Lesermeinung

Abtreibung ist keine Lösung

Zu: „Wenn ich für andere kämpfe, bin ich zäh“ vom 2. Januar

In diesem Interview spricht Kristina Hänel, die das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche kippen will, darüber, dass sie mit ihrer Informationskampagne ein „Gegengewicht zu Abtreibungsgegnern schaffen [konnte], die mit ihren Kampagnen bisher die Informationshoheit hatten“. Dabei ist es doch so, dass seit Jahren in den Medien das angebliche „Recht auf Abtreibung“ als Frauenrecht oder sogar als Menschenrecht dargestellt wird (...).

Grundsätzlich verschwiegen wird jedoch immer, dass bei jeder Abtreibung das elementarste Menschenrecht, nämlich das Recht auf Leben, beim ungeborenen Kind mit Füßen getreten wird. Frau Hänel sieht die Würde von Frauen verletzt, wenn sie nicht die Möglichkeit bekommen, sich über möglichst schonende Abtreibungsmethoden zu informieren.

Doch ich frage mich, ob es wirklich erst die verstörenden Bilder eines durch Absaugung abgetriebenen Kindes mit abgerissenen Ärmchen und Beinchen braucht, um zu verstehen, dass es bei jeder Art des Schwangerschaftsabbruchs darum geht, das Leben eines kleinen, wehrlosen Menschen mit Gewalt zu zerstören? Es gibt keine „schonende“ Methode: weder durch Absaugung noch durch Medikamente, bei denen die Todesursache des Kindes (...) Erstickungstod heißt.

Und noch einen gravierenden Fehler macht Frau Hänel: Sie behauptet, ungewollt schwangere Frauen würden sich auf keinen Fall von einem Abbruch abbringen lassen. Demgegenüber stehen die Aussagen vieler anderer Beraterinnen, die (...) darauf hinweisen, wie viele Frauen von ihrem Umfeld (Ehemann, Partner, Freund, Eltern etc.) zu einer Abtreibung gedrängt werden, obwohl sie selbst das (...) nicht wollen. Wo bleibt da die Würde dieser Frauen? Niemand bezweifelt, dass es im Zusammenhang mit (ungeplanten) Schwangerschaften zu Problemen, Ängsten und Nöten kommen kann. Aber Abtreibung ist keine Lösung. Zu den Frauenrechten sollte es eher gehören, in dieser Situation wirklich Hilfe und umfassende Unterstützung zu bekommen.

Kerstin Ehrmann

Aalen

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