Hindernisse beim Immokauf

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Zur Steigerung der Eigentumsquote fordert der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft eine Senkung der Kaufnebenkosten.

Der BVFI – Bundesverband für die Immobilienwirtschaft, in Schwäbisch Gmünd vertreten durch Diplom Kauffrau Bettina Winter-Schulligen, zertifizierte Sachverständige für die Bewertung von Standardimmobilien und Geschäftsführerin der GAMUNDIA Immobilien GmbH & Co. KG, fordert eine Rücknahme der Erhöhungen der Grunderwerbsteuer, wie sie die meisten Bundesländer sukzessive seit 2007 vorgenommen haben.

Der Schritt zurück auf 3,5 Prozent des Kaufpreises oder sogar weniger sei unabdingbar, so Winter, wenn das Ziel erreicht werden soll, die Nebenkosten beim Wohnimmobilienerwerb zu senken.

„Die Politik ruft regelmäßig nach finanziellen Maßnahmen zur Förderung des Erwerbs von Wohneigentum. Sie debattiert dabei auch immer wieder die Kaufnebenkosten. Die Grunderwerbsteuer gehört maßgeblich dazu, wird aber paradoxerweise in solchen Betrachtungen systematisch ignoriert. In die eigenen Töpfe möchte man in dieser Sache anscheinend nicht greifen“, so Jürgen Engelberth, Vorstandsvorsitzender des BVFI. „Hier muss endlich eine intensive Diskussion angestoßen werden. Die Höhe der Grunderwerbsteuer erreicht inzwischen Spitzen von 6,5 Prozent und ist damit eindeutig einer der großen Preistreiber bei den Kaufnebenkosten.“

Bis 1996 betrug die Grunderwerbsteuer bundesweit 2 Prozent, von 1997 bis Ende August 2006 3,5 Prozent des Kaufpreises. Seit September 2006 dürfen die Bundesländer, denen die Steuer auch zufließt, die Höhe selbst festlegen. Baden-Württemberg liegt mit 5 Prozent noch im Mittelfeld. Dennoch für Viele zu viel, um trotz viel „schaffe, schaffe, sein Häusle zu bauen“, weiß Bettina Winter. Kürzlich erst sei ein Kaufinteressent an der Beleihungsquote beziehungsweise den Kaufnebenkosten gescheitert. Weg ist die Immobilie trotzdem, Kaufinteressenten hat sie genügend.

Damit entlarvt sich die Grunderwerbsteuer eindeutig als Preistreiber bei den Kaufnebenkosten, im Gegensatz zu anderen Faktoren wie Notargebühren und gegebenenfalls Maklercourtage. Gerade zur Courtage gab es Ende 2020 neue Gesetzesregelungen im Sinne des Käufers, deren praktische Umsetzung dennoch viel Unbehagen bei den Kaufinteressenten schuf. Einen Vertrag zu schließen, wie es die Politik durch die preisliche Gleichbehandlung von Käufer und Verkäufer indirekt verlangt, bevor man Besichtigen kann, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Der BVFI plädiert seit langem für effektive Maßnahmen zur Erhöhung der Eigentumsquote in Deutschland. „Gerade für die Altersabsicherung geringerer Einkommensklassen und damit zur Vermeidung drohender Altersarmut ist dies dringend notwendig“, so Winter. pm

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