Fußball, Regionalliga

VfR-Trainer Tobias Cramer: „Dann haben sie mich Blinden genommen“

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Der Mann hat Humor: "Dann haben sie mich Blinden genommen ...", sagt der neue Trainer des VfR Aalen über seinen Wechsel auf die Ostalb.
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Der neue Trainer des VfR Aalen spricht in seiner Heimat über seinen Wechsel auf die Ostalb - und beweist durchaus Humor.

Kassel / Aalen

Auf der Ostalb ist der Neue öffentlich noch nicht in Erscheinung getreten. In seiner Heimat dagegen hat sich Tobias Cramer nun erstmals zu seinem Wechsel zum VfR Aalen geäußert. Der Trainer spricht über sein Bewerbungsgespräch, seine Verbindung zu VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore und darüber, dass er den Job ohne Beziehungen bekommen habe.

Den Trainerposten habe er „auf herkömmliche Weise“ bekommen, sagt der 47-Jährige gegenüber der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen (HNA). „Die Stelle war ausgeschrieben, ich habe mich beworben. Es gab zwei Gesprächsrunden mit der Sportlichen Leitung. Bei der zweiten war die Auswahl dann auf drei Trainer reduziert worden“, sagt Cramer und fügt zeigt dann, dass er durchaus Humor hat: „Am Ende haben sie mich Blinden genommen ...“

Zunächst aber ein Blick zurück: Nach seiner Entlassung beim Oberligisten SF Siegen im März 2022 hat Tobias Cramer wieder in seinem ursprünglichen Beruf als Sportlehrer gearbeitet - und die Schule sei sein Erfolgserlebnis bei der Suche nach einem Trainerjob gewesen. „Es herrscht enormer Lehrermangel. Ich hätte im kommenden Schuljahr auf jeden Fall weitermachen können. So bin ich komplett stressfrei in die Gespräche mit Aalen gegangen. Es gibt Trainer, die müssen damit Geld verdienen. Ich habe eine Alternative“, sagt der A-Lizenz-Inhaber. Eines ist ihm dabei wichtig: Er habe den Zuschlag in Aalen komplett ohne Vitamin B erhalten, „auch wenn er Giuseppe Lepore aus früheren Zeiten bei Hessen Kassel kenne und sich mit ihm schon vorher beruflich ausgetauscht habe. Das ist deshalb besonders interessant, weil Lepore zuvor seinen einstigen Kumpel Uwe Wolf als Trainer zum VfR Aalen geholt hatte - auch ihn kannte der Geschäftsführer aus alten Zeiten bei Hessen Kassel.

Der Ruf des „harten Hundes“

Dass Cramer nur mit einem Einjahresvertrag beim VfR Aalen ausgestattet worden ist, weiß er einzuschätzen. „Der Club ist durch die Erfahrungen mit Uwe Wolf und Roland Seitz ein wenig gebrandmarkt. das habe ich akzeptiert. Meine Aufgabe wird es nun auch sein, das Vertrauen zu gewinnen“, sagt er gegenüber der HNA.

Apropos Vertrauen: Die SF Siegen hatten das nicht mehr in den 47-Jährigen und haben sich deshalb im März von ihm getrennt. „Ich habe da schon ab Januar gemerkt, dass nicht mehr offen und ehrlich kommuniziert wurde. Einer Gruppe von Spielern war es zu anstrengend, die standen im Dunstkreis des Sportlichen Leiters“, sagt Cramer, dem der Ruf als „harter Hund“ bereits vorauseilt. Ob er auch die Profis des VfR Aalen entsprechend anpackt, wird sich ab 27. Juni zeigen. Da ist Trainingsauftakt. Bis dahin will sich auch der Neue auf der Ostalb eingerichtet haben, weil er von seiner Heimat Willingen aus nicht pendeln kann. „Ich nehme mir eine Wohnung, meine Kinder sind aus dem Gröbsten raus. “

Jetzt muss er die Jungs des VfR Aalen in die Spur bringen.

Ich bin stressfrei in die Gespräche gegangen.“

Tobias Cramer, Neuer Trainer des VfR Aalen
Der Mann hat Humor: "Dann haben sie mich Blinden genommen ...", sagt der neue Trainer des VfR Aalen über seinen Wechsel auf die Ostalb.

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