VfR-Fans nach der erneuten Pleite wütend

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Die Spieler des VfR Aalen werden nach dem Spiel von den Fans beschimpft.
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Aalen

Die zum Teil namhaften VfB-Profis genossen das Bad in der Menge. Gleichzeitig mussten sich die Spieler des VfR Aalen ihren Fans stellen. Die waren nach der 1:2-Niederlage am Freitagabend gegen den VfB Stuttgart II stocksauer. Aus gutem Grund: Die Ostälbler haben wieder einmal leichtfertig die Punkte verschenkt und stecken tiefer denn je im Abstiegskampf.

17 Sekunden waren in Großaspach gespielt, als der VfR Aalen mit 0:1 zurück lag. Gegen den VfB Stuttgart II hätten die Ostälbler sogar noch früher führen können. 14 Sekunden zeigte die Stadionuhr an, als Steffen Kienle frei vor VfB-Keeper Florian Schock abzog - und zu hoch zielte (1.). Was danach aber klar wurde: Der VfR zeigte ein völliganderes Gesicht als beim desolaten Auftritt in der Vorwoche: aggressiv, leidenschaftlich und willig ging die Elf von Trainer Christian Demirtas zu Werke, und der hatte nicht nur sein Team gepusht, sondern auch das Systemverändert: Der VfR agierte im 4-2-3-1 mit Kristjan Arh Cesen auf der für ihn ungewohnten linken offensiven Außenbahn. Doch so gut das anfangs aussah, effektiv war nur der Gegner. Eckball Thomas Rekdal, Kopfball Noah Ganaus - 0:1 (19.). Es war die erste Torannäherung der Roten. Der VfR Aalen spielte leidenschaftlich weiter, allerdings ohne ernsthaft Torgefahr zu entfachen. Nur ein einziges Mal lag den Aalener Fans vor der Pause der Torschrei auf den Lippen. Alessandro Abruscia hämmerte einen Freistoß mit Wucht aufs Tor, Schock parierte glänzend (38.). Allerdings mussten die Schwarz-Weißen auch noch tief durchatmen, weil der bundesligaerfahrene Roberto Massimo VfR-Keeper Tim Paterok mit einem 16-Meter-Hammer vor Probleme stellte (45.+2). Zur Pause lag der VfR Aalen wieder einmal zurück und hatte sich nicht für den hohen Aufwand belohnt.

Daniel Didavi trifft per Kopf

Demirtas reagierte, brachte den offensiveren Mark Müller für Andreas Knipfer. Das allerdings änderte zunächst wenig: Der VfR kämpfte aufopferungsvoll, die besseren Möglichkeiten hatte der VfB. Paterok war zweimal zur Stelle, zuerst gegen Ganaus (58.), dann gegen Mateo Klimowicz (59.). Die größte Chance des Spiels hatte dann aber der VfR Aalen. Tim Schmidt ließ fünf, sechs Stuttgarter stehen und passte in den Fünfmeterraum, doch kein Aalener war da (64.). Es war ein Missverständnis zwischen Richard Weil und Schock, das den Ostälblern den Ausgleich brachte, weil Kristian Arh Cesen am schnellsten reagierte und den Ball ins leere Tor schob - 1:1 (66.). Die Wende? Nein, weil der VfB auch seinen zweiten Eckball verwertete. Daniel Elfadli ging gegen Daniel Didavi nicht energisch in den Zweikampf, und dessen Kopfball gab Tim Schmidt die entscheidende Richtungsänderung - 1:2 (78.). Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff gab's nochmal Eckball für Aalen. Schmidt köpfte platziert, aber Schock verhinderte mit einer unglaublichen Parade das 2:2 (88.).

Der VfR Aalen kommt nach dem achten sieglosen Spiel in Folge den Abstiegsrängen bedrohlich nahe. Trotzdem stellt Geschäftsführer Giuseppe Lepore klar, dass „es jetzt gilt, die Ruhe zu bewahren“.

Die haben die Fans des VfR Aalen nach dem nächsten Tiefschlag endgültig verloren.

Wir müssen die Ruhe

Giuseppe Lepore, Geschäftsführer des VfR Aalen

Stimmen zum Spiel: „Jetzt sind wir dick im Abstieskampf“

  • Michael Weißkopf, VfR-Präsidiumsmitglied: „Tut mir leid, heute fällt mir nichts ein.“
  • Ali Odabas, VfR-Innenverteidiger: „Das ist Wahnsinn! Zwei Eckbälle, zwei Gegentore. Sonst haben wir die völlig im Griff. Wir haben das Spiel dominiert, aber wir werden einfach nicht belohnt. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ob es Pech ist oder was auch immer. Auf jeden Fall ist es sehr, sehr bitter.“
  • Alessandro Abruscia, VfR-Kapitän: „Letztendlich muss man sagen, dass die keine Torchance hatten. Es waren zwei Standards, die das Spiel entschieden haben. Das darf uns gegen eine U21-Mannschaft einfach nicht passieren. Wir haben das extra trainiert und angesprochen. Die Fans werfen uns vor, dass die Einstellung nicht gestimmt hat. Da bin ich anderer Meinung. Aber jetzt stehen wir wieder mit null Punkten da und sind dick im Abstiegskampf.“
  • Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: „Ich muss das erst einmal sacken lassen. Jetzt wird es nicht einfacher. Aber die Leidenschaft war da, natürlich bekommen wir zwei einfache Gegentore nach Standards, das ist schlecht. Wenn wir jetzt immer zwei Gegentore bekommen, wird es schwierig.“⋌alex
Tim Paterok hat den Ball sicher.
Die Spieler des VfR Aalen werden nach dem Spiel von den Fans beschimpft.
Mateo Klimowicz wird von Ali Odabas gefoult.
Begehrt bei den Fans: Daniel Didavi.

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