Zwei Standardtore nach frühem 0:1

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Zweiter Heimsieg in Folge: Der VfR Aalen mit (von links) Steffen Kienle, Daniel Stanese, Mark Müller, Leon Volz und Marcel Appiah gewannen gegen den Tabellenletzten Eintracht Stadtallendorf knapp, aber verdient mit 2:1 (2:1).
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Erster Sieg unter Trainer Uwe Wolf: Der VfR Aalen gewinnt gegen den Tabellenletzten Eintracht Stadtallendorf knapp mit 2:1 (2:1). Stanese und Abruscia erzielen die Tore.

Zwei Spiele, vier Punkte: Der Start von Uwe Wolf beim VfR Aalen kann sich sehen lassen. Wobei der neue Trainer bei seinem ersten Sieg bis zum Schlusspfiff bangen musste – denn das knappe 2:1 (2:1) gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Eintracht Stadtallendorf war nicht immer überzeugend. Was aber zählt: Die Pflicht wurde erfüllt.

Uwe Wolf ballte die Faust. Und brüllte ein lautes "Ja" hinaus, als Schiedsrichter Jonas Brombacher die Partie in der Ostalb-Arena nach 94 Minuten beendete. Es waren emotionale 94 Minuten, in denen der VfR Aalen gegen den auswärts noch sieglosen Tabellenletzten gleich zwei frühe Nackenschläge wegstecken musste.

2. Minute: Die Stadionuhr zeigt 1:12 Minuten an, als die Gäste einen Eckball ins Zentrum schlagen und Laurin Vogt den Ball völlig unbedrängt über die Linie drückt – 0:1. 15. Minute: Nach einem rotwürdigen Foul im Mittelfeld bleibt Tim Grupp liegen und schreit vor Schmerzen. Der Mittelfeldspieler muss verletzt vom Platz gebracht werden.

Wolf schickte Goson Sakai für Grupp aufs Feld, bevor der Unparteiische das O.k. dafür gegeben hatte – sowohl der Trainer als auch Sakai kassierten dafür die gelbe Karte. Es war symptomatisch für das, was in der ersten halben Stunde passierte: Der VfR Aalen fand nicht ins Spiel, leistete sich viele Fehler und hatte nach der erneuten Systemumstellung immer wieder Abstimmungsprobleme. Wie in der 27. Minute, als Alessandro Abruscia und Steffen Kienle zusammenprallten und zu Boden gingen. Und dann hatten es die Aalener wieder einmal ihrem Kapitän zu verdanken, dass der designierte Absteiger nicht auf 2:0 erhöhte. Mirco Geisler kam aus kürzester Distanz völlig frei zum Abschluss, doch Daniel Bernhardt vereitelte diese Großchance (29.). Es war wie ein Weckruf für die Schwarz-Weißen, die nun zu Chancen kamen. Einen 18-Meter-Schuss von Abruscia lenkte Keeper Joao-Gabriel Borgert über die Latte. Die folgende Ecke köpfte Daniel Stanese wuchtig ins Tor – 1:1 (33.). Damit nicht genug: Der bei seinem Startelf-Debüt umtriebige Mark Müller wurde an der Strafraumgrenze gefoult. "Wir müssen dran glauben, dann ist er auch drin", sagte Wolf in Richtung Ersatzbank. Und er war tatsächlich drin: Abruscia zirkelte den Freistoß über die Mauer an die Unterkante der Latte – 2:1 (39.).

Die nötige Ruhe fehlt

Das sollte in Zukunft eine Waffe für uns sein.

Uwe Wolf Trainer des VfR Aalen

Zwei Standards, zwei Tore. "Das sollte auch in Zukunft eine Waffe für uns sein", sagt Wolf. War damit der Weg frei für einen klaren Erfolg gegen das Schlusslicht aus Hessen? Nein. Weil die Ostälbler in den zweiten 45 Minuten die nötige Ruhe und Souveränität vermissen ließen. Abruscia (49.) und Müller (63.) zielten zu ungenau, der fleißige, aber glücklose Steffen Kienle scheiterte an Borgert (67.), und erneut Müllers Schuss aus 14 Metern wurde geblockt (80.). "Wir haben es versäumt, den dritten Treffer nachzulegen", sagt der Trainer. Allerdings haben es seine Profis auch geschafft, keine klare Torchance des Gegners mehr zuzulassen. Ein Freistoß von Malcolm Phillips (85.) ging ebenso weit neben das Tor wie der letzte Versuch von Rolf Sattorov (90.+3).

"Jeder hat heute für den anderen gefightet, hat für den anderen gelebt", sagt Wolf, der mit seinem Heim-Auftakt rundum zufrieden war. Die Mannschaft habe sich an seinen Plan gehalten, "sie hat es klasse gemacht". Und: "Ganz wichtig war, dass die Jungs dreifach gepunktet haben. Das haben sie getan, damit haben sie die Aufgabe gut erledigt. Jetzt können wir kurz durchatmen."

Zu mehr bleibt keine Zeit. Denn in Kassel steht am Samstag der nächste Härtetest an. Und der Gegner ist ein anderes Kaliber als der Tabellenletzte.

Stimmen zum Spiel: "Die erste Halbzeit war ganz gut, die zweite zu hektisch"

Daniel Bernhardt, Kapitän des VfR Aalen: "Die erste Halbzeit war ganz gut von uns, die zweite etwas zu hektisch. Das Spiel begann mit einem Schock, aber das haben wir abgeschüttelt. Alessandro hat einen super Freistoß geschossen. Nach der Pause haben wir unser Spiel aus den Augen verloren, und irgendwann kommt die 'Birne', weil wir wieder Angst haben, das 2:2 zu kriegen. Wir brauchen jetzt noch 11 Punkte, um das Ziel 50 Punkte zu schaffen."

Alessandro Abruscia, VfR-Mittelfeldspieler: "Der Sieg war eine Erleichterung für uns alle, auch wenn es am Ende doch über den Kampf ging. Mein letzter Freistoß in Gießen ging an die Latte, diesmal hatte ich mehr Glück. Nach dem Rückstand haben wir Moral bewiesen und sind ruhig geblieben."

Michael Weißkopf, VfR-Präsidiumsmitglied: "Ein dringend notwendiger und über 90 Minuten verdienter Sieg für uns. Mit ein bisschen mehr Cleverness hätten wir das 3:1 machen und das Spiel ruhiger zu Ende spielen können. Aber unterm Strich war es eine engagierte Leistung und das, was wir sehen wollen, hat die Mannschaft umgesetzt."

Uwe Wolf, VfR-Trainer: "Ich war sehr zufrieden mit Mark Müller, er hat schon die ganze Woche eine überragende Trainingsleistung gezeigt. Er ist ein frecher Junge, der immer nachsetzt und auch technisch versiert ist." alex

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