Söder und Kretschmann: "Südschiene" als gemeinsame Corona-Strategie

Bayern und Baden-Württemberg wollen mit einer "Südschiene" die beiden südlichen Bundesländer im Kampf gegen die Corona-Pandemie  stärken.

  • Symbolbild: Pixabay

Ulm. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und der bayerische Regierungschef Markus Söder (CSU) haben um 12 Uhr in Ulm hinter verschlossenen Türen über eine gemeinsame Corona-Strategie geredet. Es gehe darum, in der Corona-Krise die gemeinsame Position der "Südschiene", also der beiden südlichen Bundesländer zu stärken, hieß es vorab.

Kretschmann erklärt in einer Pressekonferenz, dass die Regierungschefs sich nochmals abgestimmt und ausgetauscht haben. "Wir haben früh und konsequent gehandelt und die Kapazität der Krankenhäuser erhöht", sagt der Ministerpräsident. Menschen haben sich größtenteils an die Gebote gehalten und damit auch schlimmstes verhindert.  Baden-Württemberg und Bayern seien die Länder, die am stärksten von Pandemie betroffen sind - dazu gehörte die hohe Last durch Skiurlauber.  

Weiter erklärt Kretschmann, dass sie die Rufe nach weitgehenden Öffnungen kritisch sehen. "Wir stehen nicht am Ende der Pandemie, sondern sind mittendrin", so Kretschmann. Es müsse aktuell im Sinne des Gemeinwohls gehandelt werden. Der Ministerpräsident habe allergrößten Respekt vor einer zweiten Infektionswelle, falls Maßnahmen zu schnell gelockert werden würden.  "Wenn wir jetzt zu sorglos handeln, wird es sich bitter rächen" , warnt Kretschmann. 

Normalität erst mit einem Impfstoff

Eine echte Rückkehr zur Normalität könne es erst geben, wenn es einen Impfstoff gibt, so Ministerpräsident Kretschmann. "So schwer es aktuell auch ist." Größere Veranstaltungen werde es deshalb auf absehbare Zeit nicht geben.  Es sei weiterhin eine hohe Disziplin gefordert. 

Der Süden muss jetzt zusammenstehen und die Südschiene funktioniert, so Kretschmann, gut. Und so können die beiden Bundesländer mit Power gegen zu schnelle Lockerung zusammenstehen. 

Der bayerische Regierungschef Markus Söder sagte im Anschluss: "Wir glauben fest daran, dass Corona bleibt und wir dürfen nicht leichtsinnig werden." Es gehe nun Schritt für Schritt langsam weiter. Auch wenn dies noch kein Thema sei, sei Söder offen für eine Impflicht. "Das kann man heute aber noch nicht entscheiden", so Söder weiter.

© Schwäbische Post 23.04.2020 12:49
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