Aus der Region für die Region

+
Gemäß den Demeter-Richtlinien genießen die Tiere auf dem Hühnerhof ihren Auslauf im Freien.

Was Regionalität bedeutet, auf was man beim Kauf von regionalen Lebensmitteln achten soll, und wie man als Konsument Unternehmen in der Region unterstützen kann.

Ostalbkreis. Regional, saisonal und frisch sind die Stichwörter für bewusste und gesunde Ernährung. Regionalität bedeutet kurze Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher und somit ist auch mehr Frische garantiert. Doch welche Lebensmittel dürfen als regional bezeichnet werden? Der Begriff „Region“ ist gesetzlich nicht geschützt. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, beim Einkauf regionaler Lebensmittel immer genau zu fragen, wofür die Angabe „regional“ steht.

Bei den regionalen Demeterhöfen Schmid/Westhausen und Sofienhof/Aalen kümmert sich Florian Mack um die Tierhaltung sowie Vermarktung. Manfred Schmid, der 1983 seinen Hof in Westhausen umgestellt hat, betreibt auf seinen Flächen den Pflanzenbau, mit dem die Höfe in Westhausen und Aalen zu mindestens 95 Prozent mit hofeigenem Futter versorgt werden.

Vielfältige Fruchtfolgen mit betriebseigener Kompostwirtschaft, daraus resultieren hohe Bodenfruchtbarkeit, sind die Grundlagen des Erfolges. „Bei regionalen Produkten kann man sich sicher sein, dass diese nur kurze Transportwege hinter sich haben“, sagt Mack. Außerdem wisse man beim Kauf von regionalen Lebensmitteln ganz genau, woher das Produkt stammt. Ein weiterer Vorteil beim Kauf regionaler Produkte sei, dass sich Kunden selbst ein Bild vom Erzeuger machen können. „Wir stehen mit unserem Namen hinter all unseren Produkten, die wir verkaufen“, sagt Mack.

Florian Mach ist selbst in einer Landwirtschaft großgeworden und entdeckte früh seine Leidenschaft für Hühner und Regionalität. Deshalb engagiert er sich mit den Demeterhöfen Schmid und Sofienhof in Westhausen und Aalen für konsequente Nutztierhaltung nach Demeter-Richtlinien.

Demeter ist Kreislaufwirtschaft

„Durch die vorgegebenen Demeter-Richtlinien betreiben wir eine Kreislaufwirtschaft, die ökologisch und ebenso nachhaltig ist“, erklärt Manfred Schmid aus Westhausen.

Eine Kreislaufwirtschaft bedeutet in diesem Sinne, dass Demeter-Landwirte einen flächengebundenen Hof betreiben. „Das heißt, wir halten so viele Tiere, wie wir Flächen zur Verfügung haben, von diesen Flächen füttern wir unsere Tiere und der von den Tieren erzeugte Mist oder Kompost wird wieder als Düngemittel auf die Flächen verteilt“, erklärt Manfred Schmid.

Durch diesen Kreislauf ist ein Demeter-Betrieb eigenständig und somit auch nachhaltig und ökologisch wertvoll.

Glückliche Hennen und Hähne

„Besonderen Wert legen wir auf unsere Vision, was biodynamische Landwirtschaft für uns bedeutet und zeigen mit der Aufzucht von Brüderhähnen, dass Hennen, Hahn, Küken und Ei zusammengehören“, sagt Schmid stellvertretend für die zwei Demeter-Höfe in Aalen und Westhausen. Im Sinne der geschlossenen Kreislaufwirtschaft werden hier Huhn und Hahn gemeinsam aufgezogen. „Das ist nicht selbstverständlich, bei einer konventionellen Aufzucht, werden in Deutschland jährlich, nach dem die Küken schlüpfen, 40 bis 50 Millionen Legebrüder aus wirtschaftlichen Gründen geschreddert. Bei uns werden auch männliche Küken, die sogenannten Bruderhähne, aufgezogen“, sagt Schmid. Sie werden im Vergleich zum Masthähnchen nicht schon nach 40 Tagen geschlachtet, sondern erst nach vier Monaten. Dadurch haben sie ein geschmacksintensiveres Fleisch und werden durch die längere Haltungszeit nicht nur im Stall aufgezogen, sondern sind mindestens die Hälfte ihrer Lebenszeit auf der Weide. „Durch hofeigene Schlachtung ersparen wir den stressigen Tiertransport“, so Schmid. Die Devise lautet: Qualität statt Masse.

Hof besuchen: Wer sich selbst ein Bild von dem Konzept der Demeter-Höfe machen möchte, kann dies bei einem angekündigten Besuch tun. jat

Zurück zur Übersicht: Infos & Tipps

WEITERE ARTIKEL

Kommentare