VfR-Check vor dem Ligastart: hinten stabiler, vorne noch zu schlampig

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Manuel Botic stand zuletzt in der Kritik.
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36 Tage, 27 Trainingseinheiten, 8 Spiele: Der VfR Aalen hat eine intensive Vorbereitungszeit hinter sich. Eine Standortbestimmung vor dem Spiel gegen die TSG Balingen.

Aalen

Uwe Wolf ist ein harter Hund. Das haben die Profis des VfR Aalen in den vergangenen fünf Wochen zu spüren bekommen. Sind die Ostälbler damit gerüstet für das erste Ligaspiel gegen die TSG Balingen am Freitagabend? Der Trainer sagt ganz klar Ja. Und: „Die Mannschaft ist einen Tick weiter als in der Hinrunde.“

Der Rückrunden-Check:

Die Testspiele: Acht Spiele, sechs Siege und nur eine Enttäuschung: das 4:5 beim Oberligisten FC Nöttingen, als der Nachwuchs eine Chance bekam. „Das war vielleicht der richtige Schuss vor den Bug“, sagt Wolf. In der Tat: Lassen die Aalener einen Tick nach, geht's schief. Ansonsten haben die Profis durchweg überzeugt, haben sechs Regionalligisten - fünf davon aus der bayerischen Regionalliga - geschlagen. Besonders gelungen: die Generalprobe gegen den Ligakonkurrenten TSG Hoffenheim II (1:0).

Die Fortschritte: 42 Gegentore in 22 Punktspielen, die Defensive war im ersten Halbjahr anfällig. Auch wenn die Testspiele mit Vorsicht zu genießen sind, die Abwehr strahlt jetzt mehr Stabilität aus. Die defensive Absicherung funktioniert besser. Was nicht nur an der Rückkehr zur Viererkette (4-1-4-1) liegt. Und: Das Team spielt jetzt einen Tick mutiger, die Torhüter stehen höher als zuvor. Was Uwe Wolf außerdem auffällt: „Die Spieler sind als Team noch enger zusammengerückt.“

Die Schwachstellen: Das Manko ist ein altbekanntes: die Chancenverwertung. Die Spieler schaffen es nach wie vor nicht, beste Chancen zu nutzen. Bestes Beispiel: das Spiel in Hoffenheim, als Benjamin Kindsvater eine Hundertprozentige liegen ließ und Alessandro Abruscia erneut beim Elfmeter scheiterte.

Die Baustellen: Das Fehlen eines Physiotherapeuten war das beherrschende Thema über den Winter. „Die Spieler hatten nicht die medizinische Betreuung, die bei diesem Pensum nötig gewesen wäre“, beklagt Wolf, der selbst Physiotherapeuten organisiert hat. Das Thema hat sich nun erledigt: Der neue Physio Stoyan Nedkov Aleksiev nimmt am Donnerstag seine Arbeit auf. Was Wolf jetzt noch bemängelt: dass das Entmüdungsbecken nicht in Betrieb genommen wird. Eine weitere Baustelle: die Personalie Uwe Wolf. Der Vertrag des Trainers läuft aus, ob er verlängert wird, ist offen. Die Vereinsführung sagt aktuell nichts zur Zukunft des 54-jährigen Fußballlehrers beim VfR Aalen.

Die Startelf: Uwe Wolf sagt knapp eine Woche vor dem Auftakt, dass er seine Startelf im Kopf habe. Tim Paterok ist im Tor gesetzt. Das gilt auch für die Innenverteidiger Tim Schmidt und Ali Odabas, weil Gino Windmüller in der Vorbereitung den einen oder anderen gesundheitlichen Rückschlag wegstecken musste. Auf den defensiven Außenbahnen ist links Kritjan Arh Cesen weiter als Eduard Heckmann. Rechts hat Kolja Herrmann gegenüber Andres Knipfer die Nase vorne. Auf der Sechs ist Daniel Stanese gesetzt, allerdings nur fürs erste Spiel, weil Daniel Elfadli gelbgesperrt ist. Ebenso gesetzt im Mittelfeld sind Alessandro Abruscia und Mark Müller. Benjamin Kindsvater war nach langer Verletzungspause ein Wackelkandidat, zuletzt hat er aber zweimal über 90 Minuten gezeigt, dass er bereit ist. Und Leon Volz hat seinen Platz ebenso sicher, weil Sean Seitz am Freitag gelbgesperrt ist. Im Angriff ist Torjäger Steffen Kienle unumstritten.

Die Umstrittenen: Manuel Botic und Sergio Gucciardo haben in der Vorbereitung gezeigt, dass sie eine echte Bereicherung fürs Offensivspiel des VfR Aalen sind. Das Problem: das Defensivverhalten, das beide gerne mal vernachlässigen. Vor allem Botic hat teilweise divenhaft gewirkt. In Hoffenheim so sehr, dass Wolf ihn nach wenigen Minuten wieder ausgewechselt hat.

Die Verletzten: Daniel Bernhardt und Sascha Korb fallen für den Rest der Saison aus. Jonas Arcalean könnte in der Schlussphase noch eine Alternative für die Offensive werden.

Das Team ist noch enger zusammengerückt.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Kommentar: Alexander Haag zur Lage beim VfR Aalen vor dem Ligastart ins Jahr 2022

Derzeit feste Größen beim VfR Aalen (von links): Steffen Kienle, Mark Müller, Leon Volz (VfR Aalen), Daniel Stanese, Tim Schmidt, Alessandro Abruscia und Kolja Herrmann.
Fehlschuss aus 11 Metern: Alessandro Abruscia hat im Testspiel gegen die TSG Hoffenheim II einen Elfmeter verschossen. Der Kapitän ist nicht der einzige Profi, der eine klare Chance ungenutzt ließ. Trainer Uwe Wolf wünscht sich, dass „wir da eiskalt

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