Winter ohne Wettkampf vorstellbar

Für Mitte Januar ist mit Heerenveen ein einziger Austragungsort vage bestätigt.
Die WM in Peking als Olympia-Test abgesagt, keine Weltcups in diesem Jahr: Nun leben die deutschen Eisschnellläufer von der Hoffnung auf die „Blase“ von Heerenveen. „Die Zweifel und die Unruhe wurden immer größer. Endlich haben wir wieder einen Fixpunkt, auf den wir hinarbeiten können“, schilderte die erst am 24. September berufene neue Cheftrainerin Jenny Wolf ihre Gefühle.

Der Fixpunkt, das sind die Europameisterschaften am 16./17. Januar in Heerenveen mit zwei sich anschließenden Weltcups an den darauffolgenden Wochenenden an gleicher Stelle. Aufgrund der strikten Hygienebestimmungen – ein geforderter Drei-Wochen-Aufenthalt der Sportler mit dem Pendeln ausschließlich zwischen Hotel und Thialf-Arena – und weiter steigenden Infektionszahlen bestehen aber an der Austragung immer noch Zweifel. Die Gefahr eines wettkampflosen Winters scheint für die Eisschnellläufer nicht gebannt.

„Das Modell mit der Sicherheitsblase in Heerenveen finde ich gut. Aber es macht nur Sinn, wenn wir ganz sicher sein können, dass die Gesundheit der Athleten nicht gefährdet ist“, so die Sportbeauftragte der DESG, Nadine Seidenglanz. Nach Kündigung des Sportdirektors Matthias Kulik hat sie dessen Aufgaben im sportlichen Bereich übernommen. „Wenn wir bei solchen Wettkämpfen positive Fälle hätten, dann käme der Eisschnelllauf nicht aus der Krise“, fürchtet sie.

Trotzdem ist bei Patrick Beckert von Verzweiflung nichts zu spüren. „Ich bin dankbar, dass ich ohne große Einschränkungen trainieren kann“, sagte der WM-Dritte, der zu den wenigen Hoffnungen der Deutschen auf eine Olympia-Medaille 2022 in Peking zählt. Gemeinsam mit Bruder Pedro spult der 30-Jährige täglich sein Programm in der Erfurter Eishalle ab. dpa
© Südwest Presse 21.11.2020 07:45
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