Kommentar: Werner Röhrich über Uwe Wolfs Erfolgsgeheimnis

Wolf nimmt die Jungs mit

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Werner Röhrich

Eine Spitzenmannschaft sind wir noch nicht. Aber wir sind auf dem Wege, eine zu werden.“ Das hat Aalens Cheftrainer Uwe Wolf vor wenigen Wochen gesagt. Der Mann, so umstritten er wegen seines zum Teil despektierlichen Auftretens auch ist, hat Recht. Die Leistung, die seine Elf beim 5:2-Erfolg vor drei Wochen gegen die TSG Hoffenheim II gezeigt hat, war die einer Spitzenmannschaft.

Und der 4:3-Erfolg gegen die U23 des Bundesligisten Mainz 05 darf ebenso eingeordnet werden. Die Bezeichnung Rumpfteam bezog sich am Samstag tatsächlich nur auf den zahlenmäßig erheblich dezimierten Kader. Dass auch jene Spieler, die zuletzt nicht oder nur kaum Berücksichtigung fanden, lückenlos in die Bresche springen können, bewiesen sie am Samstag eindrucksvoll.

Was dem VfR Aalen zu einem echten Spitzenteam allerdings fehlt, ist die Konstanz. Drei Spiele mit jeweils vier Gegentoren in den vergangenen zwei Monaten (gegen Elversberg, Offenbach und zuletzt Astoria Walldorf) zeugen nicht davon, dass es Ausrutscher waren, die einer Spitzenmannschaft auch unterlaufen können. Das obige Urteil des Trainers stimmt deshalb. Der VfR Aalen ist auf dem Wege, eine Spitzenmannschaft zu werden.

Dass ausgerechnet einer, dessen ambivalente Wesenszüge selbst manchem seiner Freunde zu schaffen machen, in der Lage ist, aus einem Pool an Fußballindividualisten eine erfolgreiche Mannschaft zu formen, wundert viele. Der Mann hat ein Erfolgsgeheimnis: Er nimmt seine Jungs mit.

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