Kreditzinsen steigen weiter

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Die Zinsen für Immobilienkredite und die Preise für Häuser steigen, bei der Baufinanzierung sollten Käufer und Bauherren also genau planen.

Immobilienfinanzierung ist teurer geworden

Der Trend ist eindeutig: Die Zinsen für Immobilienkredite steigen. Nach Angaben der FMH Finanzberatung liegen sie für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von 10 Jahren inzwischen im Durchschnitt bei 0,92 Prozent (Stand: 24. Oktober). Ende September lag der Zinssatz im Schnitt noch bei 0,80 Prozent.

„Dieser Trend wird sich vermutlich fortsetzen“, sagt FMH-Inhaber Max Herbst. „Denn die Inflation zieht auch die Zinsen nach oben.“ Das wiederum könne zu einer stärkeren Nachfrage bei Immobilien führen, weil viele aus Sorge vor weiter steigenden Zinsen schnell Eigentum erwerben wollen. Die Folge wären weiter steigende Immobilienpreise.

Immobilienfinanzierung ist teurer geworden

Steigende Kosten beobachtet auch die Stiftung Warentest: Ein Kredit für eine 300.000-Euro-Immobilie kostet ihr zufolge bei einer 90-Prozent-Finanzierung und einer Zinsbindung von 10 Jahren derzeit im Schnitt 0,94 Prozent. Bei einer Zinsbindung von 20 Jahren werden im Schnitt 1,47 Prozent fällig (Stand 25. Oktober). Nach Ansicht der Warentest-Experten sind diese Konditionen aber weiterhin günstig. Hinzu kommen steigende Immobilienpreise, die Käufern die Finanzierung nicht leichter machen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mussten Käufer von Eigentumswohnungen und Häusern im zweiten Quartal 2021 bundesweit im Schnitt 10,9 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor - der stärkste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Die Folge: Auch die Summe, die Kreditnehmer im Schnitt aufgenommen haben, ist deutlich gestiegen.

Lag sie im August 2019 im Schnitt bei 262.000 Euro, waren es laut Stiftung Warentest im August 2021 schon 312.000 Euro. Ein Ende des Trends sei nicht absehbar. Im Gegenteil: Der Trendindikator des Finanzdienstleisters Dr. Klein weist für den September eine Darlehenshöhe von im Schnitt rund 314.000 Euro aus - 2000 Euro mehr als im August und 22.000 Euro mehr als ein Jahr davor.

Volltilgerdarlehen können sich lohnen

Was bedeutet das nun alles für die Finanzierung? Ist jetzt eine lange Zinsbindung wichtig? Oder kommt es mehr auf die Tilgung an?„Als erstes müssen Sie ihre Belastungsgrenze ermitteln“, rät Max Herbst. „Wie hoch darf ihre monatliche Rate sein?“ Wer knapp finanziert, also nahe an seiner Belastungsgrenze ist, sollte lieber die Sicherheit der langen Zinsbindung wählen. Ratsam können dann Volltilgerdarlehen sein - Kredite, bei denen der Zins bis zur letzten Rate feststeht. Das kostet allerdings einen Zinsaufschlag. Im Test der Stiftung Warentest lag das günstigste Volltilgerdarlehen mit 20 Jahren Zinsbindung bei 0,87 Prozent. Bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro ergibt dies eine Monatsrate von 1370 Euro. Einen Nachteil haben Volltilgerdarlehen aber: Sie sind weniger flexibel. Sondertilgungen oder eine zwischenzeitliche Ratensenkung seien oft nicht möglich, erklärt die Stiftung Warentest.

Flexible Finanzierung mit kürzerer Zinsbindung

Wer flexibler finanzieren will, kann eine kürzere Zinsbindung wählen. Angst vor steigenden Zinsen müsse dabei niemand haben, so Max Herbst: „Es ist unwahrscheinlich, dass die Zinsen jetzt 10 Jahre lang nur steigen.“ Darlehen mit kürzerer Zinsbindung kann man laut Stiftung Warentest mit einem flexiblen Tilgungsrecht kombinieren: „Denn wenn absehbar ist, dass der Kunde mit Sondertilgungen früher schuldenfrei wird, braucht er die Sicherheit der langen Zinsbindung nicht.“ Die Konditionen können sich täglich ändern, erklären die Warentester. Banken, die heute Topkonditionen bieten, gehören vielleicht morgen schon nicht mehr zu den besten. Interessenten sollten immer mehrere Angebote von Kreditvermittlern, Banken und Sparkassen einholen. dpa

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