VfR-Trainer Uwe Wolf kassiert den nächsten Rüffel

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Hat gerade keinen einfachen Stand: Nach der massiven Kritik an der Vereinsführung und öffentlich geäußerten Rücktrittsdrohungen haben die Verantwortlichen des VfR Aalen ihren Trainer Uwe Wolf scharf attackiert.
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Nach Rücktrittsandrohungen und massiver Kritik an der Vereinsführung: Der Trainer des VfR Aalen muss zum Rapport. Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf spricht von „unqualifizierten und inakzeptablen Verlautbarungen“.

Aalen

Das war des Guten zuviel: Nach der massiven Kritik an der Vereinsführung und öffentlich geäußerten Rücktrittsdrohungen haben die Verantwortlichen des VfR Aalen ihren Trainer Uwe Wolf scharf attackiert. Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf nennt die Äußerungen „unqualifiziert und inakzeptabel“. Der Beschuldigte selbst reagiert gelassen: „Ich fokussiere mich auf meine Mannschaft.“

Uwe Wolf hat wieder einmal deutliche Worte gewählt. Zuerst kritisierte er die Vereinsführung, weil diese beim Verband zunächst keine Spielverlegung erwirken konnte. Dann drohte er mit seinem Rücktritt, sollte der VfR Aalen das anfangs nicht abgesagte Spiel bei Schott Mainz tatsächlich bestreiten. Schließlich klagte der Trainer noch über teilweise unprofessionelle Verhältnisse und sprach gezielt das Fehlen eines Masseurs oder Physiotherapeuten an.

Zwei Tage lang waren die Verantwortlichen still. Jetzt aber haben sie auf den Rundumschlag von Uwe Wolf reagiert und diesen aufs Schärfste verurteilt. Die Kritik an der zunächst gescheiterten Verlegung kann Michael Weißkopf überhaupt nicht nachvollziehen: „Selbst in dieser prekären Personalsituation müssen die Anforderungen für eine ordnungsgemäße Spielverlegung erfüllt sein“, sagt das Präsidiumsmitglied. Diese Anforderungen seien Wolf bekannt gewesen. „Umso unverständlicher sind seine Rücktrittsandrohungen und andere unqualifizierte und inakzeptable Verlautbarungen – sowohl intern als auch extern. Dafür haben wir kein Verständnis.“ Ganz nebenbei gehöre es „nicht zur Verantwortung und Kompetenz von Uwe Wolf, wo gespielt wird und wo nicht“, so Weißkopf.

Wolf verzerre die Sachlage

Auch Geschäftsführer Giuseppe Lepore stellt klar, dass „unser Cheftrainer zum wiederholten Male auf die bestehenden und einzig gültigen Regularien zur Beantragung einer Spielverlegung hingewiesen wurde“. Die darauf von ihm vollzogene Kommunikation verzerre die Sachlage. „Das ist gänzlich inakzeptabel, dazu noch unprofessionell, und es erhöht in der ohnehin schon schwierigen Pandemielage völlig unnötig den Druck auf den Verband und Verein.“ Weißkopf und Lepore sagen, dass Wolf zum Rapport müsse. „Das wird eine konsequente interne Aufarbeitung zur Folge haben“, so Lepore. Weißkopf fügt hinzu, dass „es eine klare Ansage gibt“.

Das gilt auch für den Vorwurf, dass beim VfR Aalen teilweise noch unprofessionelle Strukturen vorherrschen würden. Im aktuellen Fall geht es um das Fehlen eines Masseurs oder Physiotherapeuten, nachdem Achim Hägele den Verein zum 1. Dezember verlassen hat. „Das sind die Basics im Profifußball“, sagt der Trainer und beklagt die fehlende Pflege seiner Profis. Weißkopf stellt klar, dass der Verein seit über einem Jahr einen Physiotherapeuten suche, der „Markt im Ostalbkreis ist derzeit aber leer“.

Entmüdungsbecken ist zu teuer

Der VfR Aalen suche also nicht erst seit der Kündigung von Masseur Achim Hägele nach einem adäquaten Ersatz. „Wir können uns aber keinen schnitzen“, sagt Weißkopf süffisant. Und Lepore fügt hinzu: „Wenn es auf dieser Position Neuigkeiten gibt, erfährt sie der Trainer als erstes.“

Auch auf die Forderung Wolfs, das stillgelegte Entmüdungsbecken in der Ostalb-Arena wieder in Betrieb zu nehmen, geht das Präsidiumsmitglied in aller Deutlichkeit ein. „Das wurde zu Zweitligazeiten eingebaut. Wir befinden uns inzwischen aber in der Regionalliga“, sagt Weißkopf und verweist auf die horrenden Unterhaltskosten eines solchen Beckens. „Wir werden das Becken in unserer Situation definitiv nicht in Betrieb nehmen.“ Außerdem sei Uwe Wolf bei seiner Vertragsunterzeichnung genau über die finanziellen Rahmenbedingungen des VfR Aalen unterrichtet worden.

Und wie reagiert Uwe Wolf auf den Rüffel? "Ich fokussiere mich auf meine Mannschaft und gehe für diese durchs Feuer. Diese Unterstützung würde ich mir auch einmal von der Geschäftsleitung und dem Präsidium wünschen ...“

Es wird eine klare Ansage geben.“

Michael Weißkopf, Präsidiumsmitglied VfR Aalen
  • Nach der Absage: Spiel beim TSV Schott Mainz wird am 15. Dezember nachgeholt
  • Neuansetzung. Nach der coronabedingten Absage der Partie Schott Mainz gegen den VfR Aalen am Sonntag steht der Nachholtermin fest: Die beiden Mannschaften stehen sich nun am Mittwoch, 15. Dezember, gegenüber. Anpfiff auf dem Kunstrasen in Mainz: 19 Uhr.
  • Nächstes Spiel. Bereits am kommenden Samstag empfängt der VfR Aalen in der heimischen Ostalb-Arena den FK 03 Pirmasens. Anpfiff: 14 Uhr.
  • Zuschauer. Zu dieser Partie sind nach der neuen Coronaverordnung 750 Zuschauer zugelassen. Wobei Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf bedauert, dass es voraussichtlich keinen Tageskassenverkauf geben wird. Der Grund: Die knapp 800 Dauerkarten werden entsprechend eingerechnet.
  • Personal. Es wird einige Rückkehrer bis zur Partieam Samstag geben. Andreas Knipfer, Tim Schmidt und Eduard Heckmann sollen nach überstandener Coronainfektion wieder einsatzbereit sein. Außerdem rechnet Trainer Uwe Wolf mit einer Rückkehr seines Kapitäns Alessandro Abruscia (Muskelverletzung). alex
Giuseppe Lepore (links) und Michael Weißkopf
Giuseppe Lepore (links) und Michael Weißkopf

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