VfR-Serie reißt - 1:4 gegen Elversberg

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Uwe Wolf, Cheftrainer des VfR Aalen
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Fußball, Regionalliga Südwest Nach vier Siegen in Folge verliert der VfR Aalen gegen den Tabellenvierten aus dem Saarland das Spiel und mit Ali Odabas und Gino Windmüller beide Innenverteidiger.

Aalen.

Die Serie ist gerissen. Nach vier Siegen in Folge kassierte der VfR Aalen am Sonntag zuhause gegen den Tabellenvierten SV Elversberg eine 1:4-Niederlage. Die kompromisslos agierenden Gäste unterstrichen mit ihrem abgeklärten Auftreten, dass sie zurecht zu den Aufstiegsfavoriten der Liga zählen. Der Sieg fiel allerdings deutlich zu hoch aus. Vor allem in der zweiten Halbzeit - nach dem 0:4 - war es der VfR Aalen, der vor Einsatzfreude sprühte und die Gäste selbst dann noch unter Druck setzte, als Ali Odabas nach seiner roten Karte (Notbremse) vorzeitig hatte das Feld verlassen müssen.

Das Spiel war noch keine drei Minuten alt, da gab’s auch schon die kalte Dusche für den VfR. Elversbergs Manuel Feil war auf der linken Aalener Seite durch und passte direkt vor dem VfR-Gehäuse das Leder nach innen, wo der hingrätschende Gino Windmüller den Ball halb mit dem Körper, halb mit der Hand über die Torlinie drückte. Bitter, dass er für sein Handspiel auch noch gelb sah.

Keine zwei Minuten später zappelte das Leder im Elversberger Netz. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Gahis Safi den Treffer gegeben hätte. Doch der Schiri wollte ein Handspiel gesehen haben und gab den Treffer nicht. Aalen ließ sich dadurch nicht beirren und versuchte fortan, den Gegner unter Druck zu setzen. Die Stimmung im Stadion war schon jetzt gigantisch.

Auch Aalens gesperrter Cheftrainer Uwe Wolf, der sich vor dem Anpfiff in eine der Pressekabinen unter den Stadiondach der Haupttribüne verzogen hatte, hielt es nicht mehr in seiner Glasbox. Lautstark forderte er seine Spieler von oben auf: „Weiter Jungs, weiter!“

Beide Teams versuchten, sich gegenseitig aggressiv und mit hohem Tempo unter Druck zu setzen. Der nach seiner Gelbsperre zurückgekehrte VfR-Kapitän Alessandro Abruscia agierte direkt hinter Sturmspitze Steffen Kienle ziemlich offensiv. Und obwohl die Aalener Offensive der SVE-Hintermannschaft alles abverlangte, war schnell klar, dass der VfR eine echte Spitzenmannschaft der Liga zu Gast hate, die es verstand, die VfR-Angriffe abzufangen und ihrerseits blitzschnell Räume zu öffnen, um pfeilschnelle Gegenangriffe zu fahren.

Leidtragender dieser Angriffswellen zumindest über die rechte Gästeseite war ein ums andere Mal VfR-Linksverteidiger Eduard Heckmann, der die Nummer 7 der Elversberger, Manuel Feil nicht halten konnte, und keine Unterstützung aus den eigenen Reihen erfuhr. So konnte sich Feil immer wieder davonstehlen und für Gefahr sorgen. Und für Tore. Zum 0:2 - nach vorausgegangenen Handspiel - traf er in der 27. Minute. Und obwohl man der Feststellung Wolfs „Die wissen gar nicht, wieso sie 2:0 führen“ nicht widersprechen konnte, legte Feil nur sieben Minuten später zum 0:3 nach.

Für Heckmann kam Kristjan Arh Cesen, der den Aktionsradius Feils besser eindämmen konnte. Dennoch hätte der VfR Aalen noch vor dem Halbzeitpfiff beinahe das 0:4 kassiert, als Nico Karger plötzlich völlig frei vor Tim Paterok das Leder bekam, im Aalener Schlussmann aber seinen Meister fand.

Noch vor dem Seitenwechsel wäre Gino Windmüller beinahe der Anschlusstreffer geglückt. Auf diesen drängte Aalen sofort nach Wiederbeginn. Nach einem Foul an Seitz im Strafraum blieb der Elfmeterpfiff aus. Im Gegenzug erhöhte Nico Karger für Gäste auf 4:0.

Elversberg schaltete daraufhin einen Gang zurück. Das eröffnete dem VfR Aalen neue Spielräume. Alessandro Abruscia markierte den 1:4-Anschlusstreffer. Obwohl er und sein Team in der Folgezeit die gegnerische Defensive enorm unter Druck nahmen, wusste diese, sich zu wehren.

Beide Innenverteidiger fehlen am Freitag in Offenbach

Nach einem Gegenangriff in der 60. Minute wertete der unsicher leitende Schiedsrichter Gahis Safi eine Abwehraktion von Ali Odabas zur Überraschung aller als Notbremse (letzter Mann) und zeigte ihm den roten Karton. Dass der VfR Aalen danach dezimiert weiterspielen musste, ließen sich die Rohrwangkicker nicht anmerken. Am Ende musste mit Gino Windmüller auch der zweite Innenverteidiger vorzeitig das Feld verlassen (gelb-rot). Beide werden dem VfR Aalen am Freitag (19 Uhr) beim Tabellenfünften Kickers Offenbach fehlen.

Die wissen gar nicht, wieso sie 2:0 führen.“

Uwe Wolf, derzeit gesperrter VfR-Cheftrainer
Steffen Kienle (VfR Aalen, #23) im Zweikampf mit Laurin von Piechowski (SV 07 Elversberg, #05), VfR Aalen vs. SV 07 Elversberg, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 17.10.2021
Andreas Knipfer (VfR Aalen, #02) im Zweikampf, VfR Aalen vs. SV 07 Elversberg, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 17.10.2021
Alessandro Abruscia (VfR Aalen, #10) trifft zum 1:4, VfR Aalen vs. SV 07 Elversberg, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 17.10.2021
Christian Demirtas, Co-Trainer (VfR Aalen) gibt seinem Kapitaen Alessandro Abruscia (VfR Aalen, #10) Anweisungen nach der roten Karte, VfR Aalen vs. SV 07 Elversberg, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 17.10.2021
Ali Odabas (VfR Aalen, #17) fleht den Schiedsrichter an, VfR Aalen vs. SV 07 Elversberg, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 17.10.2021

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