Corona in Göppinger Schulen

Fünf Schülerinnen und Schüler haben sich angesteckt. Mitschüler und Lehrkräfte müssen sich isolieren. Alle Kontaktpersonen der Betroffenen werden getestet.
  • Wieder aufgestuhlt: Die betroffene Göppinger Grundschule bleibt vorsichtshalber bis Mittwoch geschlossen. Foto: Marijan Murat/dpa
Die Schulen haben den Betrieb wieder aufgenommen. Nun gibt es im Kreis Göppingen an verschiedenen Schularten Neuinfektionen. Dem Gesundheitsamt wurden fünf Schülerinnen und Schüler gemeldet, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Getroffen hat es drei Schulen in Göppingen sowie zwei in Geislingen.

Im bayerischen Kreis Neu-Ulm gibt es ebenfalls Infektionen an Schulen: Nach zwei Fällen in der Ulmer Nachbarstadt wurde ein weiterer Fall an einer Grundschule im wenige Kilometer entfernten Senden bekannt.

Den Infektionsfall an der Göppinger Uhland-Grundschule hatte die Stadt bereits am Freitagabend öffentlich gemacht und angekündigt, dass diese Schule bis einschließlich Mittwoch geschlossen bleiben wird.

Dass die Schule geschlossen wird, liege an den besonderen Umständen dieses Infektionsfalls, erklärte Oberbürgermeister Guido Till am Sonntag. Das betroffene Kind ist an der Schule anscheinend auch außerhalb seiner Klassengruppe betreut worden. Die Realschule könne geöffnet bleiben, teilte das Gesundheitsamt am Sonntag mit.

Drei der betroffenen Schulen stehen in Trägerschaft des Landkreises, die Emil-von-Behring-Schule und die Kaufmännische Schule in Geislingen sowie die Bodelschwinghschule in Göppingen. Landrat Edgar Wolff sagte, dass man sich im Landratsamt nach reiflicher Überlegung und intensiven Gesprächen auch mit dem Landesgesundheitsamt entschieden habe, diese Schulen vorerst nicht zu schließen. „Wir sind der Meinung, dass wir mit Abstrichen und Quarantäne-Maßnahmen hinkommen“, so Wolff. Allerdings behalte sich der Landkreis weitere Schritte vor, wenn die Ergebnisse der Tests vorliegen.

Das Gesundheitsamt hat nach Bekanntwerden der Infektionen mit den jeweiligen Schulen Kontakt aufgenommen und Mitschüler und Lehrkräfte der betroffenen Klassen in Quarantäne versetzt. Zudem wurde veranlasst, dass Kontaktpersonen der betroffenen Kinder und Jugendichen einen Coronatest erhalten.

Die Untersuchungen wurden am Samstag bei zwölf Personen aus dem Umfeld der Uhlandschule in Göppingen und bei 23 Kontaktpersonen an der Emil-von-Behring Schule in Geislingen von Mitarbeitern des Testmobils des Roten Kreuzes abgenommen.

Am Montag und Dienstag werden weitere Untersuchungen vorgenommen. „Zur Sicherheit sollen bei allen Kontaktpersonen einige Tage später weitere Kontrollabstriche durchgeführt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. Das Ziel dieser Untersuchungen ist, weitere Personen, die infiziert sind, zu entdecken und für diese ebenfalls Quarantäne und Kontaktverbote anzuordnen. Dadurch sollen weitere Infektketten unterbrochen werden. Nach Aussage des Gesundheitsamts sei es derzeit besonders wichtig, eine Weiterverbreitung der Infektionen an den Schulen zu verhindern, „da in einigen Klassen der oben genannten Schulen momentan die Abschlussprüfungen anstehen und deshalb Infektionen mit dem Coronavirus und Quarantäneanordnungen bei diesen Schülerinnen und Schülern schwerwiegende Folgen haben können.“
© Südwest Presse 29.06.2020 07:45
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