Viel Lob und ein wenig Bescheidenheit

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Jubel bei Jonas Arcalean nach dem Führungstreffer.
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Zweites Derby innerhalb von vier Tagen: Der VfR Aalen gastiert an diesem Dienstagabend beim VfB Stuttgart II. Trainer Uwe Wolf kann auch mit einem Punkt gut leben. Anpfiff im Gazi-Stadion: 19 Uhr.

Aalen

Uwe Wolf will stets das Maximale. Vor dem Spiel beim VfB Stuttgart II an diesem Dienstag ist der Trainer des VfR Aalen aber ungewohnt zurückhaltend. „Vielleicht müssen wir auswärts auch mal einen Punkt festhalten“, sagt der 54-Jährige, der im Gazi-Stadion in Degerloch personell aus dem Vollen schöpfen kann. Anpfiff: 19 Uhr.

Uwe Wolf hat am Montag noch einmal ausführlich das Derby gegen die SG Sonnenhof Großaspach (2:1) analysiert. Er hat viel Lob verteilt. An seine Torschützen Steffen Kienle und Jonas Arcalean. An Eduard Heckmann, der vor dem Treffer den Freistoß gezogen hat. Selbst der Balljunge bekam warme Worte für dessen Handlungsschnelligkeit. Eigentlich hat der Trainer von allen geschwärmt, die in den zweiten 45 Minuten auf dem Platz standen und den 0:1-Rückstand trotz des verschossenen Elfmeters umgebogen haben. „Ich habe immer gesagt, dass unsere Mannschaft Charakter und Mentalität hat.“ Kapitän Alessandro Abruscia habe sogar gesagt, dass so ein Sieg besser sei als ein 3:0 oder 4:0. Denn: „So ein Sieg setzt viel Emotionen frei, setzt viel Kraft frei, und so geht man mit viel leichteren Füßen in die englische Woche.“

Wobei Wolf auch die ersten 45 Minuten nicht einfach abgehakt hat. „Wir haben das klar analysiert, wir waren in der Kommunikation schlecht, die Abstände waren zu groß, und unsere beiden Außenverteidiger waren die Schwachpunkte. Da waren keine Körpersprache und kein Mut im Spiel.“ Angesprochen fühlen müssen sich Leon Volz und Kristjan Arh Cesen, die jetzt um ihren Platz in der Startelf bangen müssen. Den dürfte Sean Andreas Seitz verloren haben, zumal Arcalean nach seiner Einwechslung gezeigt hat, welch großes Potenzial er hat - nicht nur wegen seines Siegtreffers.

Stanese wieder einsatzbereit

Zugute kommt Wolf, dass er am Dienstagabend alle Mann an Bord. Auch Daniel Stanese, der seine Gehirnerschütterung jetzt auskuriert und demnach auch wieder im Kader stehen wird. Nicht in die Karten schauen lässt sich der Fußballlehrer in der Systemfrage. Gegen Großaspach ist Wolf zunächst zur Viererkette zurückgekehrt. Fürs Spiel in Stuttgart sagt Wolf nur, dass „wir variabel sein wollen“.

Respekt hat Wolf vor dem Gegner, der aktuell mit 15 Punkten auf Platz fünf rangiert. Vor allem die Offensive schätzt der Trainer sehr stark ein. „Der VfB hat in neun Spielen 22 Tore erzielt, das ist ein Wort!“ In der Tat: Die U21 des Bundesligisten ist damit die offensivstärkste Mannschaft in der gesamten Regionalliga Südwest. „Das sind alles gut ausgebildete Fußballer“, sagt Wolf. Er lobt die Außenspieler und die beiden Stürmer Alou Kuol und Manuel Polster, die zusammen neun Treffer auf ihrem Konto haben. „Es wird wieder auf die Stabilität unserer Defensive ankommen.“

Was den Aalenern aber auch aufgefallen ist. Vier der fünf Saisonsiege hat der VfB Stuttgart II auswärts gefeiert. „Den einzigen Heimsieg haben die Stuttgarter gegen Schott Mainz geholt“ , sagt Wolf und fügt hinzu, dass „wir am Dienstag mit aller Macht etwas holen wollen“. Entscheidend sei, dass seine Elf im nächsten Derby wieder aggressiv zu Werke gehe. Dass seine Mannschaft wieder eine hohe Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag lege. Und dann blickt Uwe Wolf noch einmal zurück: „So wie in der zweiten Halbzeit am vergangenen Samstag.“

So könnten sie spielen:
VfR: Paterok - Volz, Windmüller, Odabas, Heckmann - Elfadli, Korb - Arcalean, Abruscia, Kindsvater - Kienle

So ein Sieg setzt Emotionen frei.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

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