VfR Aalen: Zu harmlos vor dem gegnerischen Tor

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Kristjan Arh Cesen (rechts) rückte für Eduard Heckmann in die Startelf.
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Früher Treffer entscheidet das Spiel: Der VfR Aalen bemüht sich, verliert aber auswärts beim TSV Steinbach Haiger verdient mit 0:1 (0:1). Bereits die fünfte Niederlage im siebten Spiel.

Haiger

Nur vier Tage nach dem Befreiungsschlag gab's den nächsten Dämpfer - zumindest was das Ergebnis betrifft: Der VfR Aalen hat beim TSV Steinbach Haiger knapp, aber verdient mit 0:1 (0:1) verloren. Die Ostälbler waren im Angriff viel zu harmlos, um den Aufstiegsaspiranten ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können. Das ärgert auch Uwe Wolf.

Der Trainer des VfR Aalen ist kein Kind von Traurigkeit. Er ist einer, der dazwischen haut. Genau das hat Wolf am Samstag von seinen Profis vermisst. „Wir waren viel zu brav“, sagt er. Seiner Elf habe vorne „die Durchschlagskraft“ gefehlt. Und: „Wir haben im letzten Drittel ohne Sturm gespielt.“ Selbst in der Schlussphase hatten die Schwarz-Weißen keine klare Torchance aus dem Spiel heraus. Viel zu wenig, um Zählbares mitzunehmen.

Doch der Reihe nach: Wolf wollte, dass wie zuvor gegen den FC Gießen (1:0) hinten die Null steht. Dieses Vorhaben war allerdings früh über den Haufen geworden, weil sich der VfR Aalen vom Favoriten auskontern ließ. Nach einem Freistoß von Alessandro Abruscia nimmt Steinbach Tempo auf. David Nieland bedient Jonas Singer, der Keeper Tim Paterok keine Chance lässt - 1:0 (7.). Wie würde Aalen den Schock wegstecken? Erstaunlich gut. Denn der VfR versuchte, das Spiel an sich zu ziehen. Abruscia zirkelte einen 18-Meter-Freistoß ans Außennetz (16.). Was aber fehlten: klare Chancen aus dem Spiel heraus. Die Wolf-Elf schaffte es zu keinem Zeitpunkt, gefährlich in die letzte Zone vorzudringen, zu abgeklärt agierten die Hessen. Und vorne setzten diese weiter Nadelstiche.

21. Minute: Der Ex-Aalener Dennis Chessa zieht aus 17 Metern ab, Paterok pariert im Nachfassen.

24. Minute: Gino Windmüller geht nicht konsequent zu Werke, wieder ist es Chessa, der Paterok an seiner alten Wirkungsstätte zu einer Parade zwingt. Den Nachschuss von Serhat Ilhan kratzt Kristjan Arh Cesen in höchster Not von der Linie.

30. Minute: Nach einer Hereingabe klärt Daniel Elfadli vor dem einschussbereiten Chessa.

Auch an der letzten Möglichkeit in den ersten 45 Minuten war Dennis Chessa beteiligt. Nach seinem Hackentrick spaziert Singer durch drei Aalener durch, Paterok aber klärte (43.).

Treffer von Odabas aberkannt

Die zweite Hälfte begann mit einer Szene, über die auch hinterher noch diskutiert wurde. Einen Freistoß von Abruscia bugsierte der aufgerückte Ali Odabas über die Linie. Schiedsrichter Mario Hildenbrand gab das 1:1 aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht. Selbst die TV-Bilder konnten das nicht belegen. (52.). Der VfR Aalen bemühte sich in der Folgezeit, wenigstens einen Zähler aus dem Lahn-Dill-Kreis zu entführen. Doch den Schwarz-Weißen fehlte weiter die Durchschlagskraft. Der eingewechselte Mark Müller versuchte es aus 18 Metern (72.), und Gino Windmüller hämmerte eine Direktabnahme im Strafraum weit drüber (77.). Ernsthafte Torgefahr sieht anders aus. Als Windmüller in der Nachspielzeit einen Freistoß von Abruscia knapp verfehlte (90.+4), war Schluss. „Wir haben versucht, in der zweiten Halbzeit mehr zu investieren, aber letzten Endes kannst du nicht erfolgreich sein, wenn du in der letzten Zone solche Ballverluste hast“, sagt Wolf, der im Vorfeld angekündigt hatte, „Ergebnisse liefern zu wollen“.

Das ist dem VfR Aalen wieder nicht gelungen. Nach dem siebten Spiel stehen bereits fünf Niederlagen zu Buche. Keeper Tim Paterok bringt es deshalb auf den Punkt: „Fußball ist ein Ergebnissport. Da zählt nicht, ob du gut spielst oder gut stehst. Da geht es nur darum, Tore zu erzielen. Das haben wir heute nicht geschafft.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Es geht nur darum, Tore zu schießen.“

Tim Paterok, Keeper des VfR Aalen
  • Stimmen zum Spiel: „Wir müssen punkten, letztendlich zählen nur die Punkte“
  • Ali Odabas, VfR-Innenverteidiger: „Wir haben nach einem eigenen Freistoß einen Konter bekommen, den wir nicht unterbinden konnten. Sonst haben wir wenig zugelassen. Wir haben aber zu spät reagiert, haben zu spät ins Spiel gefunden mit unserer Härte und unseren Zweikämpfen. Wir haben aber trotzdem nach vorne Fußball gespielt und versucht, uns Chancen zu erarbeiten, aber es sollte nicht sein.“
  • Alessandro Abruscia, VfR-Kapitän: „Wir haben gegen einen sehr guten Gegner sehr wenig Chancen zugelassen. Aber in einem Auswärtsspiel darf man so einen Konter nicht fangen. Und im Sechzehner waren wir nicht gefährlich genug, um Kapital daraus zu schlagen. Wir müssen punkten, letztendlich zählen nur die Punkte.“
  • Tim Paterok, VfR-Torwart: „Wir haben uns zu wenig Chancen rausgespielt. Dann kommt noch Pech hinzu, ich weiß nicht, ob das Tor abseits war. Mit ein bisschen Glück geht das Spiel 1:1 aus. Aber ich bin stolz auf die Jungs, was sie leisten.“ shu
Der VfR Aalen stand gegen den TSV Steinbach Haiger sehr kompakt.
Die Defensive des VfR Aalen ließ wenig zu.

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