VfR-Geschäftsführer Lepore: "Ich habe die Trennung von Uwe Wolf nie bereut"

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VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore.
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Giuseppe Lepore will die Vergangenheit ruhen lassen. Stattdessen hat der Geschäftsführer des VfR Aalen einen klaren Auftrag an die Mannschaft: Ich erwarte jetzt drei Punkte.

Aalen

Sieben Spiele ohne Sieg und mittendrin im Abstiegskampf: Für den VfR Aalen ist das Derby gegen den VfB Stuttgart II an diesem Freitag (Anpfiff: 19 Uhr) ein richtungsweisendes Spiel. Im Interview spricht Geschäftsführer Giuseppe Lepore über die Qualität des Teams, die Trainer und die Zukunft des verletzten Keepers Daniel Bernhardt.

Herr Lepore, wenn Sie auf die Tabelle blicken: Machen Sie sich Sorgen um den Klassenerhalt?

Lepore: Ich fasse mich kurz: Wir brauchen gegen den VfB drei Punkte. Das ist das, was ich ohne langes Hin und Her erwarte.

Bereitet Ihnen die Situation keine schlaflosen Nächte?

Wenn ich den Auftritt in Großaspach nehme, dann war das sicher nicht zufriedenstellend. Wir haben klare Worte in Richtung Mannschaft und Trainerteam gerichtet. Trotz allem bleibe ich aber zuversichtlich.

Was genau wurde dem Team vorgeworfen?

Ich werde das hier nicht wiedergeben. Aber das Spiel in Großaspach und das eine oder andere davor haben gezeigt, dass wir unter anderem in kämpferischer Hinsicht zulegen müssen. Gegen Steinbach Haiger haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, haben aber keine gelbe Karte gesehen. Das ist ein Anzeichen dafür, dass etwas fehlt. Es geht jetzt nur um den Klassenerhalt.

Ex-Trainer Uwe Wolf hat Platz sieben als Ziel ausgegeben, jetzt geht's plötzlich nur noch um den Ligaverbleib. Kann das der Mannschaft vermittelt werden?

Ich möchte nicht in die Vergangenheit blicken, zumal wir auch unter unserem freigestellten Trainer nicht dreifach gepunktet haben. Es geht jetzt um das Hier und Jetzt, und da haben wir vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Wir brauchen jetzt Punkte, das zählt.

Ist die Mannschaft gut genug für den Abstiegskampf?

Die Mannschaft hat alle Qualität, um in der Liga zu bleiben.

Die vielen jungen Spieler sind also nicht zu unerfahren?

Wir haben auch viele erfahrene Spieler. Beispielsweise Alessandro Abruscia, Ali Odabas, Tim Paterok, Steffen Kienle und einige andere. Diese Spieler sind jetzt gefordert und müssen vorangehen. Dann ziehen sie die jungen Spieler mit.

Steffen Kienle hat nach dem Großaspach-Spiel deutliche Worte gefunden. Hat von einer „Frechheit“ gesprochen. Nehmen Sie ihm das übel?

Ich unterschreibe jedes Wort von Steffen. Er ist einer, der immer voran geht. Der Gras frisst. Der 90 Minuten auf und ab geht. Ihm steht es zu, solche Worte zu wählen.

Die sportliche Situation hat sich nach der Trennung von Uwe Wolf verschlechtert. War die Freistellung auch im Nachhinein die richtige Entscheidung?

Wir haben da schon mehrfach drüber gesprochen. Sie war erforderlich, und deshalb haben wir sie durchgezogen.

Sie haben es nie bereut?

Nein, ich habe es nie bereut.

Auch nicht die Art und Weise mit den schweren Vorwürfen?

Dazu stehen wir, und aus unserer Sicht war es richtig. Ich möchte das Thema aber nicht wieder aufwärmen.

Erlauben Sie mir noch eine Frage: Uwe Wolf hat rechtliche Schritte angekündigt. Ist da schon etwas passiert?

Da müssen Sie sich an Uwe Wolf wenden. Ich möchte zu diesem Thema jetzt nichts mehr sagen.

Themenwechsel: Der verletzte Keeper Daniel Bernhardt kehrt laut Trainer Christian Demirtas in dieser Saison nicht mehr zurück. Dann läuft sein Vertrag aus. Wie geht es mit dem langjährigen Kapitän weiter, der seit über zehn Jahren beim VfR ist. Eventuell mit einem Posten abseits des Platzes?

Da ist nichts spruchreif. Wenn es Neues für die Öffentlichkeit gibt, werden wir das mitteilen. Wir gehen aber Schritt für Schritt vor.

Der VfR Aalen hat mit Keeper Tom Österle verlängert sowie Maurice Brauns verpflichtet. Was bedeutet das für die anderen Torhüter Tim Paterok, Matthias Layer - und auch Daniel Bernhardt?

Wir geben bekannt, wer verpflichtet ist und nicht, wer nicht verpflichtet wird. Auch dort gilt, dass wir an die Öffentlichkeit gehen, wenn etwas spruchreif ist.

Zurück zum Trainer - zum aktuellen. Wie geht es nach dieser Saison mit Interimstrainer Christian Demirtas weiter?

Das ist im Moment kein Thema. Wir schauen aktuell nur auf das Spiel gegen den VfB Stuttgart II. Sonst auf nichts.

Für das VfB-Spiel hat der VfR Aalen 1000 Freikarten verteilt. Wie froh sind Sie, dass endlich wieder Zuschauer ins Stadion dürfen?

Sehr froh. Ich wünsche mir, dass wir jetzt irgendwann mit dem Thema Corona abschließen können. Und ich freue mich auf eine tolle Kulisse am Freitagabend mit über 2000 Zuschauern. Das ist für die Mannschaft und den Verein sehr wichtig. Und das muss ein weiterer Ansporn sein.

Die Mannschaft hat alle Qualität.“

Giuseppe Lepore, Geschäftsführer des VfR Aalen

Kindsvater fällt auch aus, Zuversicht bei Odabas

  • Zweiter Coronafall beim VfR Aalen: Nach Gino Windmüller wurde nun auch Torwart Tom Österle positiv auf das Virus getestet. Wobei er ohnehin nicht zum Kader gehört hätte.
  • Allerdings fällt neben Windmüller noch ein weiterer Leistungsträger kurzfristig aus: Benjamin Kindsvater. „Er hat seit seinem Bänderriss im vergangenen Jahr Probleme und musste wieder das Training abbrechen“, sagt Trainer Christian Demirtas. Der Offensivspieler werde jetzt nochmal ärztlich untersucht.
  • Zuversichtlich ist Demirtas dagegen, dass der angeschlagene Ali Odabas gegen den VfB Stuttgart II mitwirken kann.⋌alex

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