Pflegeberufe werden attraktiver gemacht

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Auch über die Hochschule führt ein Weg in die Pflege: Die Studienmodelle kombinieren in der Regel Theorie und Praxis.

Die Nachfrage an Pflegekräften ist hoch. Die Bundesregierung macht die Pflege deshalb attraktiver. Welche Wege, in die einen Pflegeberuf führen und welche Einsatzmöglichkeiten sie vorbereiten.

3,7 Millionen Menschen waren im Jahr 2018 pflegebedürftig. Und ihre Zahl wird weiter steigen, bestätigt das Bundesfamilienministerium. Deshalb werden Pflegekräfte dringend gebraucht. Rund jeder fünfte Jugendliche kann sich vorstellen, später einmal in der Pflege oder in der Kinderbetreuung zu arbeiten. Das zeigte 2020 eine Umfrage unter mehr als 1000 14- bis 20-Jährigen im Auftrag des Familienministeriums. Aber welche Wege führen in die Pflege, auf welche Berufsmöglichkeiten bereiten sie vor?

Ausbildung

Der kürzeste Weg in einen Pflegeberuf ist die Ausbildung zur Pflegehilfskraft. Diese dauert je nach Bundesland ein bis zwei Jahre. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Die Ausbildung zum Pflegefachmann, - frau ist seit Anfang 2020 durch das Pflegeberufegesetz neu aufgestellt worden. „Nun lernt man während der Ausbildung alle Bereiche kennen“, sagt Hans Peter Engelhard, vom Beratungsteam Pflegeausbildung des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Mit dieser Ausbildung können Absolventen in sämtlichen Bereichen der Pflege arbeiten. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Voraussetzung ist die mittlere Reife oder die Ausbildung zur Pflegehilfskraft. Außerdem wurde das Schulgeld abgeschafft und überall in Deutschland eine angemessene Ausbildungsvergütung sichergestellt.

Studium

Auch mit einem Studium können Interessierte in den Pflegeberuf einsteigen. Voraussetzung ist in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung. Mancherorts lässt sich aber auch eine abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft anrechnen.

Kombi-Modelle

Wer Studium und Ausbildung kombinieren will, hat aktuell noch die Möglichkeit, sich Leistungen anrechnen zu lassen und dadurch die Gesamtdauer von sechs Jahren zu verkürzen. Alternativ gibt es regional duale Studiengänge. Neu ist ein mit dem Pflegeberufegesetz eingeführtes Studienmodell, das praktische Ausbildung und akademische Qualifizierung kombiniert. Mit einer Prüfung erhält man am Ende dieses mindestens dreijährigen Studiums den Bachelor und den Abschluss als Pflegefachmann oder -fachfrau.

Bezahlung

2020 sind die Bruttoverdienste in der Pflege erstmals höher als in der Gesamtwirtschaft. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger verdienten im Jahr 2020 im Durchschnitt 3 578 Euro brutto im Monat. Fachkräfte in Pflegeheimen kamen auf durchschnittlich 3 363 Euro, jene in Altenheimen, auf durchschnittlich 3 291 Euro.

Über einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege wird derzeit debattiert. jat/dpa

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