Kommentar Sebastian Schmid über deutsches Organisationstalent

Wenn nicht hier, wo dann?

  • Sportredakteur Sebastian Schmid Foto: Volkmar Könneke
Es hat tatsächlich geklappt. Sowohl die 1. und 2. Fußball-Bundesliga als auch die Basketball-Bundesliga haben es trotz der Corona-Pandemie geschafft, ihre Meister auszuspielen. Angesichts der jüngsten Lockerungen klingt das nicht mehr so spektakulär, wie es bei der Ankündigung, den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu wollen, anmutete. Damals waren die Pläne durchaus kritisch gesehen worden.

Die vergangenen Wochen haben jedoch gezeigt, dass sich die Risiken und der Aufwand gelohnt haben. Für ein Problem wurden zwei Lösungen gefunden: Die Fußballer setzten mit allen Klubs über sechs Wochen hinweg die Saison fort, die Basketballer spielten mit zehn Teams ein Turnier an einem zentralen Ort. Beides Mal waren die Sportarten Vorreiter. Während in anderen Ländern alle rätselten, wie es weitergehen könnte, wurde in Deutschland schon wieder gespielt.

Planung und Durchführung wurden im Ausland interessiert verfolgt, die US-Profiliga NBA schaute sich genau an, wie das Basketball-Turnier abläuft, und die New York Times berichtete groß über das Event. Der Tenor war meist derselbe: Wenn jemand so etwas auf die Beine stellen kann, dann die Organisations-Experten in Deutschland.

Doch mit dem Saisonende ist die Arbeit nicht erledigt. Nun gilt es, Konzepte zu entwickeln, wie wieder Zuschauer in die Hallen und Stadien können. Denn die vergangenen Wochen haben auch gezeigt, dass Sport ohne Fans nur halb so schön ist.
© Südwest Presse 29.06.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy