Lebenslange Haft für Mord an Ehefrau

Ein Mann übergießt seine getrennt lebende Frau in ihrem Auto mit Benzin und zündet sie an. Jetzt ist das Urteil gefallen.
Das genaue Motiv für diesen Ehestreit mit grausamem Ausgang bleibt bis zum Urteilsspruch den Prozessbeteiligten ein Rätsel: Ein Mann tötet seine von ihm getrennt lebende Ehefrau, indem er sie bei Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) in ihrem Auto mit reichlich Benzin überschüttet und schließlich anzündet. Am Mittwoch hat das Landgericht Ellwangen den 48-jährigen Angeklagten wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat sei getragen von einem absoluten Vernichtungswillen, sagte Richter Gerhard Ilg bei der Urteilsbegründung.

Er folgte damit nicht ganz dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anklage hatte noch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Damit hätte der Angeklagte nach dem Gesetz kaum eine Chance auf eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren gehabt. Er sei knapp daran vorbeigeschrammt, sagte der Richter.

Die Anklagebehörde nimmt an, dass der Deutsche an jenem Novembermorgen des vergangenen Jahres nach einem Plan vorgegangen war. Er habe aus Wut vor allem über die finanziellen Folgen der Scheidung den Tod der damals 45-jährigen Frau beschlossen, sagte der Staatsanwalt.

Ob dem so war, darüber schwieg der Angeklagte bis zum Schluss. Er machte während des Prozesses von seinem Schweigerecht Gebrauch. Die Verteidigung hatte dafür plädiert, unter dem höchst möglichen Strafmaß zu bleiben. dpa
© Südwest Presse 22.05.2020 07:45
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