Private Arbeitsvermittlung

+
Jobcenter oder privater Arbeitsvermittler? Bei Arbeitslosigkeit gibt es verschiedene Hilfsangebote. Foto: Markus Scholz/dpa-mag

Jobsuche: Wann lohnt sich das für den Arbeitnehmer?

Arbeitskräfte dringend gesucht, bitte melden: In vielen Branchen können Unternehmen ihre Stellen nicht nachbesetzen. Und doch kann es gute Gründe geben, bei der Suche nach einem Job einen privaten Arbeitsvermittler einzuschalten.

Zwar unterstützen auch die Arbeitsagenturen oder die Jobcenter Arbeitssuchende dabei, einen neuen Arbeitgeber zu finden. Andreas Kübler, Vorstandsvorsitzender im Verband Privater Arbeitsvermittler (VPA), wirbt jedoch mit einer engen Betreuung. Private Vermittler könnten sich gerade in Fällen, in denen sich die Jobsuche als schwierig erweist, „sehr viel intensiver um einen Bewerber kümmern und ihm oder ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen“.

Im direkten Kontakt mit dem Arbeitgeber

Ein privater Arbeitsvermittler kann zum Beispiel im Vorfeld des Vorstellungsgesprächs mit dem Arbeitgeber reden. Und ihn darüber informieren, dass er nach eingehender Prüfung von Qualifikation und Arbeitsmotivation eines Bewerbers oder einer Bewerberin davon überzeugt ist, dass er oder sie genau die passende Besetzung ist.

In vielen Fällen erstellen private Vermittler zunächst ein sehr konkretes Profil vom Bewerber oder der Bewerberin. „In Gesprächen loten wir Fähigkeiten, Wünsche, Interessen und Ziele aus“, so Kübler.

Im nächsten Schritt erfolgt die Recherche nach passenden Arbeitgebern. Oftmals bestehen gute Kontakte zu Unternehmen, sodass ein privater Arbeitsvermittler einfach zum Telefonhörer greifen kann. Zum Teil sieht die private Arbeitsvermittlung die Bewerbungsunterlagen der Jobsuchenden durch und gibt Hinweise für eine bessere Gestaltung. Auch Vorstellungsgespräche werden geübt.

Erwerbslose bekommen Gutschein vom Jobcenter

Das alles klingt nach hohen Kosten. Ob das tatsächlich so ist, hängt zum einen davon ab, ob der oder die Stellensuchende arbeitslos ist oder nicht. Erwerbslose bekommen über die Bundesagentur für Arbeit oder über die Jobcenter einen sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Mit dem Gutschein ist es möglich, eine private Arbeitsvermittlung kostenfrei in Anspruch zu nehmen.

Der Wert des Gutscheins liegt meist bei 2500 Euro. Für Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderung sind 3000 Euro vorgesehen. Ein Honorar in dieser Höhe rechnet der private Arbeitsvermittler im Fall einer erfolgreichen Vermittlung mit der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter ab.

Arbeitsvermittler müssen sich zertifizieren lassen

Private Arbeitsvermittler, die auf Basis von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen arbeiten möchten, müssen sich regelmäßig durch fachkundige Stellen zertifizieren lassen. Die Zertifizierung gilt als eine Art Qualitätssiegel, dass ein privater Arbeitsvermittler nach den gesetzlichen Vorgaben tätig ist.

Jobsuchende, die sich an eine private Arbeitsvermittlung wenden, gehen rechtlich keinerlei Verpflichtungen ein. Generell sollten sie eine Kopie ihres Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins machen und der privaten Arbeitsvermittlung aushändigen.

„Möglich ist, dass Jobsuchende mehrere Kopien machen und auch mehrere private Arbeitsvermittlungen mit der Suche nach einer passenden Stelle beauftragen“, so Kübler. Die Arbeitsvermittlung, die einen erfolgreich in einen Job vermittelt, bekommt schließlich das Original des Gutscheins für die Abrechnung mit der Bundesagentur für Arbeit ausgehändigt.

Auch Unternehmen können private Vermittler einschalten

Wer nicht arbeitslos ist und einen privaten Arbeitsvermittler einschaltet, muss das Honorar selbst begleichen. „Kosten fallen aber lediglich bei einer erfolgreichen Vermittlung an“, sagt Christian Ludwig von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Damit liege das finanzielle Risiko bei einem Nichterfolg ausschließlich bei der privaten Arbeitsvermittlung.

Und: Auch Unternehmen selbst können einen privaten Arbeitsvermittler beauftragen: „Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel erhöhen sich durch die Nutzung verschiedener Suchwege die Chancen für Arbeitgeber, ihre offenen Stellen besetzen zu können“, so Ludwig.

dpa

Zurück zur Übersicht: Bauen & Wohnen

Kommentare