind ganz offensichtlich in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefallen. Aalen zeigte sich kämpferisch und gewillt, die Partie zu drehen. Doch Großaspach hatte sich darauf eingestellt und bot Paroli. In der 56. Minute ließ Mölders die Chance zum 3:0 aus. Im Gegenzug zielte auch Manuel Botic aus zehn Metern zu hoch. Das hätte der Anschlusstreffer sein müssen. In der Folgezeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der 66. Minute jubelte Botic - und mit ihm die Fans auf der Gästetribüne. Doch die Fahne des Schiri-Assistenten war oben. Der Ball im Netz, aber Botic im Abseits. Fortan hatten die Gastgeber mehr Power als Aalen.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Als Steffen Kienle den 1:2-Anschlusstreffer erzielte, lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit. Zu spät, um wenigstens noch den Ausgleich zu schaffen. Sein Ärger über diese Niederlage war noch lange nach dem Schlusspfiff nicht verpufft. „So wie wir heute gespielt haben, das war eine Frechheit. Wir sollten uns alle schämen. Wir haben alles vermissen lassen, was es in einem Abstiegskampf braucht. So spielt ein Absteiger“, sagte Kienle völlig frustriert.

Es ist wahrscheinlich das, was Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf den Spielern auch gesagt hat, als er sie gleich nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld zu sich rief.

VfR: Tim Paterok - Gino Windmüller, Ali Odabas, Tim Schmidt, Andreas Knipfer - Eduard Heckmann, Daniel Elfadli, Alessandro Abruscia, Benjamin Kindsvater, Mark Müller, Steffen Kienle
VfR-Auswechslungen: 46. Botic (3) für Schmidt, 46. Volz (3) für Müller, 46. Gucciardo (3) für Kindsvater
Großaspach: Reule - Schiek, Gehring, Yarbrough (65. L. Müller), Gipson - Jülich, Messina - Karatas (62. Brändle), Gerezgiher (76. Lewerenz), Tomic - Mölders (76. Diakite)
Tore: 1:0 Tomic (1.), 2:0 Karatas (23.), 2:1 Kienle (90.+3)
Gelbe Karten: - / Gipson 
Schiedsrichter: Felix Berger 
Zuschauer: 400

Der VfR Aalen (blau-schwarze Trikots, zu sehen ist Alessandro Abruscia) hat das Derby am Freitagabend mit 1:2 bei der SG Sonnenhof Großaspach verloren. Der Anschlusstreffer von Steffen Kienle kam zu spät.
Mark Müller gegen Joel Gerezgiher // Fußball, Regionalliga Südwest, SG Sonnenhof Großaspach gegen VfR Aalen
Steffen kienle gegen Lamar Yarbrough
Christian Demirtas // Fußball, Regionalliga Südwest, SG Sonnenhof Großaspach gegen VfR Aalen
Gino Windmüller gegen Sascha Mölders // Fußball, Regionalliga Südwest, SG Sonnenhof Großaspach gegen VfR Aalen

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