Vögel – Baum muss bleiben

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Sattes Grün, intensives Vogelgezwitscher: Was einer liebt, stört den anderen. Vorgehen gegen den Vogellärm muss der Vermieter aber nur in wenigen Fällen.

Vogelkot und Gezwitscher rechtfertigen keine Fällung.

Mieter müssen mit Vogelschwärmen in ihrer Nachbarschaft leben. Die Belästigung durch Lärm und Kot von Vögeln sei als großstadttypisch hinzunehmen, berichtet die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Nr. 8/2020) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin.

Wenn sich in der Umgebung eines Hauses also vermehrt Tauben, Amseln oder Krähen einfinden, kann ein Mieter nicht ohne weiteres vom Vermieter verlangen, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. So können Mieter zum Beispiel nicht erwarten, dass der Vermieter einen Baum fällen lässt, in dem sich ein Vogelschwarm angesiedelt hat.

Fällen nur mit Genehmigung

Zumal Bäume in der Regel ohnehin nicht ohne behördliche Genehmigung gefällt werden dürfen. Auch ein Überspannen von Bäumen durch Netze kann ein Mieter nicht ohne weiteres einfordern. Denn die Vögel können sich in diesen Netzen verfangen und müssen dann gegebenenfalls befreit werden. Unter Umständen müsse der Vermieter dann mit einer Strafanzeige wegen Tierquälerei rechnen.

Anspruch nur in Folge von baulichen Gegebenheiten

Einen Anspruch gegen den Vermieter haben Mieter nur, wenn in Folge der baulichen Gegebenheiten Vögel vermehrt auftreten. Halten sich zum Beispiel Tauben in windgeschützten Nischen des Hauses, in Dachvorsprüngen oder gar in einer leer stehenden Wohnung auf, dann muss der Vermieter tätig werden, um Mieter vor Kot und Lärm zu schützen. Aber auch in diesem Falle sind die Vorgaben des Tierschutzgesetzes zu beachten, heißt es. dpa

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