VfR-Trainer Uwe Wolf droht mit Rücktritt

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Knallharte Linie: Nachdem die Regionalliga Südwest eine Verlegung der Partie abgelehnt hatte, hat Trainer Uwe Wolf sogar mit seinem Rücktritt gedroht, sollte der VfR Aalen am Sonntag antreten. Jetzt findet das Spiel nicht statt.
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Chaos beim VfR Aalen: Nachdem der Verband das Spiel in Mainz nicht verlegen will, weigert sich der Trainer, das Team zu coachen. Dann beschließt die Vereinsführung, nicht anzutreten. Auch Steffen Kienle und Ali Odabas positiv getestet .

Aalen / Mainz

Der VfR Aalen spielt am Sonntag nicht! Am späten Freitagabend hat Geschäftsführer Giuseppe Lepore bekanntgegeben, dass die Mannschaft beim TSV Schott Mainz nicht antreten wird. Zuvor hatte die Regionalliga Südwest eine Verlegung der Partie abgelehnt - was wiederum Uwe Wolf in Rage brachte. Der Trainer drohte der Vereinsführung sogar mit seinem Rücktritt, sollte der VfR der Austragung der Partie zustimmen. Nun muss der Verband entscheiden, wie das Spiel gewertet wird.

Das wäre mein Abschied gewesen.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

„Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf und ich haben entschieden, dass unser Team am Sonntag bei Schott Mainz nicht antreten werden. Wir haben das der Regionalliga Südwest mitgeteilt, diese muss nun entscheiden, wie das Spiel gewertet wird.“ Mit diesen Worten ging Giuseppe Lepore am Freitagabend an die Öffentlichkeit. Es war gleichzeitig die Nachricht, die bei Uwe Wolf für große Erleichterung sorgte. „Endlich zeigt der Verein klare Kante. Es wäre verantwortungslos gewesen, dort zu spielen.“ Der Grund: Der VfR Aalen hätte lediglich sieben einsatzfähige Feldspieler aus dem Profikader zur Verfügung gehabt. Und von denen wären nur fünf fit gewesen.

Es war ein Tag, den es so beim VfR Aalen noch nie gegeben hat. Zunächst hatte die Regionalliga Südwest den Antrag auf Verlegung des Spiels beim TSV Schott Mainz abgelehnt. Denn: Laut Paragraf 14 der Spielordnung hatte der VfR Aalen nicht genügend Coronafälle für eine Absage. Es folgten zwei weitere Hiobsbotschaften: Die Antigen-Tests von Steffen Kienle und Ali Odabas waren positiv. Auch die beiden waren damit keine Option mehr fürs Spiel. Für eine Absage war es immer noch zu wenig. Denn: Kienle und Odabas waren „erst“ die Coronafälle Nummer 9 und 10. Bei 26 Spielern auf dem Mannschaftsbogen bräuchte der VfR aber mindestens 11 Fälle für eine Verlegung. Dass sechs weitere Spieler verletzungsbedingt ausfallen, „wird in den Regularien nicht berücksichtigt“, sagt Lepore. Und er stellt klar: „Wir haben alles versucht, dass das Spiel abgesagt wird. Aber die Entscheidung kommt nicht überraschend.“

Uwe Wolf war deshalb stocksauer. Auf den Verband, der einer Spielverlegung nicht zugestimmt hat. Und auf die eigenen Vereinsverantwortlichen, die es nicht geschafft haben, den Antrag durchzudrücken. Wolf hat deshalb harte Konsequenzen gezogen. Er sagte mittags klipp und klar, dass er nicht bereit ist, am Sonntag die Verantwortung zu übernehmen. „Ich fahre definitiv nicht mit nach Mainz! Wenn da etwas passiert, mache ich mich strafbar.“ Der Trainer meinte damit den Einsatz von Eduard Heckmann. Der 19-Jährige wurde erst am Donnerstag nach überstandener Coronainfektion aus der Quarantäne entlassen und soll nun gleich Leistungssport betreiben. „Das ist unverantwortlich, diesen Jungen mit nur einem Training spielen zu lassen“, sagt Wolf. Und noch etwas ist dem Trainer sauer aufgestoßen. Da geht der Vorwurf wieder an die VfR-Verantwortlichen. Nach dem Weggang von Masseur Achim Hägele sei im Verein niemand mehr berechtigt, die Antigen-Tests durchzuführen. „Ich bin aber der Meinung, dass wir in unserer Situation täglich testen sollten. Aber das darf ich hier nicht mehr. Und das akzeptiere ich nicht.“

Am Abend erklärte Wolf, dass er den Vereinsoberen klar gemacht habe, dass er künftig nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehe, sollte der VfR am Sonntag tatsächlich antreten. „Das wäre mein Abschied gewesen.“

Giuseppe Lepore wollte sich zu Uwe Wolfs Androhungen am Abend nicht mehr äußern. Auch zu einer möglichen Wertung der Partie und einer eventuellen Geldstrafe für den VfR Aalen konnte er nichts sagen.

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