VfR-Torjäger Steffen Kienle gleicht nach 92 Minuten aus

+
Steffen Kienle trifft zum Ausgleich.
  • schließen

Später Jubel im letzten Heimspiel: Der VfR Aalen schafft nach einem 0:2-Rückstand ein 2:2 (0:1) gegen den FK 03 Pirmasens. Tim Schmidt wird zum Schlüsselspieler.

Das war ein ganz klarer Elfmeter.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen
  • Stimmen zum Spiel: „Es ist schwer, diesen Punkt zu akzeptieren“
  • Steffen Kienle, VfR-Torjäger: „Es ist natürlich schön, wenn man in der 90. den Ausgleich macht. Aber irgendwie fühlt es sich nicht so gut an. Meiner Meinung nach haben wir das Spiel in der ersten Halbzeit komplett im Griff gehabt. Ich habe im Spiel gedacht, dass heute nur wir gewinnen können. Deshalb ist es schwer, diesen Punkt zu akzeptieren.“
  • Martin Gries, FK-Interimstrainer: „Wir können mit dem 2:2 zufrieden sein. Der Druck von Aalen war schon extrem. Dass es in der 92. Minute passiert, ist natürlich mies.“
  • Gino Windmüller, VfR-Innenverteidiger: „Das Tor zum 0:1 geht auf meine Kappe. Ich muss den Ball weghauen, da trifft Tim Paterok keine Schuld. Unterm Strich ist das 2:2 ärgerlich, weil wir über 90 Minuten klar besser waren.“
  • Ali Odabas, VfR-Innenverteidiger: „Nach einer halben Stunde haben wir aufgehört zu laufen. Wir sind von unserem Spiel abgekommen. Das darf nicht mehr passieren.“ alex

Aalen

Zum Schluss wurde gejubelt: Der VfR Aalen hat in letzter Minute zugeschlagen und nach einem 0:2-Rückstand noch 2:2 (0:1) gegen den FK 03 Pirmasens gespielt. Torjäger Steffen Kienle gelang im letzten Heimspiel der Last-Minute-Treffer. Eingeleitet wurde das Tor von Tim Schmidt, der zuvor schon das 1:2 erzielte.

Insgeheim hatte Uwe Wolf einen Sieg eingeplant. Dass der Trainer des VfR Aalen trotzdem zufrieden war, lag am Spielverlauf. Die Ostälbler boten den knapp 350 Zuschauern wieder ein Spektakel - mit einem glücklichen Ende. „Wenn man nach 72 Minuten 0:2 zurückliegt, dann geht man positiv aus diesem Spiel heraus“, sagt Wolf und zollte seiner Mannschaft großen Respekt. „Wir haben eine unglaubliche Moral gezeigt.“ Nach den ersten 30 Minuten stellte sich eigentlich nur eine Frage: Wie hoch würde der VfR Aalen diese Partie gewinnen?

Pirmasens war bis dahin chancenlos, nur ein Team gab den Takt vor: der VfR Aalen. Alessandro Abruscia hatte zunächst Pech, sein 20-Meter-Freistoß krachte an den Pfosten (4.). Nach gut einer Viertelstunde folgte eine Möglichkeit nach der anderen. Sean Seitz (21.), Steffen Kienle (24.), Ali Odabas (24.) und noch einmal Seitz (25.) hatten die längst fällige Führung auf dem Fuß. „Da hatten wir viel Dusel gehabt“, gab hinterher auch FK-Interimstrainer Martin Gries zu. Dessen Team kam erst nach 38 Minuten gefährlich vors VfR-Tor - und plötzlich stand es 0:1. Bei der Hereingabe Arman Ardestani waren sich Keeper Tim Paterok und Gino Windmüller nicht einig. Torjäger Dennis Krob sagte danke und schob den Ball über die Linie. Es war die Phase, in der die Aalener die Spielkontrolle aus der Hand gaben. „Wir haben da um ein Tor gebettelt“, ärgert sich Wolf. Noch mehr geärgert hat sich der VfR-Trainer wenige Minuten danach. Andreas Knipfer hatte freie Schussbahn, als er von hinten attackiert wurde (43.). Weil Schiedsrichter Roy Dingler keinen Elfmeter gab, stürmte Wolf wütend zum Linienrichter. „Da gibt er mir lieber Gelb statt Elfmeter zu pfeifen. Das war ein klarer Elfer!“

Schmidt trifft und bereitet vor

Wolf reagierte in der Halbzeitpause und wechselte zum 4-4-2-System. Das änderte zunächst nichts daran, dass die Partie kampfbetont blieb. Erst die Einwechslung von Tim Schmidt war letztendlich der ausschlaggebende Schachzug von Wolf. Die Stadionuhr zeigte 61:08 Minuten an, als der 19-Jährige nach überstandener Coronainfektion den Platz betrat. Nach 61:32 Minuten vergab Schmidt mit seinem ersten Ballkontakt die Großchance zum 1:1. Wenige Sekunden nachdem Tim Paterok mit einer Großtat das 0:2 verhinderte, fiel dieser zweite Treffer für Pirmasens. Mittendrin: Tim Schmidt. Der Abwehrspieler war einen Moment unaufmerksam, und David Becker durfte ungestört einköpfen (72.).

War's das bereits? Nein. Weil die Wolf-Elf Moral zeigte. Und Tim Schmidt hatte. Nach einem Eckball von Abruscia war der Youngster per Kopf zur Stelle - 1:2 (79.). Nun wurde es hektisch, der VfR Aalen versuchte es mit der Brechstange - und wurde in der Nachspielzeit belohnt. Nach Vorarbeit von Schmidt setzte sich Steffen Kienle glänzend durch und vollendete aus kurzer Distanz - 2:2 (90.+2).

Mit dem 2:2 verabschiedete sich der VfR Aalen von seinen Fans in die Winterpause. „Die Art und Weise, wie wir in den Heimspielen auftreten, ist schön anzuschauen“, bilanziert Trainer Uwe Wolf. Und ganz nebenbei auch erfolgreich: 19 der 29 Punkte haben die Ostälbler im eigenen Stadion gefeiert.

Aalen: Paterok – Schaupp (73. Bux), Windmüller, Odabas – Knipfer (62. Schmidt), Abruscia, Botic, Heckmann (46. Elfadli) – M. Müller, Kienle, Seitz. Trainer: Wolf

Pirmasens: Schulz - Grünnagel, Zimmer, Griess, Hammann - Becker - Dimitrijevic (87. Klein), Neofytos (87. Makanda), Cisse, Ardestani (75. P. Herrmann) - Krob (90.+4 Frisorger). Trainer: Gries

Tore: 0:1 Krob (38.), 0:2 Becker (72.), 1:2 Schmidt (79.), 2:2 Kienle (90.+2) - Gelbe Karten: Seitz, Odabas, Schmidt - Gries, Becker, Hammann, Ardestani - Bes. Vorkommnis: Gelbe Karte für Wolf (44.) - Schiedsrichter: Roy Dingler (Pforzheim) - Zuschauer: 347

Jubel von Torschütze Steffen Kienle.
Torjubel von Steffen Kienle.
VfR-Trainer Uwe Wolf
Jan Schulz kommt zu spät, der Freistoß von Alessandro Abruscia kracht an den Pfosten.

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare