Zwei Rote Karten: VfR-Trainer Uwe Wolf und Tim Schmidt fliegen

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Uwe Wolf war mächtig sauer.
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Der VfR Aalen verliert zum Auftakt mit 1:2 (0:1) gegen die TSG Balingen. Schwere Vorwürfe gegen den Unparteiischen: „In unserer Drangphase macht so ein Mensch das Spiel kaputt.“

Aalen

Kapitän Alessandro Abruscia musste seinen Trainer zurückhalten. Uwe Wolf stürmte nach dem Schlusspfiff wütend auf den Platz in Richtung Schiedsrichter. Die Ostälbler fühlten sich bei der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen die TSG Balingen betrogen. Tatsächlich war die äußerst fragwürdige Rote Karte gegen Tim Schmidt der Knackpunkt der Partie.

Für Uwe Wolf gab's hinterher nur ein Thema: die Leistung des Unparteiischen Lukas Heim. Und der VfR-Trainer, der selbst wegen einer Unsportlichkeit auch die Rote Karte sah, ließ seiner Wut freien Lauf: „Jeder hat gesehen, wie grausam und ungerecht Fußball sein kann. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir als Sieger vom Platz gehen, wenn der Schiedsrichter Tim Schmidt nicht vom Platz stellt.“ Es lief die 68. Minute, als der VfR-Innenverteidiger im Mittelkreis gegen Kaan Akkaya robust, aber sicher nicht rotverdächtig zu Werke ging. „In unserer Drangphase macht so ein Mensch das Spiel kaputt. Ich finde es sehr, sehr bitter, und da sollte sich der Verband mal Gedanken machen.“

Den ersten Rückschlag musste der VfR Aalen schon vor dem Anpfiff wegstecken. Tim Paterok ist erneut positiv auf Corona getestet worden, für den Stammkeeper rückte Matthias Layer in die Startelf. Und der 22-Jährige bekam in den ersten 45 Minuten nur einen gefährlichen Schuss aufs Tor - und der schlug hinter ihm ein. Es war ein mustergültiger Konter, der zum einzigen Treffer im ersten Durchgang führte. Laurin Cudra hatte auf der rechten Außenbahn viel Platz, seinen Pass nahm am zweiten Pfosten der ebenso völlig allein gelassene Kaan Akkaya direkt - 0:1 (28.). Layer war chancenlos. Ansonsten war der VfR Aalen auf dem teilweise schneebedeckten Boden in der Ostalb-Arena optisch überlegen und spielte aggressiv gegen einen tief stehenden Gegner. Das Manko: Die Elf von Uwe Wolf kam kaum zu Chancen.

Cesen hat das 1:0 auf dem Fuß

Ein 20-Meter-Schuss von Kolja Herrmann war die erste Torannäherung (18.). Als dann Kristjan Arh Cesen aus 18 Metern abzog, lag den Fans der Torschrei bereits auf den Lippen, aber TSG-Keeper Julian Hauser reagierte glänzend (20.). Mehr Höhepunkte gab‘s nicht. Das änderte sich nach der Pause schlagartig. Steffen Kienle zog volley ab, es fehlten nur wenige Zentimeter zum Ausgleich (47.). Der fiel nach gut einer Stunde. Flanke Leon Volz, Kopfball Tim Schmidt - 1:1 (62.). Der VfR Aalen war mit der lautstarken Unterstützung seiner Fans nun am Drücker. Dann passierte jenes Foul vom Aalener Torschützen, das dem Spiel erneut eine Wende gab. Denn nach der Roten Karte kam Balingen zurück. Erneut Akkaya hatte die nächste Großchance, Ersatztorwart Layer parierte im Eins-gegen-Eins herausragend (76.). Nach der Roten Karte gegen Uwe Wolf (80.) wegen einer Unsportlichkeit kam's dann ganz bitter für den VfR Aalen: Akkaya bediente Jonas Meiser im Strafraum, und der Angreifer ließ Layer keine Chance - 1:2 (82.). Der VfR Aalen warf nun in Unterzahl alles nach vorne. Als Gino Windmüller in der Nachspielzeit die letzte gute Chance nicht nutzen konnte, war Schluss. Balingen feierte, der VfR Aalen haderte mit Lukas Heim.

Fußball kann grausam und ungerecht sein.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen
  • Stimmen zum Spiel: „Der Schiedsrichter hat uns das Spiel genommen“
  • Mark Müller, VfR-Mittelfeldspieler: „In meinen Augen sicherlich ein paar unglückliche Entscheidungen. Ich bin mir sicher, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit noch gedreht hätten, aber nach der Roten Karte war es dann schwierig.“
  • Alessandro Abruscia, VfR-Kapitän: „Wir kriegen die Rote Karte genau in der Spielphase, in der wir den Ausgleich machen und am Drücker sind. Es ist schon sehr fragwürdig, ob man da Rot geben muss, letztendlich war das die spielentscheidende Szene. Andererseits sind es aber auch immer wiederkehrende Fehler, die wir machen.“
  • Sean Seitz, gesperrter VfR-Stürmer: „Wir haben am Anfang ein bisschen gebraucht, bis wir ins Spiel gekommen sind. Dann hat uns der Schiedsrichter das Spiel genommen.“
  • Martin Braun, TSG-Trainer: „Ich glaube, dass der Sieg verdient war. Es war ein intensives Spiel mit wenig Torchancen. Aalen hatte in der ersten Halbzeit einen guten Schuss, wir haben ein schönes Tor erzielt. In der zweiten Halbzeit kam viel Power vom VfR, dann kam die Rote Karte für uns zu einem guten Zeitpunkt. Danach haben wir es gut gemacht und das Tor überragend rausgespielt.“
  • Kolja Herrmann, VfR-Abwehrspieler: „Der Schiedsrichter hat das Spiel komplett entschieden, weil es eine Phase war, in der wir zu 100 Prozent dominiert haben.“⋌alex
Daniel Stanese kämpfte verbissen.
Uwe Wolf erlebte die Schlussphase von außen.
Harte Zweikämpfe gab's viele.

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