Zu schläfrig nach dem Verkehrschaos

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Fußball, Elversberg - Aalen

Pfosten und Latte, aber keine Tore: Der VfR Aalen verliert nach einer strapaziösen Anfahrt mit 1:2 (0:2) bei der SV 07 Elversberg. Erste Niederlage unter Uwe Wolf.

Elversberg.

Es war ein langer Tag zum Vergessen. Für den VfR Aalen gab‘s nach einer chaotischen Anreise mit der Vollsperrung auf der A8 und dem deshalb verspäteten Anpfiff auch auf dem Platz nichts zu lachen. Ein Doppelschlag in der ersten Hälfte besiegelte am Ende die vermeidbare 1:2 (0:2)-Niederlage in Elversberg - nach zuvor sechs ungeschlagenen Spielen. Es ist der erste Nuller unter Uwe Wolf, der nach dem Schlusspfiff sichtlich angefressen war. „In den ersten 20 Minuten waren wir viel zu brav, viel zu ruhig. Da war kein Leben auf dem Platz“, sagt der Trainer. Und: „Uns hat am Anfang einfach der Wille gefehlt, dieses Spiel hier zu gewinnen.“

Es waren drei Minuten, die das Spiel im Waldstadion an der Kaiserlinde in der aus Aalener Sicht falsche Richtung brachten.

16. Minute: Nach einem langen Ball geht Gino Windmüller nicht konsequent zu Werke. Kevin Jean Romaric Koffi geht in echter Torjägermanier dazwischen und überwindet Keeper Daniel Bernhardt mit einem sehenswerten Heber - 1:0.

19. Minute: Ein Eckball wird im Zentrum verlängert, Luca Dürholtz steht am langen Pfosten mutterseelenallein und nimmt den Ball direkt. Bernhardt hat gegen den Schuss aus kürzester Distanz keine Chance - 0:2.

„Es kann nicht sein, dass wir hier herfahren und nach 20 Minuten 0:2 zurückliegen. Das ist zu wenig, da darf ich nicht so nachlässig sein“, kritisiert Wolf. Und die VfR-Hintermannschaft hat noch ein drittes Mal gepennt, bei Koffis zweitem Versuch zeigte Bernhardt aber seine ganze Klasse (27.). Ansonsten boten die Ostälbler dem Favoriten aus dem Saarland über weite Strecken Paroli. Und: Aalen hatte im ersten Durchgang beste Chancen, weil die Wolf-Elf aus nahezu allen Lagen schoss.

Die erste Möglichkeit allerdings resultierte aus dem Spiel heraus. Kai Merk wird an alter Wirkungsstätte nicht angegriffen, statt aus 16 Metern selbst zu schießen, fehlte dem Stürmer das nötige Selbstvertrauen. Sein Pass landete beim Gegner (13.). Es folgte besagter Doppelschlag, doch auch davon ließ sich der VfR nicht aus dem Konzept bringen. Ein 25-Meter-Hammer von Alessandro Abruscia krachte an die Latte (30.), und die Direktabnahme von Daniel Stanese sprang vom Pfosten ins Feld zurück (31.). Leon Volz (32.) und erneut Abruscia (43.) versuchten es ebenso aus der Distanz, was fehlte, war die Präzision.

Nach der Halbzeitpause waren es wieder drei Minuten, in denen Elversberg das Ergebnis vorzeitig in die Höhe hätte schrauben können. Israel Suero-Fernández kam völlig frei vor Bernhardt zum Abschluss, doch der Offensivspieler drosch den Ball drüber (54.).

Der nächste Angriff war ein Spiegelbild: Wieder kam Suero-Fernández zentral an den Ball, er umkurvte Kapitän Bernhardt - und traf das leere Tor nicht (57.). Es war die größte Chance des gesamten Spiels. „Da hatten wir Glück“, sagte Wolf, der dann sah, wie seine Elf immer besser wurde. Aalen hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, was jedoch fehlten: klare Torchancen und die letzte Entschlossenheit.

Barinis später Anschlusstreffer

So dauerte es bis zur 89. Minute, ehe dem eingewechselten Ouadie Barini mit einem 16-Meter-Schuss der Anschlusstreffer gelang. Zu spät, um bei der Spitzenmannschaft aus Elversberg etwas Zählbares mitzunehmen. „Da war heute viel mehr drin. Uns wurde es einfach gemacht, und ich habe Elversberg viel schwächer gesehen als Homburg am vergangenen Samstag“, sagt Uwe Wolf.

Das Problem: Der VfR Aalen war ebenso deutlich schwächer als im Spiel zuvor.

Stimmen zum Spiel: „In den ersten 20 Minuten haben wir gepennt“

Dijon Ramaj, VfR-Angreifer: „In den ersten 20 Minuten haben wir gepennt. Elversberg wollte nichts von uns, aber uns unterlaufen zu viele eigene Fehler. Vorne hatten wir ein gutes Gefühl, aber defensiv muss dazu die Null stehen. In der zweiten Hälfte war es besser, aber unser Treffer kam zu spät.“

Daniel Stanese, VfR-Mittelfeldspieler: „In den ersten 20 Minuten war nicht genug Energie auf dem Platz. Elversberg war nicht besser als Homburg, wir hätten auf jeden Fall als Gewinner vom Platz gehen müssen. Das darf uns nicht passieren.“

Daniel Bernhardt, VfR-Kapitän: „Die Anreise darf keine Ausrede sein. Wir sind schlecht reingekommen, haben zweimal nicht aufgepasst. Danach hat Elversberg um ein Gegentor gebettelt, aber wir machen es nicht. Wir müssen endlich die individuellen Fehler abstellen, wenn wir mit einem 0:0 in die Pause gehen, ist hier etwas drin. Jetzt muss gegen Koblenz ein Dreier her.“

Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: „Ich weiß nicht, warum wir hier verloren haben. Nach echt guten 20 Minuten schlafen wir zweimal. Elversberg hat die Chancen eiskalt genutzt. Sicherlich hatte Elversberg die Chance zum 3:0, aber es hat nicht viel gefehlt, die Mannschaft ist auf einem guten Weg.“ alex

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