Der Wert der eigenen vier Wände

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Neue Fliesen an der Wand können den Verkaufswert einer Immobilie steigern. Ob man allerdings auch den Geschmack der Interessenten findet, ist nicht immer klar.

Expertentipps: So kann man den Erlös beim Verkauf einer Immobilie steigern.

Wie die Zeit vergeht: Die Kinder sind erwachsen und ausgezogen. Das Familienheim wirkt leer und ist für die älter werdenden Eltern auf kurz oder lang zu groß. Viele überlegen daher, in eine kleinere Wohnung umzuziehen und ihr Haus zu verkaufen.

Damit sie dabei einen guten Preis erzielen, wollen sie häufig vorher den Wert der Immobilie steigern - in dem sie das oft seit Jahrzehnten bewohnte Haus modernisieren. Nur welche Modernisierungen können überhaupt wertsteigernd sein? Der Berliner Immobilienmakler Dirk Wohltorf rät: „Nur das machen, was man selbst als Steigerung der Wohn- und Lebensqualität empfindet.“

Was in jedem Fall wertsteigernd ist: Sollte das Haus bautechnische Schwachstellen haben, lohnt es sich, sie zu beseitigen. „Keiner will feuchte Keller“, sagt Wohltorf, der Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland IVD ist.

Ebenfalls wertsteigernd: „Die Haustechnik - also die Bereiche Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektrik - sollte möglichst auf dem neuesten Stand sein“, erklärt Ulrich Severitt, Bauberater beim Verband „Wohnen im Eigentum“ (WiE) in Bonn.

Eine Modernisierung der Heizungsanlage kann nicht nur den Wert der Immobilie steigern, sondern bringt beim Verbrauch teils enorme Einsparungen mit sich.

Modernes Bad verbessert Eindruck

Und ein neues Badezimmer? Das kann wertsteigernd sein. „Dabei kommt es aber nicht etwa auf goldene Wasserhähne oder andere kostspielige Materialien an“, stellt Severitt klar. Aus seiner Sicht sollte ein Bad modern, aber in einem möglichst neutralen Design gehalten sein - also etwa ohne auffällige oder grelle Farben, die auf einen Interessenten eher abschreckend wirken könnten.

Auch Investitionen, die die Energieeffizienz eines Gebäudes erhöhen, können sich wertsteigernd auf eine Immobilie auswirken. „Gerade bei älteren Gebäuden kann der Wärmeverlust durch eine unzureichende Dämmung oder Isolierung von Dach und Fassade teils beachtlich sein“, erklärt Severitt. Eigentümer sollten sich hier beraten lassen. Anlaufstelle können Energieeffizienzexperten sein. Mitunter kann es von Vorteil sein, neue Fenster und eine neue Haustür einzubauen und so einem Energieverlust entgegenzuwirken. „Manchmal kann auch eine vorhandene Tür überarbeitet werden“, so Severitt.

Um bei einem möglichen Verkauf einer Immobilie einen guten Preis zu erzielen, kommt es darauf an, dass das Objekt einen gepflegten Eindruck macht. „Mit einem gepflegten Garten zum Beispiel kann man unglaublich punkten“, erklärt Wohltorf.

Und es sind auch nicht immer kostspielige Investitionen, die ein Objekt attraktiv machen. Mitunter reichen schon Putzarbeiten an der Fassade oder ein frischer Anstrich von Räumen. Keinesfalls sollte man einen feuchten Keller einfach überstreichen, um den Schaden abzudecken. „Dafür kann ein Hausverkäufer in Haftung genommen werden“, so Wohltorf.

Bodenrichtwert ist entscheidend

Unabhängig von der Beschaffenheit eines Wohnobjektes gilt: Der Wert einer Immobilie hängt nicht zuletzt vom sogenannten Bodenrichtwert, der vorhandenen Nachfrage und vor allem von der Lage ab. In Ballungsräumen oder in begehrten Wohngegenden ist der Wert von Immobilien höher als etwa auf dem flachen Land.

Gutachter und Makler helfen dabei, den Wert einer Immobilie zu ermitteln. Wer aber glaubt, dass man die Kosten, die durch eine aufwändige Sanierung entstehen, eins zu eins auf den von Fachleuten ermittelten Wert einer Immobilie draufrechnen kann, der täuscht sich. „Eine solche Rechnung geht in aller Regel nicht auf“, sagt Wohltorf.

dpa

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