Wortgefecht zwischen Spieler und Präsidiumsmitglied: Der Zoff beim VfR Aalen bleibt ohne Folgen

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Sauer und enttäuscht: Sascha Korb ist nach dem 0:2 gegen den FSV Mainz 05 II mit Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf aneinander geraten.
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Nach der 0:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 II geraten Sascha Korb und Michael Weißkopf aneinander. "Das ist wieder ausgeräumt." Und: Rückendeckung für die sportliche Leitung: Giuseppe Lepore und Tobias Cramer stehen nicht zur Diskussion.

Aalen

Der VfR Aalen hat seinen Kredit bei den Fans verspielt. Und nach dem schwachen Auftritt gegen den FSV Mainz 05 II (0:2) war auch intern Schluss mit der Harmonie. Defensivspieler Sascha Korb lieferte sich nach dem Abpfiff ein Wortgefecht mit Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf - der Zoff allerdings ist laut Weißkopf ausgeräumt und bleibt ohne Konsequenzen. Solche muss auch Trainer Tobias Cramer derzeit nicht befürchten.

Der Zoff mit Sascha Korb:

„Es war nicht so dramatisch“, sagt Michael Weißkopf. Was ist passiert? „Ich habe Sascha Korb abgeklatscht und ihm ein, zwei Sätze gesagt. Das 0:2 muss er auf seine Kappe nehmen.“ Als Korb dann weggelaufen ist, habe „ich ihn geschnappt, weil ich dachte, dass er direkt in die Kabine statt zu den Fans gehen wollte“, sagt das Präsidiumsmitglied und fügt hinzu, dass „ich sauer und angefressen war“. Direkt danach sei das Missverständnis aber ausgeräumt worden, „da haben wir uns wieder in den Arm genommen“. Und: „Sascha wird auch keine Strafe oder sonst etwas bekommen. Es ist alles o.k., er ist auch weiter ein Leistungsträger in unsere Mannschaft.“⋌

Kritik von Sean Seitz:

Nicht überbewerten will Michael Weißkopf die Aussage von Sean Seitz. Der sagte, dass „wir auch nicht so einen richtigen Plan hatten, wie wir hinten rausspielen“. Hat der Stürmer damit seinen Trainer Tobias Cramer kritisiert? „Nein, das hat er mit seiner flapsigen Art gesagt, ohne nachzudenken“, sagt das Präsidiumsmitglied. Es habe einen klaren Plan gegeben, aber „die Mannschaft war einfach überfordert mit der Mainzer Stärke“, sagt Weißkopf und stellt klar, dass „das sicher keine Kritik am Trainer war“.

Die Stimmen der Fans:

Die Kritik an der sportlichen Leitung wird lauter. An Trainer Tobias Cramer und auch Geschäftsführer Giuseppe Lepore. Weißkopf aber stellt klar: „Wir machen uns überhaupt keine Gedanken und stehen zu 100 Prozent zum Trainer und der sportlichen Leitung. Tobias Cramer macht einen sehr guten Job.“ Intern werde in Ruhe weitergearbeitet - wohl wissend, dass „es keine einfache Situation ist“.

Die sportliche Situation: 

Sechs Spiele, null Siege: Der VfR Aalen ist auf den 14. Tabellenplatz abgestürzt, der am Ende den Abstieg bedeuten könnte. Weißkopf relativiert aber die Serie: „In den vergangenen sechs Spielen hatten wir vier echte Kaliber als Gegner. Da durfte man nicht damit rechnen, dass wir punkten.“ Deshalb gehe es auch darum, wie die Mannschaft auftritt. „Gegen Steinbach Haiger und nun Mainz war's nicht gut, dafür gegen Homburg und Ulm richtig gut.“ Dennoch: Das Präsidiumsmitglied sagt klipp und klar, dass „es so nicht weitergehen kann“. Jetzt würden mit dem Bahlinger SC, Eintracht Trier, Wormatia Worms, Hoffenheim II und RW Koblenz die Gegner kommen, „mit denen wir auf Augenhöhe sind“. Und: „Da muss die Mannschaft liefern und punkten. Das darf auch mal ein dreckiger Sieg sein.“

Die Qualität des Kaders:

Viele zweifeln inzwischen, ob der Kader überhaupt gut genug für die Regionalliga ist. Weißkopf erinnert an den Saisonbeginn, als „wir von der Bank ohne Qualitätsverlust nachlegen konnten. Diese Luxussituation haben wir nicht mehr“. Sechs, sieben Stammspieler fallen aktuell verletzungsbedingt aus, „und es ist bekannt, dass wir keine 25 gleichwertigen Spieler haben“. So fehle derzeit fast die komplette Abwehr. Aber: Das zähle nicht als Ausrede. „Jetzt müssen es die richten, die da sind. Und da bringt es nichts, wenn wir drauf prügeln. Die Jungs brauchen Selbstvertrauen und wieder Spaß am Fußball.“

Der Blick nach vorne:

Die „sorgenfreie Saison“, die der VfR Aalen spielen wollte, ist gerade weit entfernt. „Unser Ziel ist es jetzt, dass wir die jetzige Lage bis Weihnachten korrigieren. Wir werden bis dahin nicht sorgenfrei sein, aber ich wünsche mir einen komfortablen Vorsprung auf die letzten fünf Tabellenplätze“, sagt Weißkopf.

Reaktionen auf Facebook: „Wo ist Uwe Wolf?“

Reaktionen zur Niederlage des VfR Aalen auf Facebook:

Florian Müller: „Trainer und Lepore raus!“

Michael Leis: Kein Spieler hat derzeit eine Form, anstatt Fortschritte sehe ich nur Rückschritte.“

Thorsten Gellner: „Trainer wechseln.“

Matthias Miske: „Wo ist Uwe Wolf, wenn man ihn mal braucht? (...) Hat er noch einen Schlüssel zum Spind?“

Max Mütze: „Was war das für eine Sportart? Mit Fußball hatte das nix zu tun, jede Kreisliga-Mannschaft spielt besser. Die ersten Spiele waren richtig gut, was ist da passiert?“

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