Zwei Lattentreffer, aber kein Sieg

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Einer von zwei Aluminiumtreffern: Es sind erst acht Minuten gespielt, als Nikita Marusenko völlig frei zum Kopfball kommt – der Ball springt aber von der Latte zurück ins Feld. Trotz bester Chancen trennen sich der FC Gießen und der VfR Aalen am Ende leistungsgerecht 0:0.
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Viele Chancen, keine Tore: Der VfR Aalen muss sich beim FC Gießen mit einem 0:0 begnügen. Roland Seitz ist zufrieden, auch wegen einer Schrecksekunde zum Schluss.

Es läuft bereits die Nachspielzeit. Der FC Gießen bekommt einen letzten Freistoß zugesprochen. Der Ball fliegt hoch in den Strafraum, Hendrik Starostzik kommt aus kürzester Distanz völlig frei zum Kopfball – und zielt zu ungenau. Der VfR Aalen hat mächtig Glück und tritt mit einem 0:0 im Gepäck die Heimreise an. "Ich bin zufrieden", sagt Trainer Roland Seitz.

Nein, es ist keineswegs so, dass der VfR Aalen mit viel Dusel einen Punkt beim direkten Konkurrenten entführt hat. Mindestens genauso viel Glück hatten auch die Hessen, weil bei Nikita Marusenko (8.) und Alessandro Abruscia (74.) gleich zweimal die berühmten Zentimeter gefehlt haben und der Ball an die Latte krachte. "Wir hatten ein bisschen mehr Pech auf unserer Seite", sagt Seitz.

Generell war es aber kein von Glück oder Pech geprägtes Spiel. Vielmehr war es ein intensives Duell unter widrigen Bedingungen. Zum stürmischen Wind kam noch ein extrem tiefer Platz hinzu, und angesichts dieser Verhältnisse war es ein ansehnliches Spiel im maroden Waldstadion. Ein Spiel, das mit einer Großtat von Keeper Daniel Bernhardt (4.) begann und mit besagtem Lattentreffer von Marusenko seinen Lauf nahm. Kolja Herrmann hatte seinen Mitspieler mustergültig bedient. Aalen hatte in der Folgezeit mehr vom Spiel und kam vor allem durch Standardsituationen zu guten Möglichkeiten (17./ 21.). Die größte Chance aber war fein herausgespielt. Über Alessandro Abruscia und Steffen Kienle kommt der Ball zu Leon Volz, der seinen Gegenspieler Ryunosuke Takehara aussteigen lässt, dann aber im Strafraum unplatziert abschließt (24.).

Grupp und Stanese gesperrt

Es war aber auch die Phase, in der den Ostälblern unnötige Fehler unterliefen. Einer davon führte zu einem Vorstoß, bei dem die Gießener gleich mehrfach die Chance zur Führung hatten, am Ende klärte Daniel Stanese in höchster Not (26.). Nachdem erneut Herrmann nicht konsequent agierte, hatte der diesmal nicht so souveräne Tim Grupp keine andere Wahl, als ein taktisches Foul zu begehen (33.). Die Konsequenz: Gelb. Es war die zehnte Verwarnung, der 26-Jährige ist am Samstag gegen den VfB Stuttgart II gesperrt. Wie übrigens auch Daniel Stanese, der seine fünfte Gelbe kassierte und jetzt ebenso ein Spiel zuschauen muss.

In den zweiten 45 Minuten waren es zunächst die Platzherren, die näher am Torerfolg dran waren. Tim Korzuschek köpfte zuerst daneben (47.), dann scheiterte er aus kurzer Distanz an Bernhardt (52.). Als dann Stanese ein Ballverlust unterlief und Gabriel Weiß frei zum Torschuss kam, platzte Seitz der Kragen. "Hör' auf mit dem Scheiß!", brüllte er in Richtung Stanese. Die größte Aalener Möglichkeit resultierte erneut aus einer Standardsituation. Abruscia zirkelte einen 18-Meter-Freistoß über die Mauer – und an die Latte.

Das hätte wieder gepasst heute ...

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Zum vierten Mal ungeschlagen

Die Schlussphase gehörte noch einmal Gießen. Eine Direktabnahme von Ali Ibrahimaj (80.) verfehlte das VfR-Gehäuse aber ebenso wie der Kopfball von Starostzik in der Nachspielzeit (90.+3). "Das hätte wieder gepasst heute", sagte der Trainer zu dieser Großchance, die beinahe zum spielentscheidenden Treffer geführt hätte. So aber ist der VfR Aalen im vierten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen geblieben – eine Tatsache, die Roland Seitz gefällt.

Vorausgesetzt, seine Profis legen gegen den VfB Stuttgart II nach. "Wir sind jetzt mal wieder mit einem Heimsieg dran."

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