VfR-Trainer Tobias Cramer gibt ein Treuebekenntnis ab

+
VfR-Trainer Tobias Cramer.
  • schließen

Nach dem siebten Spiel ohne Sieg: Der Trainer des VfR Aalen sagt, dass er zur Mannschaft steht. Und Vico Meien versichert, dass es im Team stimmt: „Jeder hier hat Bock.“

Bahlingen / Aalen

Es schien fast so, als hätte der Gegner Mitleid. Die Verantwortlichen des Bahlinger SC haben Trainer Tobias Cramer zum Abschied eine Flasche Rotwein mitgegeben. Für die lange Heimreise - die der VfR Aalen nach dem 1:2 (1:0) wieder einmal ohne Punkte antreten musste. Und so war die Freude über den edlen Tropfen aus dem Weinanbaugebiet am Kaiserstuhl nicht allzu groß. Weil zur sportlichen Krise nun auch noch der Frust im Fanlager dazukommt.

„Die Fans sind zurecht sauer. Wir haben es ja selbst mitbekommen, wie es ist, wenn man stundenlang im Stau steht. Das sind unfassbare Opfer, die sie tätigen - und zwar für uns“, sagt Mittelfeldspieler Vico Meien und fügt hinzu: „Uns ist das sehr wohl bewusst, und wir denken nicht, dass das selbstverständlich ist.“

Warum aber hat's in Bahlingen dann erneut nicht geklappt mit der Wende? Warum hat der VfR Aalen 45 Minuten starke Minuten abgeliefert, den Gegner klar beherrscht, zur Pause mit 1:0 geführt - und dann doch wieder verloren? Sascha Korb stimmt zu, dass die zweite Halbzeit deutlich schwächer war. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht eine Chance zugelassen, und vorne hätten wir das 2:0 machen müssen. Dann fällt zwei Minuten nach Wiederanpfiff das 1:1, und wir verlieren komplett die Rolle“, so der Mittelfeldspieler selbstkritisch. Dass wieder zwei Standardtore die Niederlage besiegelt haben, „darf einfach nicht passieren“.

Vico Meien haderte hinterher vor allem mit dem Unparteiischen. „Viele Schiedsrichterentscheidungen“ hätten zur dritten Niederlage in Folge geführt. „Im Moment läuft vieles gegen uns“, sagt der Führungsspieler und stellt klar: „Uns kann man nicht nachsagen, dass wir nicht wollen. Dass wir keine Einstellung haben oder dass es in der Mannschaft nicht stimmt. Dass wir nicht kämpfen oder im Training nicht hart arbeiten. Das ist absolut nicht der Fall. Jeder hier hat Bock, wir wollen alle anpacken.“

Kein Vorwurf ans Team

Das bestätigt Michael Weißkopf. „Ich glaube, der Mannschaft kann man kämpferisch nichts vorwerfen. Die Spieler haben alles gegeben, und es war eine Reaktion auf die vergangenen beiden Spiele gegen Steinbach Haiger und Mainz II. Aber es ist auch klar, dass das Selbstvertrauen gerade nicht das größte ist.“ Dennoch: „Unterm Strich muss man auch mal in der Lage sein, zwei, drei Tore zu schießen und so ein Spiel zu gewinnen.“ Wobei auch das Präsidiumsmitglied eine Teilschuld Schiedsrichter Niclas Zemke gibt. „Er hatte sicher nicht seinen glücklichsten Tag. Die Bahlinger Tore sind in der Entstehung sehr fraglich, und in der 92. Minute gibt's ein glasklares Handspiel im Strafraum, das er nicht pfeift. Darüber haben sogar die Bahlinger Zuschauer gelacht ...“

Das ändert freilich nichts daran, dass unterm Strich wieder null Punkte auf der Habenseite stehen. „Wir müssen in den nächsten Wochen genauso hart weiterarbeiten wie wir es bisher gemacht haben. Dann wird sicherlich auch der Erfolg wieder kommen“, sagt Tobias Cramer. Und lässt keine Zweifel aufkommen, dass es innerhalb des Teams Probleme oder Differenzen gibt. „Ich stehe zu der Mannschaft, und ich glaube, die Mannschaft zu mir auch. Das ist das Wichtigste.“ Trotz aller Kritik will Meien aber auch die Fans wieder mit ins Boot nehmen. „Gerade in solchen Zeiten müssen wir alle zusammenstehen.“

Ob der Appell des Mittelfeldspielers ankommt, wird sich am Samstag zeigen. Dann ist Eintracht Trier zu Gast in Aalen.

Die nächsten Spiele des VfR Aalen in der Regionalliga

22. Oktober, 14 Uhr: VfR - Eintracht Trier

29. Oktober, 14 Uhr: Wormatia Worms - VfR

5. November, 14 Uhr: VfR - Hoffenheim II

13. November, 14 Uhr: FC RW Koblenz - VfR

19. November, 14 Uhr: VfR - FSV Frankfurt 

26. November, 14 Uhr: VfR - SGV Freiberg

3. Dezember, 14 Uhr: SG Fulda-Lehnerz - VfR

Die Fans haben die Geduld verloren. Nach dem Schlusspfiff in Bahlingen äußerten die mitgereisten Anhänger lautstark ihren Unmut.
Enttäuscht: die beiden Führungsspieler Vico Meien und Alessandro Abruscia.

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Kommentare