VfR-Knackpunkt Dreierkette in Mainz

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Aalens Angreifer Toni Vastic (Mitte) wird von BhattiSaher (links) und Hermann Lars (rechts) in die Zange genommen und muss mit Verdacht auf einen Muskelriss im Oberschenkel verletzt ausgewechselt werden. Der VfR Aalen muss sich bei Schott Mainz mit einem 1:1-Unentschieden begnügen.
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Der VfR Aalen kassiert nach einer verdienten 1:0-Führung bei Schott Mainz den vermeidbaren 1:1-Ausgleich. Aalens neuer Chefcoach überrascht mit Systemänderung.

Für Aalens neuen Cheftrainer Uwe Wolf war es nicht der erhoffte Einstand nach Maß. Obwohl seine Jungs den Sieg durchaus verdient gehabt hätten, mussten sie sich am Ende beim Tabellendrittletzten TSV Schott Mainz mit einem mageren 1:1-Remis zufrieden geben. Dennoch war es ein Punktgewinn, der den Abstand zur Abstiegszone auf fünf Zähler vergrößerte.

Man mag am Ende trefflich darüber streiten, ob der Rohrwang-Elf von der Ostalb ausgerechnet die Umstellung Wolfs auf eine Dreier-Abwehrkette (Marcel Appiah, Gino Windmüller und Oliver Oschkenat) den Sieg gekostet hat, den die Mannschaft lange vor Augen hatte. Fakt ist, dass in der 62. Minute der Mainzer Goalgetter Raphael Assibey-Mensah nach einem langen Seitenwechsel völlig frei stand, Daniel Bernhardt im Kasten des VfR Aalen keine Chance ließ und mit seinem neunten Saisontreffer den 1:1-Ausgleich erzielte. Dem Abwehrtrio, das seine Sache bis zu dieser Aktion tadellos bewerkstelligt hatte, fehlte in dieser Szene die Unterstützung aus dem Mittelfeld, um den Gegentreffer verhindern zu können. "Wir waren in diesem Moment unaufmerksam", ärgerte sich auch Uwe Wolf über diesen Ausgleich, der das Team in der Folge dann auch etwas aus dem Tritt brachte.

Dabei hatten sich die Ostälbler nach einer kurzen Orientierungsphase schon nach wenigen Minuten in ihrem neuen Spielsystem gut zurechtgefunden. Wolf hatte gänzlich auf die etatmäßigen Außenverteidiger Andreas Knipfer, Kolja Herrmann und auch Goson Sakai verzichtet, die sich das Spiel von der Bank aus anschauen mussten. Im Spielsystem 3-4-1-2 setzte der neue VfR-Chefcoach auf Alessandro Abruscia als Spielmacher und auf die Doppelspitze Toni Vastic/Steffen Kienle. Abruscia zeigte vor allem in den ersten 45 Minuten, dass er in diese Spielmacherrolle hineinwachsen kann. Vastic und Kienle standen zuletzt bereits öfters gemeinsam auf dem Platz und zeigten sich sehr agil. Bis zur 37. Minute. Nach einem Zweikampf musste Vastic mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel verletzt das Feld verlassen.

Für ihn kam Ouadie Barini. Und der 29-Jährige, der unter Trainer Roland Seitz zwar zwei Tore erzielt, aber nur wenig Einsatzzeit bekommen hatte, bedankte sich bei seinem neuen Übungsleiter für das Vertrauen kurz nach dem Seitenwechsel mit der Aalener 1:0-Führung.

Sie war längst verdient. Denn es war der VfR Aalen, der nach wenigen Minuten das Geschehen an sich gerissen und die Gastgeber gehörig unter Druck gesetzt hatte. Allein, es fehlte – wie schon so oft in dieser Saison – die Durchschlagskraft.

Toni Vastic war in der 17. Minute am gegnerischen Keeper Tim Hansen gescheitert, ehe zunächst Abruscia und dann Hoffmann eine knappe Viertelstunde später die größte Chance zur Aalener Führung ausließen.

Barini besorgt die Führung

Wir waren in diesem Moment unaufmerksam.

Uwe Wolf Cheftrainer des VfR Aalen

Die besorgte Ouadie Barini nach dem Seitenwechsel. Mit der Fußspitze verlängerte er eine schöne Flanke von Leon Volz über Mainz' Keeper hinweg in der 51. Minute zum 1:0 für Aalen.

Der Ausgleich fiel nur wenig später wie aus heiterem Himmel. Der erst 21-jährige Torjäger der Mainzer, Raphael Assibey-Mensah stand nach einem langen Seitenwechsel plötzlich völlig frei und ließ sich diese Chance zum 1:1 nicht entgehen.

Aalen hatte das sichtlich aus dem Konzept gebracht. Mainz bekam Aufwind und kam zu weiteren Tormöglichkeiten. Marcel Appiah war es, der in der 75. Minute in höchster Not klärte. Keine Minute später strich ein Ball an Freund und Feind vorbei quer durch den Aalener Strafraum. Aalen konnte in dieser Phase von Glück sagen, nicht ins Hintertreffen gekommen zu sein.

Volley übers Tor

Die letzten zehn Minuten gehörten wieder dem VfR. Einen Schuss von Volz lenkte Schott-Keeper Hansen gerade noch zur Ecke. Leon Volz war es dann auch, der den abgewehrten Eckball aus 20 Metern über das Tor donnerte. Und als der eingewechselte Mo Morabet einen weiteren Eckball hereingab, jagte Kevin Hoffmann das Leder volley nur knapp am Tor vorbei. Der VfR Aalen war dem Siegtreffer nahe, fallen indes wollte er nicht.

Alessandro Abruscia (links) in der Spielmacherrolle.

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