Isolierunterkunft in Althütte soll LEA entlasten

Corona Das Land nimmt am Samstag, 11. April, eine temporäre Isolierunterkunft für Flüchtlinge in Althütte-Sechselberg im Rems-Murr-Kreis in Betrieb. Über eine mögliche Verlegung von infizierten Personen aus der LEA Ellwangen wird in den kommenden Tagen entschieden. 

Ellwangen/Althütte. Seit Ende März bereitet das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) in Althütte-Sechselberg im Rems-Murr-Kreis für das Land Baden-Württemberg eine temporäre Unterkunft für Flüchtlinge mit Isoliermöglichkeit in der Erstaufnahme vor. Das RPS wird die temporäre Isolierunterkunft an diesem Samstag, 11. April, in Betrieb nehmen. In der Unterkunft im ehemaligen Freizeitzentrum des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes sollen vorübergehend Geflüchtete aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) des Landes untergebracht werden, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Sie werden dort entsprechend den Vorgaben des örtlichen Gesundheitsamts untergebracht.

In der LEA in Ellwangen wurde eine größere Anzahl an Beschäftigten und Bewohnern positiv auf das Virus getestet. Das meldete das Landratsamt Ostalbkreis am Donnerstagabend.

Mögliche Verlegung von Infizierten aus der Ellwanger LEA

Aktuell ist geplant am Samstag mindestens vier Personen unterzubringen. Dabei handelt es sich um zwei Mütter mit ihren Kindern aus der Erstaufnahmeeinrichtung Tübingen. In Althütte-Sechselberg sollen vorranging besonders schutzbedürftige Personen wie Frauen mit Kindern und kleinere Familien untergebracht werden. Über eine mögliche Verlegung von infizierten Personen aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen im Ostalbkreis nach Althütte-Sechselberg wird in den kommenden Tagen in Abhängigkeit der noch ausstehenden Testergebnisse entschieden. 

„Auf die Inbetriebnahme wurde mit Hochdruck hingearbeitet, um so schnell wie möglich mit der Aufnahme von positiv auf SAS-CoV-2 getesteten Flüchtlinge beginnen zu können“, erklärte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer, dessen Behörde die Einrichtung für das Land betreibt. Der Start der Einrichtung solle für eine Entlastung in den vier Landeserstaufnahmeeinrichtungen sorgen. 

Im ehemaligen Freizeitzentrum können zwischen 30 bis 60 Geflüchtete – je nach Belegung; Einzelpersonen und gegebenenfalls Familien – ohne Symptome oder mit milden Symptomen untergebracht werden. Schwerer erkrankte Personen werden vorrangig in den Krankenhäusern im Umfeld der jeweiligen LEA behandelt, beispielsweise in Freiburg, Sigmaringen oder Ellwangen.

Sicherheitsdienst wird eingesetzt

„Wir sind uns der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung vor Ort als auch gegenüber den dort untergebrachten Personen bewusst. Daher haben wir alle notwendigen Maßnahmen ergriffen“, erklärte Reimer. Das RPS als Betreiber der Unterkunft steht in enger in Abstimmung mit dem Landkreis, dem für Quarantänemaßnahmen zuständigen Gesundheitsamt, der Gemeinde, der Feuerwehr, der Rettungsleitstelle sowie mit der Polizei. Um sicherzustellen, dass die Auflagen der häuslichen Quarantäne in der Einrichtung eingehalten werden, wird vorsorglich auf dem Gelände ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Solange die untergebrachten Personen unter Quarantäne stehen, dürfen sie die Liegenschaft nicht verlassen, sodass kein Kontakt mit der Bevölkerung bestehen wird. Die drei Unterkunftsgebäude wurden mit einem Zaun vom restlichen Gelände abgetrennt. 

Personalschleuse soll Ansteckung vermeiden

Die Bewohnerinnen und Bewohner sind angewiesen sich in ihren Zimmern aufzuhalten und dort auch ihr Essen einzunehmen. Zur Einhaltung der Quarantänevorschriften und um einen reibungslosen Ablauf bei der Betreuung, Verpflegung und medizinischen Versorgung der Geflüchteten zu gewährleisten, kommt zusätzlich zum Sicherheitsdienst eine Personalschleuse zum Einsatz, um Ansteckungen zu vermeiden. Das Personal ist zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet. Die medizinische Versorgung spielt eine große Rolle, sodass eine umfassende ärztliche Betreuung in der Einrichtung gemäß den Vorgaben der Quarantäneverfügung sichergestellt ist. Die medizinische Versorgung erfolgt direkt in der Einrichtung durch extra hierfür bereitgestelltes Personal. 

Die eingesetzten Dienstleister haben langjährige Erfahrung im Flüchtlingsbereich und arbeiten teilweise schon lange mit dem Regierungspräsidium Stuttgart zusammen. „Alle Personen, die in der Einrichtung arbeiten, wissen mit dieser besonderen Aufgabe umzugehen. Wir sind froh und dankbar, dass wir aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Beteiligten die temporäre Isolierunterkunft in so kurzer Zeit auf die Beine stellen konnten. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und bitte die Bevölkerung vor Ort um Verständnis“, sagte Reimer.  

© Schwäbische Post 10.04.2020 10:05
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