VfR: Mit Feuer in den Augen gegen den Angstgegner

+
Letzte Vorbereitungen aufs Spiel: Uwe Wolf in seinem Trainerbüro in der Ostalb-Arena.
  • schließen

Vier Spiele, vier Niederlagen: Der VfR Aalen hat gegen die TSG Balingen noch nie gepunktet. Gelingt der Elf von Uwe Wolf am Freitagabend im ersten Spiel des Jahres die Wende?

Aalen.

Uwe Wolf spricht das Wort aus: „Angstgegner.“ Das ist die TSG Balingen inzwischen für den VfR Aalen. Der Trainer will den Spuk aber beenden und am Freitagabend erstmals gegen die Elf von Ex-VfR-Profi Martin Braun gewinnen. Dazu sei vor allem eines wichtig: der Blick in die Augen seiner Profis. Anpfiff in der Ostalb-Arena: 19 Uhr.

Uwe Wolf hat das Hinspiel nicht vergessen: „Wir haben in Blau gespielt, Balingen in Rot. Und 100 Prozent aller neutralen Beobachter hätten nach zehn Minuten gesagt, dass der Sieger am Ende nur Blau sein kann.“ Gekommen ist es bekanntlich anders: Die TSG führte zwischenzeitlich 3:0, nach 90 Minuten stand's 3:2. „Zwei der drei Gegentore haben wir nach langen Bällen bekommen. Wir waren zu lauffaul, um diese langen Bälle zu verteidigen“, sagt Wolf und deutet an, auf was es am Freitag ankommen wird: auf die Grundtugenden. „Balingen hat eine sehr robuste Spielweise, wir müssen dagegenhalten.“ Der VfR-Trainer hat größten Respekt vor dem, was TSG-Trainer Martin Braun mit den dort bescheidenen Mitteln leistet. „Martin macht einen tollen Job. Wenn er mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt schafft, ist das für mich ähnlich überraschend wie das, was Freiburg II vergangene Saison oder Mainz 05 II aktuell leisten.“

Aktuell rangiert Balingen in der Tabelle auf Platz zehn, einen Rang hinter dem VfR. Und Wolf will mit aller Macht verhindern, dass sich das ändert. Wobei er vor dem Gegner warnst. „Für eine Mannschaft wie die TSG ist es ein Highlight, in einem Stadion wie der Ostalb-Arena spielen zu dürfen. Wir müssen schauen, dass der Gegner keine Freude hat hier.“

Entscheidend seien zwei Punkte: „Erstens: Wir müssen dominant auftreten. Zweitens: Wir müssen defensiv stabil stehen.“ Vor allem Letzteres war ein Schwerpunkt in der Vorbereitung, und „wir sind jetzt einen Schritt weiter als in der Hinrunde“. Wolf hat angekündigt, dass er vor dem Spiel in die Augen seiner Profis schauen werde. „Ich will sehen, wer das Feuer in seinen Augen hat.“ Nachgeschaut hat er in dieser Woche täglich und festgestellt: „Alle Profis brennen auf dieses Spiel.“ Heißt: Stand Donnerstag wird der Trainer dieselbe Startelf ins Spiel schicken wie vergangene Woche im letzten Testspiel bei der TSG Hoffenheim II (1:0).

Manuel Botic im Kader

Mit Ali Odabas und Youngster Tim Schmidt in der Innenverteidigung - und Routinier Gino Windmüller auf der Bank. Wie kommt der 32-Jährige damit klar? „Gino hat selbst gesehen, dass ihm noch der Rhythmus fehlt, nachdem, er in der Vorbereitung ausgefallen ist“, sagt Wolf. Und fügt hinzu, dass „Gino in der zweiten Halbzeit in Hoffenheim gezeigt hat, dass absolut Verlass auf ihn ist“. Ohnehin hätte die zweite Reihe den Druck auf die erste Elf erhöhte. Zu dieser zweiten Reihe gehört am Freitagabend auch Manuel Botic, der im letzten Testspiel ein- und wieder ausgewechselt wurde, weil er ein schlechtes Zweikampfverhalten hatte. „Das war eine Erziehungsmaßnahme, die manchmal sein muss“, sagt der Trainer klipp und klar. Was er aber auch sagt: dass der 23-Jährige gegen Balingen definitiv zu Kader gehöre. „Ich habe mit Manuel gesprochen. Er selbst ist auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass ab sofort ein anderer Manuel Botic auf dem Feld stehe. Einer, der leidenschaftlich in die defensiven Zweikämpfe gehe. Und siehe da, er hat diese Woche sehr ordentlich trainiert. Gerade was die Einstellung angeht.“

Neben den drei Langzeitverletzten fehlen im ersten Spiel des Jahres nur die gelbgesperrten Sean Seitz und Daniel Elfadli. Alle anderen sind an Bord. Das dürfen auch die Zuschauer sein. „Das ist sehr wichtig, dass unsere überragenden Fans dabei sein.“

Und noch etwas freut Uwe Wolf vor dem anstehenden Duell: dass es ein Freitagabendspiel unter Flutlicht ist. „Das sind die schönsten Spiele. Wenn du da gewinnst, kannst du am Wochenende entspannt zuschauen, was die Konkurrenz macht.“

Dazu muss aber zuerst der Angstgegner TSG Balingen besiegt werden.

Das sind die schönsten Spiele.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare