Das kleine Azubi-Einmaleins

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Alle Rechte und Pflichten der Auszubildenden sind gesetzlich geregelt.

Im Berufsbildungsgesetz (BBiG), im Jugendschutzgesetz, in der Ausbilder-Eignungsverordnung und in der Handwerksverordnung sind die Rechte und Pflichten der Auszubildenden in Deutschland geregelt.

Mit der Ausbildung beginnt ein neues Kapitel für dich. Vor allem die erste Zeit ist für dich sicher aufregend und bietet dir ganz neue Erfahrungen und Herausforderungen. Auch in Sachen Rechte und Pflichten kommt plötzlich etwas Neues auf dich zu. Diese zu kennen, ist wichtig. So weißt du, was von dir erwartet wird und was du erwarten kannst. Schließlich soll die Ausbildung reibungslos ablaufen.

Rechte als Azubi

Während deiner Ausbildung hast du bestimmte Rechte, die sogar gesetzlich festgelegt sind. Einige der wichtigsten im Überblick:


Ausbildungsvertrag:Ohne einen solchen solltest du keine Ausbildung beginnen. Darin werden alle Rechte und Pflichten festgehalten, an die sich sowohl du als auch dein Ausbildungsbetrieb halten müssen. Außerdem wird im Ausbildungsvertrag alles zur Ausbildung festgehalten. Zum Beispiel das Ziel der Ausbildung, Beginn und Dauer, die Vergütung und Fristen für die Probezeit oder Kündigungen.
Ausbildungsziel: Es ist eines der wichtigsten Rechte, die du als Azubi hast: die Einhaltung des Ausbildungsziels. Klingt erstmal nach nichts Besonderem. Es bedeutet, dass du nur die Arbeiten erledigen sollst, die unmittelbar zu deinem Ausbildungsberuf gehören. Hast du das Gefühl, du wirst ständig für private Botengänge oder zum Kaffeekochen eingesetzt? Das ist nicht im Sinne des Ausbildungszieles. Daher kannst du diese Aufgaben im schlimmsten Fall ablehnen. Aber Achtung: Es darf und kann durchaus vorkommen, dass du Aufgaben übernimmst, die nicht ganz zu deinem Job passen. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Wird es zu viel, sprich deinen Ausbilder darauf an. Vielleicht kann er die Aufgaben besser verteilen.
Vergütung: Dir steht ein angemessener Lohn zu. Diesen bekommst du monatlich automatisch auf dein Konto. Die Höhe kann je nach Branche und Größe der Firma unterschiedlich ausfallen. Seit 2020 gibt es auch für Azubis einen Mindestlohn.
Arbeitszeiten und Pausen: Besonders als Azubi gibt es vorgeschriebene Regelungen in Sachen Arbeitszeiten. Dazu gehören: nur acht Stunden Arbeit pro Tag, eine Fünf-Tage-Woche (sechs Tage, wenn du volljährig bist), eine wöchentliche Arbeitszeit von nicht mehr als 40 Stunden (48 Stunden bei Volljährigen) und eine „Ruhephase“ von 20 bis 6 Uhr, wenn du noch minderjährig bist. Anders kann es aussehen, wenn dein Ausbildungsberuf zum Beispiel Schichtdienst beinhaltet. Außerdem sind die Pausenzeiten fest geregelt. Als Minderjähriger stehen dir bei einer Arbeitszeit zwischen viereinhalb und sechs Stunden 30 Minuten Pause zu. Arbeitest du mehr, ist es sogar eine ganze Stunde. Bist du hingegen volljährig, darfst du sechs Stunden ohne Pause arbeiten, musst dann aber gesetzlich eine Pause machen. Arbeitest du zwischen sechs und neun Stunden, hast du Anspruch auf 30 Minuten Pause. Bei über neun Stunden sind es 45 Minuten.

Pflichten als Azubi

Neben den Rechten hast du als Azubi natürlich auch gewisse Pflichten, die du einhalten musst. Damit du weißt, was auf dich zukommen kann, hast du hier eine kleine Auswahl:
Allgemeine Pflichten: Dein Ausbilder ist für dich so etwas wie dein Lehrer in der Schule. Er teilt dir Aufgaben zu und leitet dich an, daher bist du dazu verpflichtet, auf ihn zu hören. Außerdem musst du die Betriebsordnung einhalten. Diese kann zum Beispiel das Tragen von Schutzkleidung beinhalten.
Berichtsheft: Zu deinen Pflichten gehört es, einen Ausbildungsnachweis zu erbringen. Das geschieht in Form eines Berichtsheftes, in dem du deine Tätigkeiten und Gelerntes aufschreibst. In welcher Form – ob handschriftlich, digital oder online – du das machst, klärst du am besten mit deinem Ausbilder.
Sorgfalts- und Bewahrungspflicht: Während du dich mit der Sorgfaltspflicht dazu verpflichtest, deine Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule gewissenhaft und zuverlässig auszuführen, gilt die Bewahrungspflicht im gleichen Sinne für den Umgang mit Arbeitsmitteln wie Werkzeug und Computer.
Teilnahme- und Lernpflicht: Es kling selbstverständlich, dennoch sollte es erwähnt werden. Um deine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, gibt es nämlich die Teilnahmepflicht. Diese gilt sowohl für den Betrieb als auch die Berufsschule. Auch die Lernpflicht solltest du nicht vernachlässigen. Tägliches Lernen und das Lernen für Prüfungen helfen dir dabei, dein Ausbildungsziel zu erreichen.

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