VfR: Acht Coronafälle als Motivationsschub

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Es hört nicht auf: Leon Volz ist bereits der acht Profi des VfR Aalen, der aktuell mit dem Coronavirus infiziert ist und ausfällt. „Wir kommen auf der letzten Rille daher“, sagt Trainer Uwe Wolf vor dem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 II.
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Trotz der dramatischen Personalsituation: Trainer Uwe Wolf vom VfR Aalen will gegen den Tabellenführer FSV Mainz 05 II unbedingt spielen. Und: „Wir sind konkurrenzfähig!“

Aalen

Es war ein ungewohntes Bild, das sich den Zaungästen am Donnerstag beim Training bot. Bei eisigen Temperaturen waren nur wenige Profis des VfR Aalen auf dem Platz. 12 Spieler fehlen aktuell, acht davon sind mit dem Coronavirus infiziert. Trainer Uwe Wolf freut sich trotzdem aufs Duell mit dem Spitzenreiter FSV Mainz 05 II, auch „wenn wir auf der letzten Rille daherkommen“. Anpfiff am Samstag in der Ostalb-Arena: 14 Uhr.

Viele Fans stellen sich die Frage: Kann das Spiel unter diesen Voraussetzungen überhaupt angepfiffen werden? Uwe Wolf hat eine klare Meinung: „Vielleicht hätte der eine oder andere Kollege von mir die Partie abgesagt. Ich will aber mit allen Mitteln spielen.“ Und: Der VfR-Trainer versichert, dass „wir eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen und konkurrenzfähig sein werden“. Eine gewagte Prognose, erst recht bei diesem Gegner. 18 Spiele, 40 Punkte, 30:20 Tore, das ist die Bilanz des FSV Mainz 05 II, der das Feld in der Regionalliga Südwest damit anführt. „Die Mainzer stehen zurecht da oben“, sagt Wolf, der den Gegner gewohnt akribisch analysiert hat. Einiges der Thomas-Tuchel-Philosophie stecke in dem Team, auch wenn dieser längst beim FC Chelsea unter Vertrag ist. Aber: Der aktuelle Profitrainer Bo Svensson sei einst Spieler von Tuchel gewesen, und „alle anderen Mannschaften in Mainz setzen diese Philosophie auch um.“ Die Zweite mache das hervorragend. Beim 1:0-Sieg in Balingen hätten die erfahrenen Spieler wie Simon Brandstetter, Stephan Fürstner oder Giuliano Modica gefehlt. „Mainz hatte dadurch einen Altersdurchschnitt von 20,4 Jahren, und die Jungen haben das super gemacht.“

„Eine negative Aura“

Dass ausgerechnet in der jetzigen Situation der Ligaprimus auf die Ostalb kommt, freut Wolf sogar. „Es ist doch umso schöner, wenn wir gegen eine solch Klassemannschaft spielen dürfen.“ Und auch wenn eine Vielzahl an Leistungsträgern ausfällt, ist sich der Fußballlehrer sicher, dass die Aalener in der Lage sind, das zu kompensieren. „In einem Spiel geht das. Entscheidend ist, dass wir die Ärmel hochkrempeln und einen aggressiven und leidenschaftlichen Fußball zeigen.“

Und einige Dinge anders machen als zuletzt beim 1:4 gegen Astoria Walldorf. „Da waren wir beim Torabschluss nicht zielstrebig genug und haben zu oft zurückgespielt.“ Ansonsten könne er seinem Team kaum einen Vorwurf machen. „Wir haben auch nach dem 1:3 noch leidenschaftlich gespielt und hatten bis zur 90. Minute einen Eckenverhältnis von 12:1. Das sagt viel über unser Spiel aus.“ Wolf ist sich sicher, dass der Vorfall vor der Partie - der Trainer meint damit seine Abmahnung - für „eine negative Aura gesorgt hat“. Ich habe nur Alessandro Abruscia vor dem Anpfiff davon erzählt, und wer verschießt den Elfmeter? Alessandro Abruscia!“ Jener Fehlschuss beim Stande von 1:3 sei die Schlüsselszene gewesen.

Abruscia wird die Mannschaft auch am Samstag ab 14 Uhr wieder anführen. Und auch die anderen Plätze auf dem Feld ergeben sich zwangsläufig. Einer ist neu im Kader: Allrounder Mario Szabo aus der eigenen U19. „Mario ist ein sehr schneller Spieler und kann eigentlich überall eingesetzt werden“, sagt der Trainer.

Uwe Wolf stellt klar, dass er keine Bauchschmerzen hat vor dieser Partie. „Ich vertraue allen Spielern in meinem Kader.“

Die zweite Garde muss dieses Vertrauen nun rechtfertigen.

So könnten sie spielen:
VfR: Paterok - Stanese, Windmüller, Odabas - Schaupp, Botic, Herrmann, Cesen - Abruscia - Kienle, Seitz. Reservebank: Layer, Österle - Bux, Szabo

Ich vertraue allen Spielern in meinem Kader.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen
  • Leon Volz, Corona-Patient Nummer acht
  • Der Nächste. Leon Volz ist der nächste VfR-Profi, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Damit fällt auch der 24-Jährige gegen Mainz 05 II aus.
  • Die Patienten. Leon Volz ist der achte Profi, der aktuell an Corona erkrankt ist. Zuvor wurden Eduard Heckmann, Andreas Knipfer, Serdar Arslan, Tim Schmidt, Sergio Gucciardo, Mark Müller und Daniel Elfadli positiv getestet. Plus Co-Trainer Christian Demirtas.
  • Weitere Ausfälle. Neben den acht an Corona erkrankten Spielern hat der VfR Aalen vier weitere Langzeitverletzte zu ersetzen: Keeper Daniel Bernhardt, Benjamin Kidsvater, Sascha Korb und Jonas Arcalean. alex

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