Verwaltung

Luigi Pantisano tritt gegen Uli Burchardt an

Am Sonntag entscheidet sich, ob der Amtsinhaber Oberbürgermeister in Konstanz bleibt. Sein schärfster Konkurrent wird von der Linken und den Grünen unterstützt.
  • Luigi Pantisano möchte in Konstanz OB werden. Foto: Christoph Musiol/Luigi Pantisano/dpa
  • Amtsinhaber Ulrich Burchardt kämpft um seinen Platz im Rathaus. Foto: Felix Kästle/dpa
Es ist zu erwarten, dass die Wahl des Oberbürgermeisters von Konstanz am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Amtsinhaber Uli Burchardt und seinem Herausforderer Luigi Pantisano wird. Im ersten Wahlgang am 27. September hatten 38,3 Prozent der Wahlgänger den 41-jährigen Pantisano gewählt. Das CDU-Mitglied Burchardt erhielt 35,8 Prozent der Stimmen und lag damit auf Platz zwei.

Auch Andreas Matt, der vor drei Wochen 7,7 Prozent der Stimmen bekommen hatte, tritt am Sonntag wieder an. Jury Martin (3,3 Prozent) und Andreas Hennemann (14,6 Prozent), der von der SPD unterstützt wurde, haben ihre Kandidatur mangels Erfolgsaussichten zurückgezogen.

Der Ausgang des ersten Wahlgangs zeigt, dass Burchardt in der größten Stadt am Bodensee nicht unumstritten ist. Der 49-Jährige wird von CDU, Freien Wählern und FDP unterstützt. Er ist seit September 2012 Oberbürgermeister der Stadt.

Ein Kritikpunkt, der häufig genannt wird, ist, dass Entscheidungen zu langsam umgesetzt werden, sei es im Wohnungsbau oder in der Verkehrsplanung. Auch vom Klimanotstand, den Konstanz im Mai 2019 als erste Stadt in Deutschland ausrief, ist nicht mehr viel zu hören.

Vom Vorschlag Burchardts, am überregional bekannten Seenachtfest für den Klimaschutz auf das Feuerwerk zu verzichten, blieb nichts übrig. Nach wochenlangen Diskussionen über Sinn oder Unsinn des Verzichts fand das Seenachtfest im August 2019 wie gewohnt statt – mit großem Feuerwerk. In diesem Jahr fiel das Seenachtfest wegen Corona aus. In Sachen Klimaschutz machen auch die Fridays-for-Future-Leute Druck. Sie verstehen die OB-Wahl als „extrem wichtige Klimawahl“. Bereits die 16-Jährigen dürfen ihre Stimme abgeben.

Pantisano bleibt für manche Konstanzer ein Rätsel. Der Stadtplaner lebt mit seiner Familie in Stuttgart, sitzt für die Fraktion „Stuttgart ökologisch sozial“ (SÖS) im Gemeinderat und ist Mitglied der Partei Die Linke. Zuvor war er bei den Grünen, ist dort aber ausgetreten. In Konstanz wird er von den Grünen und der Linken unterstützt, versteht sich aber als unabhängiger und überparteilicher Kandidat.

Im Wahlkampf nennt er als eines seiner wichtigsten Ziele, alle Projekte auf ihre Auswirkungen auf das Klima hin zu überprüfen. was der Klimanotstand ohnehin erfordert. Er möchte, dass Konstanz bis 2030 klimaneutral ist. Deshalb möchte er ein Wohnungsbau-Vorhaben so lange bremsen, bis es klimaneutral umgesetzt werden kann.

Ob Matt als „Königsmacher“ in die Wahl geht, ist umstritten. Klar ist, dass er die Arbeit von Burchardt durchaus kritisch sieht.
© Südwest Presse 16.10.2020 07:45
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