VfR und TSG finden nicht zueinander

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Symbolbild: Adobe Stock Grafik: Carmen Apprich
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Nächster Versuch einer Verschmelzung ist gescheitert: Gespräche zwischen dem VfR Aalen und der TSG Hofherrnweiler enden ergebnislos. Auch OB Thilo Rentschler sitzt mit im Boot.

Was lief jüngst zwischen dem VfR Aalen und der TSG Hofherrnweiler? Tatsache ist: Vertreter beider Vereine haben sich in den vergangenen Wochen mehrfach hinter verschlossenen Türen an einen Tisch gesetzt und über die gemeinsame Zukunft geredet – bis hin zu einer Fusion. Das Happy Ende aber ist ausgeblieben. Die Gespräche sind – zumindest vorerst – wieder auf Eis gelegt.

Standort Greut: In der über 10000 Zuschauer fassenden Ostalb-Arena ist der VfR Aalen beheimatet. Der Verein mit seinen gut 1100 Mitgliedern spielt aktuell in der Regionalliga Südwest – der vierthöchsten Liga im deutschen Fußball. Wobei die rosigen Zeiten vorbei sind. Die Schwarz-Weißen haben seit 2015 zwei Abstiege hinnehmen müssen und sind finanziell angeschlagen.

Ein Kilometer weiter westlich: Die TSG Hofherrnweiler ist von der Bezirksliga in die Verbandsliga marschiert. Und das soll nicht das Ende sein. Aber: Dem über 2000 Mitglieder großen Verein fehlt teilweise die nötige Infrastruktur für höherklassigen Fußball.

Was also liegt näher als im Aalener Westen gemeinsame Sache zu machen? Die Kräfte zu bündeln. Eine gesunde Basis zu schaffen. Und den Sport – vor allem – den Fußball in Aalen wieder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Neu ist die Idee nicht. Schon in den vergangenen Jahren haben der VfR, die TSG und der SSV Aalen mehrfach versucht, sich anzunähern – ohne Erfolg. Nun haben die TSG und der VfR einen weiteren Versuch gewagt. Die Funktionäre sind zusammengekommen. Haben miteinander geredet. Und haben sogar ein schriftliches Konzept ausgearbeitet. Wie bedeutend dieses Thema in Aalen ist, zeigt die Tatsache, dass das Vorhaben von der Stadt begleitet wurde. Die Parteien saßen gemeinsam mit Thilo Rentschler an einem Tisch. Und der Oberbürgermeister soll eine Verschmelzung befürworten und unterstützen.

Kai Bodamer: "Schade!"

Eine große Chance ist vertan.

Kai Bodamer Moderator der Gespräche

Kai Bodamer, der gemeinsam mit Peter Stützel als Moderator eingesetzt war, bestätigt, dass es diese Treffen mit der TSG, dem VfR und der Stadt gegeben habe. Zu den genauen Inhalten der Gespräche sagt Bodamer allerdings nichts. Wie auch die anderen Beteiligten. "Weil wir Stillschweigen vereinbart haben", so TSG-Vorsitzender Achim Pfeifer. Und weil es jetzt keinen Sinn mehr mache.

Denn: Die Gespräche sind bereits wieder beendet. Diesmal war es der VfR Aalen, der einen Rückzieher gemacht hat. "Schade", wie Kai Bodamer findet. Denn: "Es ist eine große Chance für einen Aalener Gesamtverein verpasst worden", so der Moderator. Pfeifer, der ebenso mit am Tisch saß, sagt offen, dass "wir uns eine Zusammenarbeit gut hätten vorstellen können".

Und warum hat der VfR in diesem frühen Stadium einen Schlussstrich gezogen? "Weil das gerade nicht unser vorrangiges Thema ist", sagt Walter Höffner. Das Präsidiumsmitglied des VfR Aalen stellt klar, dass der Profiverein aktuell mit der Corona-Problematik zu kämpfen habe. Genauer: Mit der erneuten Saisonunterbrechung und den (finanziellen) Folgen für den Verein. "Es geht jetzt möglicherweise wieder um Kurzarbeit", sagt Höffner. Hinzu komme das 100-jährige Bestehen im Jahr 2021. "Wir haben genügend andere Themen", sagt Höffner und fügt hinzu, dass "eine Fusion mit der TSG Hofherrnweiler derzeit lediglich die Kür wäre".

Eine Kür, die nach dem abruptem Ende der Gespräche in weite Ferne gerückt ist. Mal wieder.

Info: Eine Fusion zweier Vereine ist grundsätzlich nur mit einer 75-Prozent-Mehrheit aller Mitglieder möglich.

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