VfR-Trainer Cramer nach 0:2 gegen FSV Mainz 05 II: "Das ist kein Regionalliga-Fußball"

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Tobias Cramer, Cheftrainer des VfR Aalen, war nach dem Spiel "sehr, sehr enttäuscht".
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Der VfR Aalen legt in der Ostalb-Arena beim 0:2 (0:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 II einen blassen Auftritt hin. VfR-Trainer Tobias Cramer: „Ich bin sehr, sehr enttäuscht.“

Aalen

So optimistisch war VfR-Trainer Tobias Cramer noch vor der Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 II, doch nach dem mutlosen 0:2-Auftritt wurde er deutlich: „Ich möchte mich im Namen der Mannschaft entschuldigen, denn das ist kein Regionalliga-Fußball, den wir momentan auf den Platz bringen.“

Die Mainzer bestimmten von Beginn an die Partie. Nach einem feinen Steckpass kam der Ball zu Alessio Curci, dessen Abschluss aber neben das Tor von VfR-Torhüter Michel Witte kullerte (2.). Dann passierte lange nichts. Die Gäste kontrollierten den Ball und versuchten sowohl über die Außen als auch über hohe Bälle in die Spitze Offensiv-Akzente zu setzen - jedoch erfolglos. Der VfR Aalen hingegen konzentrierte sich auf die Arbeit gegen den Ball, ging gut in die Zweikämpfe, verzeichnete aber zu leichte Ballverluste im eigenen Spielaufbau.

Korb rettet auf der Linie

In der 30. Minute gab es dann einen Versuch durch den Mainzer Ben Bobzien, der aber weit über das VfR-Tor segelte. Die Mainzer sammelten fleißig Eckbälle und so war es schließlich der fünfte Eckball, der brandgefährlich für die Hausherren wurde, Sascha Korb rettete aber per Kopf auf der Linie (38.). Anschließend war es Aymane Barkok, der übrigens in seiner Vita auch schon 64 Bundesliga-Auftritte für die Eintracht Frankfurt vorweisen kann, der die Kugel ins lange Eck schlenzte. Witte hielt das Spielgerät mit einer schönen Flugeinlage sicher (42.). Mit 0:0 ging es für die Teams in die Kabinen.

„Die Spieler haben es nicht 100 Prozent so umgesetzt, was wir in der Trainingswoche erarbeitet haben“, so VfR-Trainer Tobias Cramer nach der Partie. „In der ersten Halbzeit haben wir viel zu mutlos die Laufwege gemacht und keinen Druck auf den Ball bekommen.“

Wieder war es nach Wiederanpfiff Barkok, der mit einer tollen Bewegung über den linken Mainzer Flügel etwas Raum gewann. Er zog nach innen, peilte erneut das lange Eck von Wittes-Gehäuse an und verfehlte nur knapp (50.). Abermals drückten die Gäste nach vorne und plötzlich zappelte das Spielgerät im Aalener Netz. Dabei zeigte Ben Justus Bobzien seine individuelle Klasse. Einen Seitfallzieher von Curci im rechten Strafraum bekam der VfR nicht sauber aus der Box geklärt, über Umwege landete die Kugel bei Bobzien, der das Spielgerät perfekt und unhaltbar ins Kreuzeck hämmerte (55.). VfR-Trainer Tobias Cramer reagierte und versuchte mit Stefan Wächter und Holger Bux die Aalener-Offensive zu aktivieren, die noch nicht einen Schuss auf das Tor von Lasse Rieß im FSV-Kasten bringen konnten.

Mainzer Joker entscheidet Partie

Der VfR Aalen nahm zwar nun mehr am Spielgeschehen teil und zeigte etwas bessere Ballpassagen - die nötige Bissigkeit nach vorne fehlte jedoch weiterhin.

Auf der anderen Seite brachte Gäste-Trainer Jan Siewert ebenfalls frisches Personal von der Bank. Neu auf dem Platz war auch Julian Derstroff und der sollte zehn Minuten nach seiner Einwechslung in Aktion treten. Derstroff wurde nach einem temporeichen Mainzer Angriff in die Spitze geschickt und schob souverän zum 2:0 ein (76.).

Dieser Zwei-Tore-Vorsprung war eine knappe Viertelstunde vor Schluss die Entscheidung. Von harmlosen Aalenern kam offensiv - wie schon das ganze Spiel zuvor - nichts mehr. Vor knapp vier Wochen beim Spiel gegen den KSV Hessen Kassel hat Cramer den Abstiegskampf ausgerufen - sein Team gewann 3:0. Doch seitdem kamen für den VfR Aalen nur zwei Punkte auf das Konto hinzu, gleichbedeutend mit dem aktuellen Tabellenplatz 14.

„Jetzt sieht man die Tabellenkonstellation und wie schnell das geht“, so ein zerknirschter VfR-Trainer Tobias Cramer. „Gestandene Spieler müssen jetzt mal Persönlichkeit zeigen und so eine junge Mannschaft führen. Ich bin sehr, sehr enttäuscht.“

Stimmen zum Spiel:

KristjanArhCesen, VfR-Mittelfeldspieler: „Wir haben unseren Plan für dieses Spiel erstellt. Vielleicht haben wir ein bisschen zu viel mit Angst und Druck gespielt, weil es in so vielen Spielen nicht für uns geklappt hat. Wir müssen torgefährlicher werden und nicht solche Fehler machen. Die zweite Halbzeit war besser, aber trotzdem viel zu wenig.“ Holger Bux, VfR-Stürmer: „Es ist schwierig. Wir sind nicht ins Spiel reingekommen. Wenn du am Anfang schon die Zweikämpfe verlierst, dann wird's hinterher auch schwer. Wir wussten, dass Mainz spielstark ist und das ausnutzt. Man wird aggressiver auf dem Platz, keucht nur den Ball hinterher, dann lässt die Konzentration irgendwann nach. Dadurch passieren auch mehr Fehler - das nutzt dann eine Mannschaft wie Mainz aus. Wir hätten mit besser dagegenhalten müssen.“Sean Seitz, VfR-Stürmer: „Am Anfang sind wir nicht gut ins Spiel gekommen. Wir hatten auch nicht so einen richtigen Plan, wie wir hinten rausspielen. Dass Mainz vorne die Qualität hat, wussten wir auf jeden Fall. Das war klar, dass das in der zweiten Halbzeit bestraft wird, obwohl wir sie kurz am Anfang der zweiten Hälfte hatten. Aber dann wird das eiskalt bestraft. Wenn du Ballgewinne hast, dann kannst du auch schnell nach vorne spielen. So komme ich immer ins Spiel, so kommt die Mannschaft immer ins Spiel. Das brauchen wir in den nächsten Spielen, aber wir brauchen auch mal einen Plan, wie wir hinten raus spielen wollen. Das muss mal klipp und klar angesagt werden.“ ag

VfR Aalen – Mainz 05 II 0:2 (0:0)

VfR: Witte - Korb, Just, Schaupp, Heckmann (65. Bux) - Meien, Müller (78. Kundruweit) - Seitz, Abruscia, Cesen - Arcalean (65. Wächter). FSV: Rieß - Crljenec (82. Hartmann), Wilhelm, Shabani - Richter (82. Petö), Sabani, Rupil, Mamutovic (82. Müller) - Barkok - Curci (66. Derstroff), Bobzien (72. Schmidt). Gelbe Karten: Seitz / MamutovicTore: 0:1 Bobzien (55.), 0:2 Derstroff (76.)Zuschauer: 1.058

Jonas Arcalean (links) konnte - wie sein gesamtes Team - nicht einen Torabschluss verbuchen.
Jonas Arcalean (rechts) konnte - wie sein gesamtes Team - nicht einen Torabschluss verbuchen.
Konnte offensiv keine Akzente setzen: Sean Seitz (rechts) hier im Zweikampf mit David Mamutovic.

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